Ausgabe Nummer 13 (2004)

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Die «Ära Widmer» geht zu Ende

Thurgauer Obstverband wählt Edwin Huber zum Präsidenten
 
Die «Ära Widmer» geht zu Ende
 
Nach bald 13 Jahren als Präsident des Thurgauer Obstverbandes übergab der Altnauer Peter Widmer am Donnerstag letzter Woche sein Amt an Edwin Huber aus Neukirch. Die Delegiertenversammlung in Berg stimmte der Wahl Hubers einstimmig zu.
 
Peter Widmer (links) übergibt das Präsidentenamt nach bald 13 Jahren an Edwin Huber. (hil)
 

In unbeschwertem Rahmen fand am Donnerstag letzter Woche im Landgasthof Post in Berg die Delegiertenversammlung des Thurgauer Obstverbandes (TOV) statt, nichts ahnend, welche Meldung am Tag darauf die Delegierten und Vorstandsmitglieder erschüttern wird. In gewohnt ruhiger Weise führte Präsident Peter Widmer durch den Abend. In seinen Begrüssungsworten drückte er seine Freude darüber aus, dass es nun geglückt sei, den Obsthandel in das von den Produzenten ausgearbeitete Preisbildungssystem einzubinden. «Noch sind nicht alle Detailfragen geklärt, doch das System dürfte ab der Ernte 2004 zur Anwendung kommen», hielt Widmer fest.

Ein Sport-Seilzieher
Erst nach langem Hin und Her, so erklärt TOV-Präsident Peter Widmer, habe Edwin Huber zugesagt, sein Nachfolger im Amt zu werden. Der Neukircher Edwin Huber, TOV-Vorstandsmitglied und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Thurgauer Obstproduzenten (THURO), werde von der Basis getragen, leitete Widmer die Wahl seines Nachfolgers ein. Diskussionslos und mit allen 21 Delegiertenstimmen wurde Huber dann zum neuen TOV-Präsidenten gewählt. Die verbleibenden elf Vorstandsmitglieder wurden bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Rolf Kolb aus Engishofen. Der frisch gewählte Präsident dankte den Delegierten fürs Vertrauen. Als einstmals aktiver Sport-Seilzieher sei es ihm bewusst, dass es jemanden braucht, der neben dem Seil steht und den Takt angibt. Ebenso wichtig sei aber ein gutes Team, das zusammen kräftig in eine Richtung zieht. Er zeigte sich überzeugt, dass sich dann Erfolg einstelle.

«Ein wunderbarer Präsident»
Bruno Hugentobler, Leiter Fachstelle Obst- und Rebbau, oblag es dann, den scheidenden Präsidenten gebührend zu würdigen. Am 13. Dezember 1991, anlässlich der Gründung des eigenständigen Thurgauer Obstverbandes, wurde Peter Widmer zum Präsidenten gewählt, damals Mitglied des Leitenden Ausschusses des Thurgauer Bauernverbandes. Er habe damals sogar auf ein Grossratsmandat verzichtet, in das er hätte «nachrutschen» können. «Peter Widmer war ein wunderbarer Präsident», erklärte Bruno Hugentobler. Er habe weitsichtig agiert und immer auch ein Gehör für die Anliegen anderer gezeigt. Hermine Hascher, Geschäftsführerin des Thurgauer Bauernverbandes, sprach Peter Widmer für sein langjähriges, unermüdliches Engagement zu Gunsten der Thurgauer Landwirtschaft und des Obstbaus ein herzliches Dankeschön aus. Als «Ehrenamt» wird Peter Widmer weiterhin OK-Präsident der Wahl zur Thurgauer Apfelkönigin bleiben, worüber er sich sichtlich freute.

Diskussion über SOV-Beitragssystem
Anlässlich der Versammlung wurde über den Stand der Arbeiten zu einem neuen Beitragssystem für den Schweizerischen Obstverband (SOV) informiert. Angestrebt wird ein Wechsel von mengenbezogenen Verbandsbeiträgen zu flächenbezogenen. Grundsätzlich hätten sich die Produzenten aus den drei Hauptanbaugebieten Wallis, Waadt und Thurgau auf ein neues System geeinigt. Allerdings seien nun die Walliser wieder auf ihren Entscheid zurückgekommen. Die Diskussionen gingen nun weiter, klar sei jedenfalls, dass in diesem Jahr noch nach dem alten System abgerechnet wird. SOV-Direktor Bruno Pezzatti, der an der Versammlung in Berg teilnahm, begrüsste die Diskussionen um das Beitragssystem grundsätzlich, auch wenn er sich einem Systemwechsel gegenüber skeptisch zeigte. Er befürchtet bei einem Wechsel auf flächenbezogene Abrechnung, dass die Beiträge zurückgehen. Nach dem Systemwechsel im Beerenbau seien dort rund 20 Prozent weniger Gelder geflossen. (hil)

 
 
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