Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Die Thurgauer Bodenprobenaktion - aktuell in der Region Mittelthurgau

Ausgabe Nummer 29 (2015)

Bodenproben bringen Gewissheit über die Nährstoffversorgung und die Kalkreserven der Böden.
Ab sofort wird die Thurgauer Bodenprobenaktion in der Region «Mittelthurgau» (Bottighofen – Kemmental – Rothenhausen – Amlikon – Bissegg – Müllheim – Raperswilen – Salenstein (Karte Region A) angeboten. Die Landis dieser Region stehen als Sammelstellen zur Verfügung und bieten den Service bis April 2016 an. Sie sind mit dem nötigen Material ausgerüstet und nehmen die Bodenproben auch entgegen. Von dort werden die Proben monatlich durch das Labor Arenenberg abgeholt.

Gewissheit über Nährstoffversorgung
Bodenproben bringen Gewissheit über die Nährstoffversorgung und die Kalkreserven der Böden. Aufgrund der Versorgung des Bodens mit pflanzenverfügbaren Nährstoffen, kann die Düngung an den Pflanzenbedarf angepasst werden. Unterversorgungen und extreme Überversorgungen bei einzelnen Nährstoffen werden so vermieden.
Eine ausgewogene Düngung fördert das Pflanzenwachstum und verbessert die Qualität der Ernteprodukte (zum Beispiel weniger Kali-Überschuss im Wiesenfutter und damit weniger Probleme bei der Fruchtbarkeit des Milchviehs). Eine gezielte, auf die Bodenvorräte abgestimmte Düngung hilft, die Düngerkosten tief zu halten und die Hofdünger bedarfsgerecht zu verteilen.
Bodenproben zeigen, wie es um die Kalkversorgung und den pH-Wert der Böden steht. So wird zum Beispiel klar, ob für die Zuckerrüben oder die Rapssaat gekalkt werden muss. Durch rechtzeitige Kalkung kann der Versauerung entgegengewirkt und der pH-Wert im günstigen Bereich gehalten werden.

Bodenproben regelmässig erneuern
Damit die Düngerverteilung auf die einzelnen Parzellen optimiert werden kann, muss die Nährstoffversorgung des Bodens bekannt sein. Deshalb sind im ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) von allen Bewirtschaftungsparzellen, die grösser als eine Hektare sind, gültige Bodenproben (P, K) nötig. Davon ausgenommen sind Flächen mit Düngeverbot (zum Beispiel extensive Wiesen), wenig intensiv genutzte Wiesen sowie Dauerweiden. Mehrere nebeneinander liegende Grundstücke mit den gleichen Bodeneigenschaften und mit analoger Bewirtschaftung (Kultur, Düngung) können bei der Probenahme für Bodenanalysen zusammengefasst werden. Für den ÖLN sowie für Label und Garantiemarken sind die Proben mindestens alle zehn Jahre zu erneuern. Um die Veränderung und Entwicklung von Nährstoffversorgung und pH-Wert zu kennen, empfehlen die Forschungsanstalten und Fachverbände, die Bodenproben für die Düngungsplanung alle vier bis sechs Jahre zu erneuern.

Zeitpunkt der Probenahme
Der beste Zeitpunkt für die Entnahme der Bodenproben ist nach der Ernte der Kultur (Sommer bis Winter). Die Probenahme muss in jedem Falle vor einer allfälligen Düngergabe oder vor einem Weidegang erfolgen (oder nach einer Wartefrist von mindestens sechs Wochen).

Proben korrekt entnehmen
Um bei der Bodenuntersuchung brauchbare Resultate zu erhalten, muss in allen Bereichen, im Feld und im Labor, qualitätsbewusst gearbeitet werden. Bei den Probenahmen ist unbedingt sicherzustellen, dass sich eine gute und zutreffende Durchschnittsprobe für die Parzelle ergibt. Dies gilt auch dann, wenn diese verantwortungsvolle Tätigkeit an einen Lohnunternehmer ausgelagert wird und die Proben maschinell gestochen werden. Es lohnt sich, die Hinweise auf der Probeanleitung zu beachten (zum Beispielmindestens 20 senkrechte Einstiche, gut verteilt, mit richtiger Entnahmetiefe: Naturwiese 0 bis 10 cm, Kunstwiese und Acker 0 bis 20 cm, zerbröckelt und gut gemischt).

Analysen-Programme für öLN und Düngung
Acker- und Futterbau
– A1) Fühlprobe (Bodenart, Humus geschätzt),
         Kalktest, pH-Wert, P, K (pflanzenverfügbar, 
         CO2-Extrakt)                                 Fr. 32.– (exkl. MwSt.)
– A2) wie A1, mit Magnesium (pflanzenverfügbar)
                                                             Fr. 36.– (exkl. MWSt.)
Weitere Programme, auch für Spezialkulturen und Zusatzanalysen gemäss Auftragsformular

Zugelassen für öLN und empfohlen für Düngeberatung
Zur Qualitätssicherung unterzieht sich unser Bodenlabor alljährlich der Ringanalyse von Agroscope Reckenholz- Tänikon (ART). Seit ihrer Einführung 1996 wurde diese immer mit Erfolg bestanden. Dies bedeutet, dass unsere Analysen verlässlich und korrekt sind. Entsprechend ist unser Labor für ÖLN-Analysen vom BLW zugelassen und für Bodenanalysen zur Düngeberatung im Acker- und Futterbau und in den Spezialkulturen von den Forschungsanstalten Agroscope empfohlen.


BBZ Arenenberg,
Markus Weber, Gregor Affolter,
Telefon 071 663 32 35/15










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