Ausgabe Nummer 42 (2007)

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Die Bundespräsidentin dankte den Bauern

Micheline Calmy-Rey besuchte die Sonderschau des SBV an der Olma in St. Gallen


In ihrer Olma-Eröffnungsansprache dankte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey den Bauern für die grossen Anstrengungen, die sie im Rahmen der Reformen auf sich nehmen mussten. Sie forderte die Bauern aber auch auf, die wirtschaftliche Öffnung vor die Abschottung zu stellen.

Der Nebel verhinderte eine pünktliche Landung des Helikopters, der die Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey an die Olma-Eröffnung brachte. So fing die Eröffnung mit einer kleinen Verspätung an. Calmy-Rey gab der Überzeugung Ausdruck, dass die vier Olma-Gastkantone Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden unter dem Motto «CHärngsund... entdecke die Urschweiz» den eigentlichen Kerngedanken unserer multifunktionalen Landwirtschaft repräsentieren. Die Landwirtschaft stelle für den Tourismus einen wichtigen Standortfaktor dar und sei Garant für intakte Ökosysteme. Sie leiste auch einen wesentlichen Beitrag zu einer guten Lebensqualität. Deshalb erstaune es nicht, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer in mehreren Volksabstimmungen für eine multifunktionale Landwirtschaft ausgesprochen haben.

Grosse Leistungen der Landwirtschaft
«Die Leistungen der Schweizer Landwirtschaft sind gross. Das Umfeld, in dem sich unsere Bauern behaupten müssen, ist zugegebenermassen schwierig», betonte Calmy-Rey. Die Schweizer Landwirtschaft produziere im schweizerischen Kostenumfeld und müsse sich mit Qualitätsprodukten unter strengen gesetzlichen Auflagen behaupten. Dazu kämen die kleinräumigen und topografisch schwierigen Bedingungen in unserem Land. «Ich weiss, wovon ich spreche. Ich kenne die schwierige Lage der Bergbauern, denn meine Grosseltern waren Bergbauern », sagte die Bundespräsidentin. Es müsse deshalb auch einmal gesagt werden: «Den Schweizer Landwirten gebührt grosser Dank und Respekt für die grossen Anstrengungen, die sie in den letzten Jahren im Rahmen der Reformen auf sich nehmen mussten.»

Kontrollierte, sozialverträgliche Öffnung
Die Bundespräsidentin Calmy-Rey forderte in ihrer Ansprache die Bauern dazu auf, wirtschaftliche Öffnung über Abschottung zu stellen. Es stelle sich die Frage, ob nicht eine kontrollierte, sozialverträgliche Öffnung eine Chance für die Schweizer Landwirtschaft darstelle. Ein Agrar-Freihandelsabkommen mit der EU solle zu einer wirklichen Chance für die gesamte Produktionskette werden. In den Bereichen verarbeitete Milchprodukte oder beim Obst und Gemüse gelinge es der Schweizer Landwirtschaft offensichtlich sehr gut, die sich öffnenden Exportchancen zu nutzen. Öffnung heisse auch Kampf gegen den Missbrauch jeglicher Art, gegen den Raubbau an der Umwelt oder gegen Sozialdumping, sagte die Bundespräsidentin. Denn der internationale Wettbewerb müsse gerecht sein, wenn er der Schweizer Landwirtschaft Nutzen bringen solle.

Micheline Calmy-Rey besucht SBV-Sonderschau
Nach der Eröffnung und dem Besuch der Tierhalle stattete die Bundespräsidentin der neuen Sonderschau des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) einen Besuch ab. Sie wurde von den Landwirtschaftsbotschafterinnen Schauspielerin Stephanie Glaser, Opernsängerin Noëmi Nadelmann, Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident SBV, Urs Schneider, Stellvertretender Direktor SBV, einheitlich im Edelweisshemd gekleidet, begrüsst.

Auf dem roten Teppich an die Sonderschau
«Mit der neuen Sonderschau des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) unter dem Motto ?Willkommen bei uns? rollen die Bäuerinnen und Bauern den Besucherinnen und Besuchern den roten Teppich aus und öffnen ihnen ein Stück Himmel», stellte Schneider fest. Die Schweizer Landwirtschaft befinde sich in einem rasanten Wandel. Entsprechend brauche der öffentliche Auftritt der einheimischen Bauernfamilien in Form der Imagekampagne «Gut, gibt?s die Schweizer Bauern» ein regelmässiges Lifting. Vor eineinhalb Jahren wurden die Plakate mit prominenten Persönlichkeiten im Edelweisshemd wie Nationaltrainer Köbi Kuhn, TV-Moderatorin Michelle Hunziker, Ex-Formel- 1-Pilot Michael Schuhmacher, Schauspielerin Stephanie Glaser, Opernsängerin Noëmi Nadelmann und anderen mehr gestartet. Nun habe der Messestand ein neues Gesicht erhalten, freut sich Schneider.

Tierhaltung Pflanzenbau und Spezialitäten
Laut Ivo Schwizer,Verantwortlicher Messen SBV, ist die Sonderschau «Willkommen bei uns» in die Bereiche Tierhaltung, Pflanzenbau und Spezialitäten gegliedert. So können die Bauernfamilien als Naturtalente, Betreuungsgenies und Gaumenfreunde vorgestellt werden. In drei interaktiven Modulen werden die unentbehrlichen Leistungen der Schweizer Bauern gezeigt. Die Sonderschau führt in den Stall, wo der Bauer als «Betreuungsgenie» seine Tiere betreut und wo die Bilder von Kuh, Schwein, Schaf, Ziege und Huhn auf faszinierende Weise lebendig werden.Am gedeckten Tisch entdeckt man die Bauernfamilie als «Naturtalente» bei der Arbeit in Acker- und Obstkulturen und kann erfahren, wie die Kulturpflanzen wachsen, aus denen die feinen Menüs entstehen. Im Spezialitäten-Paradies entdecken die Konsumenten auf spielerische Weise Leckerbissen und edle Tropfen aus der ganzen Schweiz.

Mario Tosato


Hoher Besuch an der OLMA-Sonderschau: Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey
und die Vertreter der SBV-Vebandsspitze, Nationalrat Hansjörg Walter und der stellvertrende
Direktor Urs Schneider. (tos)
Hoher Besuch an der OLMA-Sonderschau: Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey und die Vertreter der SBV-Vebandsspitze, Nationalrat Hansjörg Walter und der stellvertrende Direktor Urs Schneider. (tos)