Ausgabe Nummer 16 (2008)

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Die vereinigten Milchbauern Mitte-Ost tagten in Illnau

Fusion macht sich bezahlt

Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von 2,487 Millionen Franken ab. Der SCM-Beitrag soll um 0,130 Rappen gekürzt werden.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln sei in den letzten Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden, stellte Hanspeter Kern, Präsident der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost, an der zweiten Delegiertenversammlung fest. Mit der Verwendung von Nahrungsmitteln für die Energieproduktion, der grossen Nachfrage nach qualitativ hochstehenden Lebensmitteln in China und Indien und den grossen Trockenheiten in Australien und Neuseeland habe sich die Lage in der Versorgung mit Lebensmitteln schlagartig verändert. Die Weltvorräte an Getreide liegen mit einer Reserve von nur noch drei Wochen auf einem historischen Tiefststand. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais und Reis hätten in mehreren Ländern Rekordhöhen erreicht. In Ägypten und Haiti sei es wegen der mangelnden Versorgung an Grundnahrungsmitteln zu politischen Unruhen gekommen. Plötzlich werde man sich auch in den Industrieländern wieder bewusst, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln keine Selbstverständlichkeit sei. Dieses veränderte Umfeld führe zweifellos dazu, dass das Ansehen der Nahrungsmittel und der Bauern steige und die Bevölkerung bereit sei, einen angemessenen Preis für Lebensmittel zu bezahlen, stellte Kern fest.

Einsparungspotenzial konnte umgesetzt werden
Geschäftsführer Andreas Ritter konnte eine äusserst positive Jahresrechnung präsentieren. Dies obwohl der Verwaltungskostenbeitrag des Bundes deutlich reduziert wurde, weil für die ausgestiegenen Milchbauern keine Entschädigung mehr ausgerichtet wird. Der Finanzertrag resultierte im Wesentlichen aus dem Verkauf der Aktien der Firma Pancosma AG, Genf. Diese Aktien wurden im Jahr 2000 für 10 Franken je Aktie übernommen. Der Verkaufspreis betrug je 120 Franken pro Aktie. Der Aufwand für Organe und Personal sowie der allgemeine Betriebsaufwand gingen um je 200 000 Franken zurück. Damit konnte nach Ritters Aussagen das Einsparungspotenzial, welches sich aus der Fusion ergeben hat, umgesetzt werden. Der Brandversicherungswert aller Liegenschaften betrage zurzeit 96,5 Millionen Franken. Wegen den ausserordentlichen Finanzerträgen resultierte ein Gewinn von 2,487 Millionen Franken. Die Delegierten folgten dem Antrag, diesen Gewinn dem Genossenschaftsvermögen zuzuweisen. Ein Delegierter kritisiert, dass mit dieser Zuweisung das Vermögen weiter geäufnet werde. Er beauftragte den Vorstand zu prüfen, ob in Zukunft solch hohe Gewinne nicht unter den Mitglieder verteilt werden sollten. In diesem Jahr würde dies pro Mitglied immerhin 300 Franken ausmachen.

Kritik an Switzerland Cheese Marketing AG
Vorstandsmitglied Christian Bruhin, Tuggen SZ, ist mit den Leistungen der Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) nicht zufrieden. Aus diesem Grund werde er an der SMP-Delegiertenversammlung beantragen, den SCM-Beitrag von 0,2 Rappen um 0,13 Rappen auf 0,07 Rappen zu reduzieren. SMP-Präsident Peter Gfeller wies darauf hin, dass das Exportvolumen im vergangenen Jahr um 6 Prozent zugenommen habe. Nach seiner Meinung wird nach dem definitiven Ausstieg aus der Milchkontingentierung im Mai 2009 die Angebotsbündelung und die Mengenführung an Bedeutung gewinnen. Gfeller betonte, dass die gesamte Branche an guten Lösungen interessiert sein müsse. Andreas Ritter bekräftigte, dass eine grosse Nachfrage nach Milch vorhanden sei. Wenn es gelinge, die noch anstehenden Probleme gemeinsam zu meistern, hätten die Milchproduzenten sicher gute Zukunftschancen.

Mario Tosato


Geschäftsführer Andreas Ritter sprach von
einer grossen Nachfrage nach Milch. (tos)
Geschäftsführer Andreas Ritter sprach von einer grossen Nachfrage nach Milch. (tos)