Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
2. November 2018


Die Walnussfruchtfliege

Ausgabe Nummer 44 (2009)

Mit der Walnussfruchtflliege Rhagoletis completa tritt ein weiterer, neuer Schädling auch in der Ostschweiz auf, nachdem diese Art 1986 im Tessin erstmals nachgewiesen werden konnte. Obwohl der Nussanbau keine wirtschaftliche Grösse darstellt, soll mit einem Monitoring an 70 Standorten, darunter auch zwei im Thurgau, geklärt werden, ob diese Art auch bei uns schon verbreitet auftritt. Hinweise dazu sind vorhanden. Eine Umfrage soll erste Hinweise auf die Verbreitung im Thurgau geben.

 

Verwandt ist die Walnussfruchtfliege mit der bekannten, etwas kleineren Kirschenfliege, welche die Maden in den Kirschen verursacht. Die Insekten und die Schäden gleichen sich denn auch entsprechend. Die Fliegen legen ca. 15 Eier pro Nuss in die noch grünen Schalen ab, ein Weib-chen kann bis zu 400 Eier ablegen. Mit der Eiablage wird auch ein Pheromon abgesetzt, welches die belegte Frucht für andere Fliegen kennzeichnet. Die tönnchenförmigen, gelbbräunlichen, fusslosen,  3-4 mm langen Maden ernähren sich vom Fruchtfleisch der Fruchtwand (weicher Teil der Schale), was zu  schwarzen, feuchten  und weichen Nussschalen führt, bei welchen die äusserste Hülle meist nicht tangiert ist. Ausgewachsen sind die Maden 5-6 mm lang. Ähnliche Schäden werden durch einen Pilz und eine Bakteriose verursacht, bei diesen Schäden sind die Nussschalen im Endstadium aber trocken. Der Nusskern wird nicht immer beeinträchtigt, die Verschmutzung der Frucht  und die kaum mehr ablösbare Schale entwerten die Nuss.
Bei frühem Befall können die Nusskerne aber auch verfaulen. Ca. 3-5 Wochen nach dem letz-ten Larvenstadium lassen sich die Larven zu Boden fallen oder fallen mit der reifen Nuss. Die neue Fliegengeneration schlüpft im nächsten Sommer, es ist aber auch möglich, dass die Lar-ven eine Diapause einlegen und erst in ein oder zwei Jahren schlüpfen.   

Wer hat Baumnüsse mit Maden gesichtet?
Uns interessieren Standorte, an denen Nüsse mit Maden gefunden wurden. Wer hat diesbezüg-liche Beobachtungen gemacht. Hinweise bitte an 071 663 33 04. Besten Dank!

Bekämpfungsmöglichkeiten
Bisher ist man auf Hinweise aus dem Ausland für den Erwerbsanbau angewiesen, diese Be-kämpfungsmöglichkeiten lassen sich aber nur bedingt auf unser Klima übertragen. Mit Insektizi-den aus der Gruppe der Phosphorsäureester wäre eine Bekämpfung möglich, jedoch aufwendig, zudem besteht für diese Wirkstoffe keine Zulassung für die Baumnuss.
Versuche bei der Kirschenfliege am FIBL in Frick haben gezeigt, dass sich der Befall mit dem Abdecken des Bodens  im Juli und August reduzieren lässt. Auch das Aufsammeln und Entsor-gen befallener Nüsse hilft bereits, den Befallsdruck zu vermindern.

Überwachungsmöglichkeit
Die bei den Kirschenfliegen verwendeten gelben Klebfallen können auch für die Überwachung der Walnussfruchtfliege verwendet werden. Interessierte Personen können sich bei U.Müller melden. Wer Fallen aufhängt und diese von Mitte Juni bis Mitte September regelmässig auszählt, erhält die Fallen gratis.

BBZ Arenenberg, Pflanzenschutzdienst
Urs Müller  071 663 33 04



Walnussfruchtfliege (zVg)


Maden der Walnussfruchtfliege (zVg)

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