Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Die nächste Kontrolle kommt bestimmt!

Ausgabe Nummer 42 (2016)

Die Direktzahlungen machen auf den meisten Bauernhöfen einen beachtlichen Anteil am Einkommen aus. Da der Staat nicht einfach so Geld verteilen kann, sind gewisse Kontrollen unumgänglich.

Die Verordnung über die Koordination auf Landwirtschaftsbetrieben (VKKL) regelt die allgemeinen Anforderungen an die Kontrollen von Betrieben. So müssen zehn Prozent der Kontrollen unangemeldet stattfinden. Grundsätzlich soll jeder Betrieb, sofern er keine Mängel, Betriebsumstellungen oder ausserordentliche Ereignisse auf dem Betrieb hat, nur alle vier Jahre getestet werden. Inzwischen gibt es aber rund zehn verschiedene staatliche Programme, dazu kommen noch alle privaten Labels, sodass der Betriebsleiter mit jährlich einer oder mehreren Kontrollen leben muss. Logischerweise werden pflanzenbauliche Kontrollen eher im Sommer, tierproduktionsspezifische Kontrollen im Winterhalbjahr durchgeführt.

Alle relevanten Infos sind im Netz verfügbar
Die aktuellen Kontrollfragen, die der Kontrolleur zu einem bestimmten Auftrag auf seinem Tablet (Computer) beantworten muss, können über die Suchmaschine «Google» mit dem Suchbegriff Acontrol oder auf der Homepage des VTL heruntergeladen werden.

GOOGLE; Suchanfrage «Acontrol»
Vorschlag: Kontrollen/Acontrol-Agate-Portal wählen, in der «PDF-Datei mit allen Kontrollrubriken 2016» Kontrollfragen der gewünschten Kontrolle ansehen. Ebenso können alle Tierschutz-Kontrollhandbücher der wichtigsten Tierarten so konsultiert werden: z. B. GOOGLE; Tierschutz-Kontrollhandbuch Rinder

Aus der Schule geplaudert
Einige Kontrollpunkte, die immer wieder bemängelt werden:
baulicher Tierschutz
– Liegeboxen (Bugholz, Einstreuqualität)
– Höhe Krippholz
– Pferdeboxen-Höhe
– Sitzstangen Legehennen
– Lichtverhältnisse Schweine

Tierschutz qualitativ
– Pflege und Sauberkeit beim Rindvieh
– Beschäftigung Schweine
– Pflege und Tierbehandlung Schweine
– Wasser Kälber
– Auslauf Pferde
– Kuhtrainer
– fehlende Sozialkontakte

BTS
– Füttern oder Tränken im Liegebereich
– Zulassung von Liegemattenfabrikaten

RAUS
– Laufhof ist überdacht oder hat Schattennetz
– Laufhofskizze nicht aktuell
– zu wenig Weidefläche

Zu guter Letzt
Wird auf einem Betrieb ein Mangel festgestellt, hat das nicht unverzüglich eine Busse zur Folge. Die Kontrollstelle (KOL) leitet die Ergebnisse ans kantonale Landwirtschaftsamt oder Veterinäramt weiter. Diese geben auf jeden Fall dem Betriebsleiter noch einmal die Chance, sich zum Vergehen zu äussern. Erst nach gründlicher Überprüfung durch die Vollzugsstelle wird dann eine Busse ausgesprochen, diese kann aber schnell ein paar hundert Franken ausmachen. Grundsätzlich hat der Betriebsleiter immer die Möglichkeit, eine zweite Kontrolle zu verlangen.


Bruno Ottiger,
Lehrer und Berater für Tierhaltung am Arenenberg




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