Ausgabe Nummer 23 (2007)
Die PMO Gourmino Plus setzt auf Synergien
Ziel: Marktangepasste Mengen produzieren
Die PMO Gourmino Plus orientiert sich auch im neuen Milchjahr am Markt und will für Milchproduzenten und -verarbeiter ein verlässlicher Partner sein.Hans Baumann, Präsident der PMO Gourmino Plus, hielt an der 3. ordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch, 30. Mai 2007, im grossen Saal des Restaurants Titanic in Amriswil, Rückblick auf die bisherige gute Entwicklung der PMO. Nach kurzer Vorbereitungszeit gründeten am 17. Oktober 2005 130 Milchproduzenten und 17 Milchverarbeiter die Organisation PMO Gourmino Plus. Der Verein bezweckt die Förderung der Vereinsmitglieder bei der silofreien Milchproduktion sowie der gewerblichen Verarbeitung der Milch zu hochwertigem Emmentaler, Gruyère, Appenzeller und Tilsiter. Mit 19 Verarbeitern, etwa 192 Milchproduzenten und 28 bis 30 Millionen Liter Milch startet die PMO ins neue Milchjahr. Hans Baumann betonte, dass der Verein auch künftig die Selbstständigkeit der einzelnen Genossenschaften wahren und trotzdem weitere Synergien, zum Beispiel in Milchaustausch und Milchkaufverträgen, realisieren will.An der GV wurde der Aufnahme von zehn neuen Mitgliedern, die seit 1. Mai die PMO mit Milch beliefern, zugestimmt. Zur Mengensituation der PMO: Ernst Oettli, Geschäftsführer, bezifferte diese auf rein geschätzte 26,5 Millionen kg/Jahr. Mit Zusatzkontingenten und Mehrmengen gibt das Lieferrechte von 28 bis 30 Millionen kg/Jahr.
Mehrmengenprojekt bereits bewilligt
Die SO Emmentaler hat Mengenbeschränkungen erlassen: Vorgesehen ist, dass die Käser zwischen Mai bis August die Produktion zwei bis zweieinhalb Wochen einstellen. Ernst Oettli sieht die Massnahmen, welche Ordnung auf dem Markt bringen sollen, nicht pessimistisch: Erstmals gebe es ein vertrauenswürdiges System der Mengenbeschränkung. Hans Baumann thematisierte das Mehrmengenprojekt, welches der Verein beim BLW einreichte. Es ist bereits bewilligt, begründet auf die Exporttätigkeit, und wird für 70 Rp./kg Milch an die Produzenten abgegeben. Er stellte fest, dass Mehrmengen zu häufig das Kriterium sind, an welchem Organisationen gemessen werden. Die PMO hat das Mehrmengenprojekt mit genug Spielraum für die Organisation eingereicht. Es ist begründet auf die Exporttätigkeit. Hans Baumann:«Wir fühlen uns verpflichtet, das vom BLW in uns gesetzte Vertrauen zu wahren. Mehrmengen gehen nicht in die Milchpulverproduktion, sondern sind für Verarbeiter und Produzenten die Chance, innovative Nischenprodukte zu fördern.» Langfristiges Ziel der PMO ist es, einheitliche Konditionen zu schaffen. In einer Schlussdiskussion reagierten die meisten Produzenten mit ablehnender Haltung auf die Frage, ob sie bereit wären, für ein weiteres Mehrmengenprojekt einen tieferen Milchpreis (bis 10 Rp./100 kg) in Kauf zu nehmen.Zudem lehnten sie einheitliche Milchkaufkonditionen vorerst ab.
Isabelle Schwander

Der Geschäftsführer der PMO, Ernst Oettli (links), und Hans Baumann, Präsident der PMO, wollen, dass Milchproduzenten und -verarbeiter die «Zukunft Milch» gemeinsam meistern. (Isabelle Schwander)
