Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. September 2018


Die Weinlese ging in diesen Tagen zu Ende

Ausgabe Nummer 42 (2017)

Allerletzte Traubenposten werden in diesen Tagen noch den Kellereien zugeführt. Der Hauptherbst ging aber in den Kantonen Schaffhausen und Thurgau bereits letzte Woche zu Ende. Diejenigen Winzer, welche die Musse und vor allem das entsprechende Traubengut dafür hatten, wurden mit wunderschön sonnigen Lesetagen von Mitte Oktober belohnt. Die gemessenen Zuckerwerte sind allgemein erfreulich. Stark unterdurchschnittlich ist leider die Traubenmenge. Örtlich gibt es aber auch Lichtblicke.

Goldene Tage zum Abschluss der Traubenernte
Seit letzter Woche präsentiert sich der Herbst nochmals richtig goldig. Insbesondere die Lagen für die besonderen Qualitäten wie die Spätlesen durften von hervorragenden Witterungsbedingungen zum Abschluss profitieren. Dort, wo es der Gesundheitszustand zuliess, konnten tolle Traubenqualitäten den Kellereien zugeführt werden. Allerdings wurden auch grössere Mengen bereits vorzeitig gelesen, was möglicherweise Ausdruck des in diesem Jahr sehr gesuchten Traubenguts darstellte.

Grossmehrheitlich geringe Mengen
Noch treffen die offiziellen Weinlese-Attestmeldungen täglich auf der Fachstelle ein. Bereits heute lässt sich aber mit einiger Sicherheit sagen, dass die Mengen deutlich unterdurchschnittlich sein werden. Möglicherweise wird der Jahrgang 2017 einer der kleinsten der letzten Jahre. Gemäss aktuellem Meldestand fehlt rund ein Drittel der Menge eines normalen Rebjahres. Im Thurgau liegt der Vergleichswert aktuell praktisch gleich hoch. In einzelnen Gemeinden kann festgestellt werden, dass entgegen den Erwartungen, dank dem sehr wüchsigen Wetter, grossen Trauben und ohne Hagelschäden, praktisch ein Vollherbst resultierte.

Erheblicher Arbeitsaufwand auch bei der Ernte
Das Rebjahr hat aufgrund der vielen Wetterereignisse bereits viel zu reden gegeben. Frost, der späte Hagel und die teilweise überhastet frühe Lese haben einmal mehr stark gefordert. Gerade in diesem Jahr hat sich gezeigt, dass kompakte Trauben gegenüber lockerbeerigen Typen deutlich im Nachteil sind. Die Problematik von Botrytis und nicht zuletzt halt doch auch KEF haben zu einem erheblichen Leseaufwand geführt. Der Sönderungsaufwand war teilweise enorm. Eher wenig bis gar nicht wurde Stiellähme oder Traubenwelke beobachtet. Vielleicht auch ein Zeichen, dass dank guter Nährstoffversorgung, vitalen und wüchsigen Reben und der im allgemeinen doch mehrheitlich weinaffinen Jahreswitterung die frostbedingten Ausfälle bis zur Ernte noch einigermassen gut kompensiert werden konnten. Rückblickend muss die-ses Rebjahr wahrscheinlich aufgrund der tiefen Erträge und des grossen Arbeitsauf-wandes über die ganze Saison als ein wirtschaftlich eher schwieriges Jahr eingestuft werden.


Markus Leumann
Fachstelle Weinbau SH/TG




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