Ausgabe Nummer 26 (2003)

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Die Stimme der Berglandwirtschaft im Thurgau

40 Jahre Vereinigung Hinterthurgauer Bergbauern
 

 
Vor etwas mehr als 40 Jahren, Ende Februar 1963, gründeten einige Hinterthurgauer Landwirte die Vereinigung Hinterthurgauer Bergbauern. An der Delegiertenversammlung von heute Abend in Fischingen feiert die Vereinigung ihren runden Geburtstag. Im Zentrum der Vereinsaktivitäten steht nach wie vor die Interessenvertretung; immer wichtiger geworden in den letzten Jahren ist allerdings die Öffentlichkeitsarbeit, wie Präsident Köbi Hug aus Matt-Oberwangen feststellt.
  
«Wir freuen uns über die Gründung dieser Vereinigung und hoffen, dass ihr eine segensreiche Tätigkeit zu Nutz und Frommen unserer hinterthurgauischen Bergbauern beschieden sein möge», schrieb der Thurgauer Bauer anlässlich der Gründung des Vereins Hinterthurgauischer Bergbauern Ende Februar 1963.
Tatsächlich hat der Zusammenschluss der Bergbauern aus der Berg- und Hügelzone im Tannzapfenland in den letzten vierzig Jahren nicht nur das «-ische» aus dem Namen verloren, sondern er hat sich zu einer unüberhörbaren Stimme der Berglandwirtschaft im Flachlandkanton Thurgau entwickelt. Zuletzt stellten die Bergler aus den Gemeinden Fischingen und Bichelsee-Balterswil ihre «Schlagkraft» im Feb-ruar am «Fest zur Resolution» Anfang Februar unter Beweis, als sie sich ebenso stilvoll wie nachhaltig für eine pragmatische Regelung des Gülle-Austrags im Winter einsetzten. Bereits in den Gründungstatuten von 1963 steht der Selbsthilfegedanken im Zentrum des Zweckartikels. Dies hat sich auch bei der letzten Statutenrevision vor drei Jahren nicht geändert, wie Köbi Hug aus Matt-Oberwangen festhält. Hug ist der vierte Präsident der Hinterthurgauer Bergbauern. «Zusammen hat man einfach mehr Gewicht, ob in Bern, Frauenfeld oder in den Gemeinden», meint auch Hennes Rupper aus Brengrüti-Bichelsee, der dem damaligen Gründungsvorstand angehörte.

Anerkennung als Berglandwirtschaft
Mit der Gründung des Vereins setzten sich die damals gut 50 Mitglieder dafür ein, dass die Hinterthurgauer Bergbauern in der Bergzone I ebenso in den Genuss der damals neu ausgerichteten Betriebsbeiträge kamen wie ihre Bündner oder Berner Oberländer Kollegen. «Mit der Ausschüttung der Betriebsbeiträge für erschwerte Produktionsbedingungen war eine obligatorische Weiterbildung verknüpft», erklärt Hennes Rupper. Ausser der obligatorischen Weiterbildung ? ursprünglich in den beiden Beratungsgruppen Au und Schurten organisiert ? zählte damals die gemeinsame Vereinsreise zu den wichtigen Anlässen der Hinterthurgauer Bergbauern. Ebenfalls zum Angebot gehörten verschiedene Bau- oder Holzerkurse und weitere Weiterbildungsanlässe. Der Verein Hinterthurgauer Bergbauern war von Anfang an Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für das Berggebiet (SAB), und auch beim Thurgauer Bauernverband vertreten die Hinterthurgauer ihre Interessen.

Öffentlichkeitsarbeit immer wichtiger
Weiterbildung ist zwar immer noch ein wichtiges Thema, immer stärker ist in den letzten Jahren dagegen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ins Zentrum der Vereinsarbeit gerückt. «Früher sind wir nicht so stark gegen aussen aufgetreten», stellt Hennes Rupper fest. Präsident Hug pflichtet ihm bei. «Statt der Vereinsreise organisieren wir heute jährlich einen Berggottesdienst, der für die ganze Bevölkerung offen ist. Zudem nehmen wir am Jahrmarkt in Fischingen teil und führen dort die &Mac220;Buurestube&Mac221;», zählt Hug einige die Aktivitäten in diesem Bereich auf. Der Stellenwert der Lebensmittel habe in den letzten Jahren ständig abgenommen, blickt Hennes Rupper zurück. Umso wichtiger sei es zu zeigen, «dass nicht alles schlecht ist, was wir machen», ergänzt Köbi Hug.
Ihr politisches Gewicht legten die Hinterthurgauer Bergbauern in der Vergangenheit häufig mit einem Grossrat aus den eigenen Reihen auf die Waagschale. Auch heute sitzt mit Marlies Mettler (CVP), Fischingen, eine Hinterthurgauer Bergbäuerin im Kantonsparlament. «Die Bergbauern und ihre Anliegen und Prob-leme werden ernst genommen», sagt Hug. Auch die Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft stimme, auch wenn man nicht immer in allen Punkten gleicher Meinung sei. «Wenn es in Frauenfeld bereits Frühling ist, haben wir im Tannzapfen halt noch Winter.» Dies dürfe man im Thurtal nicht vergessen. (hil)
   

«Produktion unter erschwerten Bedingungen» zeichnet viele Höfe im Hinterthurgau aus. Köbi Hug aus Matt-Oberwangen präsidiert die Vereinigung Hinterthurgauer Bergbauern mit 72 Aktivmitgliedern. (hil)

 
  
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