Ausgabe Nummer 40 (2003)

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Die richtige Pflege meiner Lederwaren

Pflege rund um Textilien
 

Die richtige Pflege meiner Lederwaren

 
Vor dem ersten Gebrauch
Anwendung von Lederbalsam, Emulsionscreme oder Imprägnierschutz vor dem ersten Tragen ist zu empfehlen. Bei der Auswahl des Mittels ist auf die Umwelt und auf die Vielseitigkeit bei der Anwendung zu achten. Beim Kauf von Lederware am besten den Hersteller und/oder Verkäufer/in in den Läden nach der ersten Reinigung fragen.

Tipps zur allgemeinen Pflege
– Schuhspanner für eine schönere Form der Schuhe anwenden
– Zeitungspapier zum Trocknen für nasse Schuhe
– Leder ist hitzeempfindlich, das heisst Ledergegenstände nicht in die Nähe eines Heizkörpers stellen für schnelleres Trocknen
– Schweiss schadet dem Leder, das heisst Schuhe nicht barfuss tragen oder stark schwitzende Hände ständig an den Taschen halten
– neu gekaufte Kleider im Geschäft imprägnieren lassen (gehört zum guten Service von teuren Lederbekleidungen)
– Reinigungsempfehlungen kennen und beachten
– Fette, Speiseresten, Getränke grossflächig mit Kaltwasser abtupfen und evtl. sogar Kalkseife verwenden
– Kugelschreiberflecken mit Klebestreifen und Radiergummi entfernen

Feines Glattleder: (Möbel, Handtaschen, Koffer, Kleider, Schuhe)
– mit feuchtem Lappen abstauben oder mit feiner Bürste abreiben

Lederpflegemittel:
Emulsionscreme/Schuhcreme

farbig (Wachse, Lösungsmittel, Wasser, Farbstoffe, Silikon, Jojobaöl)
Spezialmittel für feines Leder meistens farblos (Wasser, Lösungsmittel, Emulgatoren, Parfum, Pflegestoffe) z. B.: Hesalin, Centralin, Neutra, Vepolin
Glanzschwamm (Silikon, Pflegestoffe, Parfum) zum Beispiel: Rapi Brillant
Lederbalsam farblos (Lanolin, ohne Silikon, keine Lösungsmittel), nicht geeignet für Taschen, Möbel und Kleider. z. B. Hara
– mit feinem Lappen polieren
– evtl. Imprägnierungsmittel  (Lösungsmittel, Fluor, Silikon, Treibgas) oder Selbstglanz (Wasser, Lösungsmittel, Pflegestoffe, Emulgatoren, Farbstoffe, Parfum, Konservierungsmittel) z. B.: Woly Lac, KIWI anwenden
Reinigung von Lederhandschuhen
Handschuhe anziehen und mit Feinwaschmittel oder Seifenwasser bei 30 °C sorgfältig waschen (beim letzen Waschgang Glycerin beigeben, der Handschuh bekommt so seinen natürlichen Glanz und wird nicht spröd). Handschuhe ausstopfen zum Trocknen (Handschuh leicht kneten, damit die natürliche Struktur des Leders ersichtlich bleibt). Am Schluss imprägnieren.

Grobes Glattleder: (Reitartikel, Arbeitsschuhe und gröbere Alltagsschuhe, Schultaschen)
– mit feuchtem Lappen abstauben oder mit feiner Bürste abreiben, evtl. mit Kernseifen- Glycerin- oder Lederseifenschaum &Mac222; Lederseife reinigt und pflegt)
– Seifenresten mit einem Lappen trocknen
– evtl. Lederpflegemittel anwenden:
Juchtenfett (Fett, Öl, evtl. Farbstoff) für Militär- und Arbeitsschuhe
Sportcreme (Fett, Lösungsmittel, Wachse, Farbstoff) für Alltags- und Winterschuhe
Wichse (Lösungsmittel, Wachse, Farbstoff) für Alltags- Winter- und Kinderschuhe
-> polieren und Nachbehandlung wie feines Leder

Lackleder: (Schuhe, Handtasche)
– nach jedem Tragen mit einem Lappen den Staub abwischen
– mit Mikrofasertuch oder Nylonstrumpf polieren
– Lackschuhe vor Kälte schützen
-> Risse)

Wildleder: (Möbel, Kleider, Schuhe)
– Möbel mit Staubsauger reinigen
– aufrauen mit Gummi, Bürste oder Schmirgelpapier
– hartnäckiger Schmutz mit Feinwaschmittelschaum oder Spezialreiniger für Veloursleder anwenden -> immer ganze Fläche reinigen, um keine Spuren zu hinterlassen)
– evtl. Lederpflegemittel für Velours anwenden

Alcantara: (Möbel, Innengestaltung, Kleider)
– Alcantara sieht aus wie Wildleder, ist jedoch billiger und pflegeleichter
– es ist ein Synthetikgewebe aus 60% Polyester und 40% Polyurethan
– Alcantara kann in der Maschine als Feinwäsche gewaschen werden, jedoch ohne Schleudern
– Polstermöbel können sehr gut abgesaugt oder mit einem leicht feuchten Lappen abgerieben werden
– ist sonnenempfindlich
– bügeln nur mit einem Einlagetuch, evtl. nur aufrauen mit einer Bürste nötig
– Flecken mit Wasser, Kernseife oder Feinwaschmittelschaum behandeln
-> Lamous ist dasselbe wie Alcantara, nur ohne Gewebe, deshalb weniger formstabil.

Trageigenschaften und Pflegetipps der Fasern
Wolle:

– gibt sehr warm
– kann Feuchtigkeit in Form von Dampf/Dunst aufnehmen
– Wasser perlt jedoch ab
– kann auf blosser, empfindlicher Haut beissen
– nicht aufhängen, nur auslegen, damit die Form bleibt
– nicht zu fest reiben oder zu heiss waschen = verfilzt

Seide:
– ist temperaturausgleichend
– man schwitzt leicht mit Seidenbekleidungen
– die Seide ist nicht lichtecht, also nicht an der Sonne trocknen lassen
– feucht aufhängen


Baumwolle:
– kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne nass auszusehen, ideal für Sportbekleidung
– sehr pflegeleicht, jedoch nicht nass rumstehen lassen, knittert stark
– neue Wäsche kann beim Waschen eingehen
– Vorsicht bei Eingefärbtem

Leinen:
– ist sehr kühl zum Tragen, trotz der Dicke des Stoffes
– sehr pflegeleicht, ist jedoch anfällig auf Knitterung

Acetat (der Seide ähnlich):
– elastischer Stoff, ideal für anliegende Bekleidung
– trocknet schnell
– nimmt wenig Feuchtigkeit auf, nicht geeignet für starke Schwitzer
– Vorsicht mit Nagellackentferner
– hitzeempfindlich = niedrig bügeln, wenn nötig


Viskose (der Baumwolle ähnlich):
– weich und hautsympatisch
– schnelle und hohe Feuchtigkeitsaufnahme
– pflegeleicht

Modal (verbesserte Viskose):
– hautsympatisch
– atmungsaktiv
– ungefärbte Modalfaser kann gekocht werden

Cupro (verbesserter Acetat):
– hautsympatisch
– weich, formstabil
– atmungsaktiv
– schnelle und hohe Feuchtigkeitsaufnahme
– Gegenstand auf unterer Seite bügeln

Polyester (alle synthetischen Fasern):
– gute Wärmerückhaltung
– Falten bleiben dauerhaft, ideal für Buntfaltenhose oder Jupe
– langlebige Kleider
– problemlos zum Waschen
– tumblern auf Stufe 1


Elasthan (Gummi, Elastik):
– hohe Bewegungsfreihit
– unempfindlich gegenüber Sonne, Schweiss, Öl und Kosmetik
– pflegeleicht
– rasch trocken

Mikrofaser (Synthetik):
– reguliert die Körpertemperatur
– nimmt Schweiss auf und speichert
– ohne Bleichmittel und nicht mit anderen Materialien waschen

LBBZ Arenenberg, Sandra Kuster, Hauswirtschaftslehrerin BHS
 

Der Wochenwitz am Tisch
Der Lehrer fragt im Religionsunterricht: «Wann sind Adam und Eva aus dem Paradies verbannt worden?» «Im September!» Antwortet der kleine Patrick. «Und warum?» – «Vorher waren die Äpfel nicht reif.»

 
 
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