Ausgabe Nummer 29 (2006)
Die Thurgauer Saatzuchtgenossenschaft ist aufgelöst
Nach 88 Jahren ist die Thurgauer Saatzuchtgenossenschaft der Straffung der Organisationen zum Opfer gefallen.
Am 14. Juli 2006 beschlossen die Mitglieder anlässlich einer Schifffahrt auf dem Untersee die Auflösung der Organisation. Symbolisch trug ein überdimensionierter Ballon einen Getreidesack der TSG dem Himmel zu. Die TSG war nicht nur eine Genossenschaft, sondern auch eine Gruppierung von Bauernfamilien, die sich bei Reisen und jährlichen Züchterabenden auf einem Betrieb eines Mitgliedes trafen. Freundschaftliche Banden unter den Mitgliedern wurden geknüpft, die hoffentlich auch nach der Auflösung halten. Ein Beweis für die freundschaftlichen Beziehungen unter den Mitgliedern war die sehr geringe Mutation der Vorstandsmitglieder, waren doch in den 88 Jahren nur 4 Präsidenten und 3 Geschäftsführer im Amt.
Rückblick
Am 14. Juli 1918 hat die Pflanzenbaukommission des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler zur Gründungsversammlung ins Restaurant Krone in Weinfelden eingeladen. Dreissig interessierte Anwesende haben in der Folge die TSG gegründet.
Erster Präsident war Jakob Meili von Pfyn, erster Geschäftsführer Jakob Hugelshofer von Maltbach. Die Geschäftsführung blieb während den 88 Jahren in der Familie der Hugelshofer. Sie wurde zweimal an den jeweiligen Sohn Jakob weitergegeben. Als zweiter Präsident amtete Schuldirektor Lydi, der das Amt 1968 an Josef Hugentobler, Verwalter St. Katharinental, weitergab. Seit 1983 stand Kurt Baumann der Organisation vor. Von 1918 bis 1932 wurde das Getreide in Bürglen aufbereitet. Danach wurde es an der Reinigungsstelle in Weinfelden entgegengenommen. 1943 anlässlich des 25-jährigen Bestehens hielt Professor A. Volkart einen Vortrag über Getreidezüchtung im Beisein von hohen Gästen des Kantons und Bunds. 1950 begann der Siegeszug des Probus-Weizens. 1955 führte Professor Keller den Viren-Nachweistest für Kartoffeln ein. Anlässlich des 50-Jahr Jubiläums 1968 überbringt Regierungsrat Walter Ballmoos die Glückwünsche der Regierung. Gleichzeitig erfolgte der Präsidentenwechsel von Lydi auf Hugentobler. 1980 wurde die Annahmegosse in Weinfelden vergrössert. Die Fallzahl zur Bestimmung des Auswuchses wird eingeführt. 1988 wurde durch die TSG erstmals das Tausendkorngewicht auf die Etikette aufgedruckt. Damit war die Umstellung von Saatmenge nach Kilo/a auf Anzahl Körner/m2 eingeleitet. 1989 wurde erstmals Soja vermehrt, 1992 Winterhafer und Sommertriticale. 1993 wurde die Annahmestelle in Weinfelden geschlossen. Das Getreide musste ab diesem Zeitpunkt nach Winterthur ins Niederfeld zur Aufbereitung gebracht werden. 1993 feierte die TSG ihr 75jähriges Bestehen.
Am 14. Mai 2003 schlossen sich in Wülflingen die Thurgauer, Aargauer, Zürcher und Bündner Saatgutproduzenten zum Verein ?Ostschweizerische Saatgutproduzenten (OSP)? zusammen und haben damit die Auflösung der kantonalen Organisationen eingeleitet. Qualitativ hochstehendes Saatgut ist weiterhin gefragt. Dies umso mehr als bei IP Suisse, Swiss Garantie, und Swiss Premium der Einsatz von zertifiziertem Saatgut eine Voraussetzung ist. Damit ist auch die Saatgutvermehrung in Zukunft gesichert, auch ohne kantonale Organisationen.
Der letzte Präsident: Kurt Baumann
Am 14. Juli 2006 beschlossen die Mitglieder anlässlich einer Schifffahrt auf dem Untersee die Auflösung der Organisation. Symbolisch trug ein überdimensionierter Ballon einen Getreidesack der TSG dem Himmel zu. Die TSG war nicht nur eine Genossenschaft, sondern auch eine Gruppierung von Bauernfamilien, die sich bei Reisen und jährlichen Züchterabenden auf einem Betrieb eines Mitgliedes trafen. Freundschaftliche Banden unter den Mitgliedern wurden geknüpft, die hoffentlich auch nach der Auflösung halten. Ein Beweis für die freundschaftlichen Beziehungen unter den Mitgliedern war die sehr geringe Mutation der Vorstandsmitglieder, waren doch in den 88 Jahren nur 4 Präsidenten und 3 Geschäftsführer im Amt.
Rückblick
Am 14. Juli 1918 hat die Pflanzenbaukommission des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler zur Gründungsversammlung ins Restaurant Krone in Weinfelden eingeladen. Dreissig interessierte Anwesende haben in der Folge die TSG gegründet.
Erster Präsident war Jakob Meili von Pfyn, erster Geschäftsführer Jakob Hugelshofer von Maltbach. Die Geschäftsführung blieb während den 88 Jahren in der Familie der Hugelshofer. Sie wurde zweimal an den jeweiligen Sohn Jakob weitergegeben. Als zweiter Präsident amtete Schuldirektor Lydi, der das Amt 1968 an Josef Hugentobler, Verwalter St. Katharinental, weitergab. Seit 1983 stand Kurt Baumann der Organisation vor. Von 1918 bis 1932 wurde das Getreide in Bürglen aufbereitet. Danach wurde es an der Reinigungsstelle in Weinfelden entgegengenommen. 1943 anlässlich des 25-jährigen Bestehens hielt Professor A. Volkart einen Vortrag über Getreidezüchtung im Beisein von hohen Gästen des Kantons und Bunds. 1950 begann der Siegeszug des Probus-Weizens. 1955 führte Professor Keller den Viren-Nachweistest für Kartoffeln ein. Anlässlich des 50-Jahr Jubiläums 1968 überbringt Regierungsrat Walter Ballmoos die Glückwünsche der Regierung. Gleichzeitig erfolgte der Präsidentenwechsel von Lydi auf Hugentobler. 1980 wurde die Annahmegosse in Weinfelden vergrössert. Die Fallzahl zur Bestimmung des Auswuchses wird eingeführt. 1988 wurde durch die TSG erstmals das Tausendkorngewicht auf die Etikette aufgedruckt. Damit war die Umstellung von Saatmenge nach Kilo/a auf Anzahl Körner/m2 eingeleitet. 1989 wurde erstmals Soja vermehrt, 1992 Winterhafer und Sommertriticale. 1993 wurde die Annahmestelle in Weinfelden geschlossen. Das Getreide musste ab diesem Zeitpunkt nach Winterthur ins Niederfeld zur Aufbereitung gebracht werden. 1993 feierte die TSG ihr 75jähriges Bestehen.
Am 14. Mai 2003 schlossen sich in Wülflingen die Thurgauer, Aargauer, Zürcher und Bündner Saatgutproduzenten zum Verein ?Ostschweizerische Saatgutproduzenten (OSP)? zusammen und haben damit die Auflösung der kantonalen Organisationen eingeleitet. Qualitativ hochstehendes Saatgut ist weiterhin gefragt. Dies umso mehr als bei IP Suisse, Swiss Garantie, und Swiss Premium der Einsatz von zertifiziertem Saatgut eine Voraussetzung ist. Damit ist auch die Saatgutvermehrung in Zukunft gesichert, auch ohne kantonale Organisationen.
Der letzte Präsident: Kurt Baumann
