Ausgabe Nummer 7 (2009)

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Die Milchmenge muss runter, aber wie?

Wenn diese an sich banale Frage einfach zu beantworten wäre, könnte manches Problem rasch gelöst werden? Tatsache ist, dass sich die Milcheinlieferungen weiter auf hohem Niveau bewegen und sich auf das Frühjahr mit der Saisonalität keine Entspannung abzeichnet. Als dramatisch muss die Lage auf dem Buttermarkt mit den übervollen Lagern bezeichnet werden. Eine Verkettung mehrerer Ursachen hat dazu geführt: 7 Prozent mehr Milch im letzten Jahr, Reduktion Fettgehalt auf UHT-Milch, Mehrmengenprojekte, bei denen das Fett in der Schweiz bleibt, zum Teil massive Einschränkung der Sortenkäse mit entsprechend hohen Rahmablieferungen, falsche Produktionsanreize durch die Interventionen.

Das am runden Tisch unter Führung des SBV beschlossene Massnahmenpaket unter Einbezug des Bundes und der ganzen Branche dient als Feuerwehrübung, um den Fettmarkt zu entlasten. Der Haken dabei ist einmal mehr, dass falsche Produktionsanreize gegeben werden, der schwarze Peter hin- und her geschoben wird und letztlich bei uns Produzenten hängen bleibt. So wie die Basis über die vielen PO und PMO «organisiert» ist, besteht Gewähr, dass die Marktkräfte weiterhin gnadenlos durchschlagen. Der Druck lastet durch einseitige Vertragskürzungen auf den grossen PO. Preiserhebungen im Januar zeigen Differenzen von rund 6 Rp. zwischen PO und PMO, Tendenz zunehmend.

Was ist zu tun?
Realistisch gesehen steht der Milchmarkt kurz vor dem Kollaps. Es gibt aus meiner Sicht drei Handlungsachsen, um das zu verhindern: Die Phase der Retourkutschen aus dem Milchstreik muss beendet werden. Die ganze Branche, vom Stall bis zum Ladentisch, muss Verantwortung für den Gesamtmarkt übernehmen, um das Chaos zu verhindern. Zweitens müssen die beschlossenen Massnahmen des runden Tisches als Notmassnahmen greifen, das heisst, dass alle Milchmengen schon jetzt segmentiert werden und zusätzlicher Druck auf die B- oder Börsenmilch beschränkt bleibt. Drittens, und das ist das wichtigste, die Milchmenge muss runter! Die Verantwortung dafür liegt natürlich bei jedem einzelnen, aber der Druck und der Wille dazu muss in den einzelnen Organisationen von der Basis her aufgebaut werden. Ein Lichtblick ist, dass dies erstmals geschieht, so an der DV der ZMP und an einer Lieferantenversammlung der PO Ostschweiz.

Der Mensch wird grundsätzlich als Egoist geboren, was ihn aber nicht hindern soll, intelligent zu handeln!

Ruedi Schnyder, Ellighausen, Präsident Thurgauer Milchproduzenten