Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Die einfache Herde weist bestechende Trümpfe auf

Ausgabe Nummer 29 (2016)

IG Neue Schweizer Kuh: Herdenbesichtigungen in der Westschweiz Am Sommeranlass der IG Neue Schweizer Kuh konnten sich die Teilnehmer auf den besuchten zwei Betrieben von problemlosen, funktionellen Herden überzeugen.

«Wir strebten bereits vor 30 Jahren Kühe an, die gut funktionieren», sagt Andreas Freiburghaus anlässlich des Sommeranlasses der IG Neue Schweizer Kuh auf seinem Betrieb. «In unserem Betrieb ist die Fläche limitiert, deshalb haben wir immer das Optimum gesucht.» Dass der Familie Freiburghaus dies auch gelingt, belegen die eindrücklichen wirtschaftlichen Kennzahlen. Auffallend ist der sehr gute, vergleichbare Deckungsbeitrag von 89 Rappen pro Kilo Milch. Verantwortlich sind nebst dem Milchpreis vor allem die tiefen Direktkosten sowie die hohen Leistungen aus dem Tierverkauf. Bemerkenswert ist, dass der Erlös des Verkaufs der Tiere deutlich höher ist als die Direktkosten. Daraus resultiert regelmässig ein vergleichbarer Deckungsbeitrag von deutlich über 4000.– Franken pro RGVE. Dies bedingt eine Herde von gesunden und langlebigen Kühen. «Ich war immer überzeugt, dass mit mittelgrossen und funktionellen Kühen eine wirtschaftliche Produktion möglich ist», bestätigt Freiburghaus, Gründungsmitglied der IG Neue Schweizer Kuh.
Ebenso sieht es Martin Huber. «Wir brauchen für die Zukunft effiziente, problemlose Kühe», sagt der Präsident der IG Neue Schweizer Kuh. «Kühe, die unter den Rahmenbedingungen in der Schweiz eine wirtschaftliche Milchproduktion erlauben, also auf der Basis von inländischem Raufutter und mit möglichst geringem Antibiotikaeinsatz».
Genau solche Kühe konnten die Teilnehmer des Sommeranlasses der IG Neue Schweizer Kuh am 6. Juli auf dem Betrieb von Bruno und Sandra Beyeler in Düdingen bestaunen. «Wir wollen Kühe züchten, die in vielen Betrieben gut funktionieren, sei es in einem Alpbetrieb oder einem Talbetrieb», betont denn Bruno Beyeler. «Schliesslich verkaufen wir jährlich rund 20 Kühe. Und unsere Kundschaft will keine Extreme – weder bei der Schärfe, der Grösse oder der Milchmenge.» Deshalb ist Beyeler überzeugt, mit Swiss Fleckvieh die geeignete Rasse zu züchten. Aber auch für die eigene Milchproduktion ist Beyeler eine problemlose Herde wichtig. «Wir wollen eine Herdenführung mit wenig Aufwand, da wir mit dem Jungvieh und der Stierenaufzucht über hundert Stück Vieh halten.»
Die Stierenzucht war auch der Grund, weshalb die IG Neue Schweizer Kuh den Betrieb Beyeler besuchte. Denn aus seiner Kuh Stadel Baloma stehen aktuell mehrere KB-Stiere im Angebot. Beeindruckend war, wie sich die über 14 Jahre alte Stadel Baloma noch immer präsentiert. Über ihre Söhne Cool und Edison prägt sie die Zucht der mittelgrossen und funktionellen Kuh. Denn bei der Rasse Swiss Fleckvieh sind sie beide nach dem Swissindex (SWI) in den Top Ten und somit in der Stierenempfehlung der IG Neue Schweizer Kuh.


Andreas Häberli, Inforama
Michael Schwarzenberger, BBZ Arenenberg




« zurück zur Übersicht