Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Die fenaco im Dienst der Landwirtschaft

Ausgabe Nummer 27 (2014)

21. ordentliche Delegiertenversammlung der fenaco

120 Millionen Franken mehr hat die fenaco 2013 den Schweizer Landwirten für deren Produkte bezahlen können. Das zeigte Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung, an der Delegiertenversammlung der Genossenschaft im Berner Kursaal auf. Erfreut nahmen die Vertreter der 240 Mitglied-Genossenschaften von der positiven Umsatzentwicklung Kenntnis. Sie bestätigten den Präsidenten und die bisherigen Mitglieder der Verwaltung in ihrem Amt und folgten deren Antrag, die Anteilscheine der Mitglied-Landi unverändert mit 6 Prozent zu verzinsen.

«Die fenaco steht im Dienst der Landwirtschaft», sagte Lienhard Marschall, Präsident der Verwaltung, am 25. Juni 2014 in seiner Eröffnungsrede an der gut besuchten Delegiertenversammlung der Genossenschaft im Kursaal Bern. Mit ihren 80 Bereichen und Tochtergesellschaften stelle sie nicht nur die elementarsten Produktionsmittel wie Saat- und Pflanzgut, Dünger, Futtermittel oder Landmaschinen zur Verfügung, sondern sei auch in der Veredelung und Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse eine starke und verlässliche Partnerin der Schweizer Landwirtschaft. «In den letzten Jahren haben wir viel Geld zur Erneuerung der Infrastrukturen für Produktübernahme, Aufbereitung, Verarbeitung und Logistik investiert», betonte Marschall. Dank dieser Innovationen erbringe die fenaco eine Topleistung, die langfristig alle Marktpartner überzeugen werde.

Erstmals über 6 Milliarden Franken Umsatz
Interessiert und erfreut über das Umsatzwachstum verfolgten die Delegierten der 240 Mitglied-Genossenschaften die Ausführungen von Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung. In seinem Lagebericht zeigte er auf, dass die fenaco 2013 trotz widriger Wetterbedingungen weiter gewachsen ist. Der Umsatz stieg in allen vier strategischen Geschäftsfeldern an und erhöhte sich um 6,1 Prozent auf 6,029 Milliarden Franken. Vom Mehrumsatz von nahezu 350 Millionen Franken entfielen über 120 Millionen auf höhere Rohstoffpreise, die die fenaco an ihre Mitglieder, die Schweizer Bäuerinnen und Bauern, in Form von höheren Abnahmepreisen für Früchte, Gemüse und Kartoffeln sowie für Schlachtvieh und Eier weitergeben konnte.
In seinem Ausblick 2014 wies Keller darauf hin, dass das schöne Frühlingswetter den Landwirten beste Bedingungen für die Aussaat und Pflanzung verschaffte und der fenaco Genossenschaft erfreuliche Umsätze im Haus- und Gartenbereich, aber auch in der Lebensmittelindustrie und im Bereich Agrar bescherte. Der anhaltenden negativen Tendenz bei der Margenentwicklung begegne die fenaco, indem sie ihre Marktposition weiter ausbauen, die Kosten im Griff behalten und weiterhin in hochautomatisierte, effiziente Infrastrukturen investieren werde.

196 neue Arbeitsplätze geschaffen
Laut den Ausführungen von Finanzchef Daniel Zurlinden entwickelte sich der Bruttogewinn der fenaco im Geschäftsjahr 2013 von 1,199 Milliarden Franken positiv (+ 1,8 Prozent) und knüpfte damit nahtlos an die Resultate der Vorjahre an. Um ihn auf diesem Niveau halten zu können, waren erneut mehr Mengen umzusetzen und mehr Arbeitsleistung zu erbringen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 196 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten hat sich um 2,2 Prozent auf 9130 Mitarbeitende erhöht. Das erzielte Unternehmensergebnis liegt mit 51 Millionen Franken knapp 10 Millionen unter dem Vorjahr, kann laut Zurlinden angesichts des harten Wettbewerbs, des anhaltenden Margendrucks und der schwierigen Witterungsverhältnisse im ersten Halbjahr sowie der etwas höheren ausserordentlichen Aufwendungen jedoch als zufriedenstellend bezeichnet werden.

Alle Verwaltungsmitglieder im Amt bestätigt
Die Delegierten folgten dem Antrag der Verwaltung, die Anteilscheine der Mitglied-Landi unverändert mit 6 Prozent zu verzinsen, was eine Ausschüttung von 8 Millionen Franken erlaubt. Beim Traktandum Wahlen wurde die bisherige Verwaltung, die aus 12 praktizierende Landwirten und insgesamt 18 Mitgliedern besteht, in ihrem Amt ohne Gegenstimmen bestätigt, unter ihnen auch die Vizepräsidenten Simon Mahrer und Guy Parmelin sowie Präsident Lienhard Marschall. Er wird 2015, nach 12 Amtsjahren, aufgrund der statutarischen Bestimmungen altershalber zurücktreten. Bereits dieses Frühjahr nominierte die Verwaltung der fenaco ihr langjähriges Mitglied Pierre- André Geiser für die Nachfolge als Präsident der fenaco Genossenschaft. Die Wahlempfehlung an die Delegiertenversammlung vom Juni 2015 erfolgte vorausschauend und nach vorheriger Erstellung eines detaillierten Anforderungsprofils, dem Pierre- André Geiser als gelernter und praktizierender Landwirt mit Führungserfahrung in verschiedenen landwirtschaftlichen Organisationen sowie in der lokalen und kantonalen Politik perfekt entspricht.

Joint Venture mit ZG Raiffeisen eG für Einkauf und Logistik
Im Anschluss an den statutarischen Teil der Delegiertenversammlung stellte Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen eG, Karlsruhe, seine Genossenschaft und die vielen Parallelen vor, die diesen mit der fenaco verbinden. In seinem Referat kam er auch auf die Raiffeisen-Märkte zu sprechen, die viele Gemeinsamkeiten mit den Schweizer Landi- Läden haben. Glaser lobte die langjährige Zusammenarbeit mit der fenaco in den Beschaffungsmärkten und kam auch auf das Projekt der geplanten Logistikplattform im südbadischen Lahr zu sprechen. fenaco und ZG Raiffeisen haben dort ein Grundstück von 130 000 m2 gekauft und ein Joint Venture zum Bau und Betrieb einer Logistikplattform gegründet. Das Ziel der Aktivitäten an diesem verkehrstechnisch günstig gelegenen Knotenpunkt Europas ist die Stärkung des gemeinsamen weltweiten Einkaufs sowie der Logistik von Produkten für die Mitglieder der Handelsgenossenschaft «Intercoop House & Garden » (IHG). Für Landkauf und Bau der ersten Ausbaustufe ist ein Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro geplant. Am Joint Venture mit Sitz in Deutschland sind die fenaco mit 74 und die ZG Raiffeisen mit 26 Prozent beteiligt.
Ewald Glaser zeigte sich überzeugt, dass die neue «LahrLogistics House & Garden GmbH», so der Name des Joint Venture, die Leistungsfähigkeit der Raiffeisen Märkte in Deutschland, der Landi-Läden in der Schweiz und der übrigen Verkaufskanäle der europäischen Mitgliedsverbände nachhaltig stärken wird.


fenaco-Infostelle, Bern,
www.fenaco.com




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