Ausgabe Nummer 34 (2005)

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Die Durstkünstler

Ernährung und Rezepte

Kräuter konservieren

Im Sommer gibt es Küchenkräuter im Überfluss. Sie lassen sich auf verschiedene Arten konservieren.


Schnittlauch: Der Schnittlauch (Allium
schoenoprasum) hat würzenden und
dekorativen Wert. Der wichtigste
Inhaltsstoff ist das Lauchöl, das ihm
seinen scharfen Geschmack verleiht. (LBBZ)

Trocknen

Kleinblättrige Kräuter wie Thymian werden zwecks Reinigung und Erhaltung der Farbe kurz in kochendes Wasser getaucht. Zum Abtropfen eignet sich ein sauberes Küchentuch. Anschliessend werden die Kräuterzweiglein zu Bündeln gebunden und während ein bis zwei Wochen aufgehängt. Danach können die feinen Blätter abgestreift werden. Bei grossblättrigen Kräutern werden diese am besten an den Stielen gezupft und einige Tage auf Papier oder Tüchern zum Trocknen ausgelegt. Getrocknete Kräuter sollten in Gläsern mit Verschluss und dunkel gelagert werden.
Geeignete Kräuter: Peterli, Majoran, Oregano, Rosmarin, Thymian.

Tiefkühlen

Die Kräuter müssen vor dem Tiefkühlen eventuell gewaschen und getrocknet werden. Kleinblättrige werden noch am Stiel auf einem Blech vorgefroren. Danach lassen sich die Blätter gut abstreifen und portionenweise einfrieren. Grossblättrige Kräuter können gehackt tiefgekühlt werden. Tipp: gehackte Kräuter mit wenig Wasser in Eiswürfelbehälter einfrieren.
Geeignete Kräuter: Basilikum, Schnittlauch, Peterli.

In Öl einlegen, Pesto – selbst gemacht

Bevor Kräuter in Öl eingelegt werden, sollten sie gewaschen und einen Tag getrocknet werden. Die Kräuter werden anschliessend ganz oder gehackt gemischt und mit wenig Salz in kleine, verschliessbare Gläser geschichtet. Danach wird mit Öl aufgefüllt, zum Beispiel mit Rapsöl. Alle Kräuter müssen mit Öl bedeckt sein. Dieses Pesto muss im Kühlschrank gelagert werden. Es lässt sich bis zu einem Jahr lagern. Variante: Eine gepresste Knoblauchzehe (oder mehrere) in der Kräutermischung verstärkt den Geschmack. Das Pesto ist dann aber weniger lang haltbar.
Geeignete Kräuter: Schnittlauch, Basilikum, Bärlauch.

Kräuterbutter

Ein Überschuss an Kräutern lässt sich auch gut zu Kräuterbutter verwerten. Dazu wird weiche Butter gerührt, bis sich Spitzchen bilden. Verschiedene Kräuter werden fein gehackt, eventuell eine Knoblauchzehe dazupressen und mit Salz, Pfeffer, Streuwürze und wenig Zitronensaft abschmecken. Die Kräuterbutter kann in Eiswürfelbehälter, kleine Schälchen oder als Rolle (mit Blechreinpapier) geformt eingefroren werden. Tipp: Kräuterbutter 1⁄2 cm dick auf ein mit Blechreinpapier ausgelegtes Blech streichen und kalt stellen. Danach können mit einem heiss abgespülten Förmchen Figuren ausgestochen werden.
Geeignete Kräuter: Peterli, Schnittlauch, Majoran, Liebstöckel, Estragon, Oregano, Kerbel, Basilikum.

LBBZ Arenenberg, Assistentin
Hauswirtschaft, Salome Preiswerk Guhl

Garten

Die Durstkünstler

Fetthennen (Sedum) sind zwar weniger bekannt als ihre Verwandten, die Hauswurz, stehen ihnen aber punkto Schönheit und Vielfalt in nichts nach.


Mauerpfeffer – der Tripmadam, eine
einheimische Sedumart, kann in
der Küche verwendet werden. (LBBZ)

Bei einem abendlichen Spaziergang durch die Altstadt von Schaffhausen ist mir auf einer Mauerkrone, die ein stattliches Haus umgab, ein gelbes Leuchten aufgefallen. Beim näheren Hinsehen waren dies Polster von verschiedenen Fetthennenarten. Diese Durst- und Hungerkünstler bekommen hier sicher niemals eine handvoll Dünger, geschweige sie wissen, wie eine Giesskanne aussieht. Sedum – je nach Art auch Mauerpfeffer oder Fettkraut genannt – leuchten in den verschiedensten Farbenschattierungen von Weiss, Gelb bis fast Dunkelrot. Die Gattung der Sedum sind auf der ganzen nördlichen Halbkugel anzutreffen. Die meisten der 500 Arten können im Garten verwendet werden.

Mauerpfeffer – ein Gewürz

In der Schweiz wachsen wild über 20 Arten wie zum Beispiel der Scharfe Mauerpfeffer. Die jungen Triebspitzen des ebenfalls einheimischen Tripmadam können in der Küche als Gewürz, etwa für Salat oder Suppe, verwendet werden. Im Garten trifft man die Fetthenne an sehr trockenen und sonnigen Standorten an. Sie mögen einen sandigen durchlässigen Boden und sind daher bestens geeignet, um Dächer zu begrünen. In Mauerritzen, an Hauswänden oder an trockenen Stellen im Garten gedeiht die Fetthenne ebenfalls sehr gut. Zwei Arten (Sedum telephium, Sedum spectabile) sind als Schnittstauden geeignet und sind im späten Sommer und Herbst ein willkommener Farbtupfer in jedem Blumenbeet.

Einfache Vermehrung

Die meisten Sedum lassen sich über Sprossen problemlos vermehren. Man schneidet Triebstücke am besten von Mitte August bis Oktober (nach der Blüte) oder im Frühjahr (vor der Blüte). Eine Schale mit Erde füllen und die geschnittenen Sprossen (zirka 3 bis 5 cm lang) auf die Erde streuen und leicht andrücken. Die Erde sollt feucht gehalten werden, bis die Sprossen Wurzeln gebildet haben. Nachdem die Sprossen Wurzeln gebildet haben, können diese in Töpfe gepflanzt werden.

Daniel Brogle, Leiter Schulgärtnerei,
LBBZ Arenenberg