Ausgabe Nummer 27 (2009)

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Die Thurgauer Energieinitiativen unterstützen die Zielsetzung des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTLG)

Das breit abgestützte überparteiliche Komitee «effizient und erneuerbar – natürlich Thurgau» (www.energieinitiativen-tg.ch) hat am Dienstag in Amriswil seine Energieinitiativen lanciert.

«Ziel der Initiativen sind mehr Investitionssicherheit und die spürbare Erhöhung der Fördersumme auf neu 20 Millionen bis 30 Millionen Franken. Das bereits heute sehr fortschrittliche Förderprogramm des Kantons Thurgau dient als solides Fundament, auf dem nun weitergebaut werden muss», sagte Josef Gemperle, Präsident des Inititativkomitees.

Verankerung in der Verfassung
Die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien soll neu in die Kantonsverfassung aufgenommen werden. Zudem fordert das Komitee Änderungen im Energienutzungsgesetz. So soll der Energiefonds von bisher 7 Millionen bis 10 Millionen auf 20 Millionen bis 30 Millionen Franken aufgestockt werden. Gespiesen werden soll der Fonds vor allem durch die Erträge aus Beteiligungen an Energiegesellschaften und nicht wie bisher vorwiegend aus allgemeinen Staatsmitteln. Ausdrücklich sollen auch Investitionshilfen gewährt werden für Elektrizität aus Neuanlagen, welche Sonnenenergie, Biomasse, Geothermie und natur- und landschaftsverträglich gewonnene Wasserkraft verwenden.

Schlüsselrolle der Thurgauer Landwirtschaft
«Eine Schlüsselrolle nimmt die Thurgauer Landwirtschaft ein bei der möglichen Nutzung der in unserem Kanton vorhandenen dezentral gelegenen Energiepotenziale an erneuerbarer Energie», sagt Andreas Binswanger, Präsident Verband Thurgauer Landwirtschaft. So gehört die Thurgauer Landwirtschaft in der Schweiz zur Spitze in der Produktion von pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln. Die Graswirtschaft und der Futtergetreidebau in der Region produzieren zum grossen Teil die Futterbasis für Milchwirtschaft, Fleisch- und Eierproduktion. Der Nährstoffbedarf der Kulturen wird zu einem erheblichen Teil aus den anfallenden Hofdüngern gedeckt. So liefert der Hofdünger (Gülle, Mist) die Grundlage für die Produktion von erneuerbarer Energie aus Biogasanlagen, deren Strom und Wärme sinnvollerweise im Verbund mit benachbarten Betrieben produziert wird. Das Endprodukt aus diesen Anlagen liefert wiederum ein qualitativ hochstehendes Ausgangsmaterial für die Wiederverwendung als wertvolle Dünger. Zudem verfügen die Betriebe der Thurgauer Landwirtschaft über genügend grosse und ideal ausgerichtete Dachflächen, um der Nachfrage an Fotovoltaikanlagen vollauf zu genügen. Nebst der landwirtschaftlichen Nützfläche bewirtschaften Thurgauer Bauernfamilien auch das klassische Beispiel an nachwachsendem Rohstoff mit einer weitgehend neutralen CO2-Bilanz, den Wald. Daher ist die energetische Nutzung des Restholzes unserer Wälder in regionalen Holzschnitzelheizungen und Blockheizkraftwerken auch ein zentrales Anliegen der Thurgauer Bauernfamilien.

Verband Thurgauer Landwirtschaft, Beat Zwahlen



Das Initiativkomitee vor der innovativen Wärmezentrale des Wärmeverbundes
«Egelmoos» in Amriswil. (zwb)
Das Initiativkomitee vor der innovativen Wärmezentrale des Wärmeverbundes «Egelmoos» in Amriswil. (zwb)