Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
2. August 2019


Direkte Demokratie im Verband leben

Ausgabe Nummer 10 (2010)

An der Frühlings-Basiskonferenz wurde der Meisterlandwirt Markus Hausammann einstimmig zum einzigen Kandidaten für die Wahl zum Präsidenten des VTL nominiert.

Am Mittwoch nominierte die Frühlings- Basiskonferenz des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL) auf dem Thurberg ob Weinfelden Markus Hausammann als Kandidat für die Nachfolge von VTL-Präsident Andreas Binswanger. Die Wahl erfolgt anlässlich der Generalversammlung des VTL vom 27. Mai in Sulgen. Auf die Frage, weshalb er sich für dieses Amt interessiere, antwortet Hausammann: «Ich habe mich mehrere Jahre als Präsident von Agro Beratung Thurgau engagiert. Dabei konnte ich unter anderem helfen, dass die Fusion zum VTL zu Stande kam. Nun ist es eine Herausforderung, der neuen Organisation vorzustehen und ihr zum Durchbruch zu verhelfen.»

 

Basis vermehrt mit einbeziehen

Als Ziel nannte Hausammann die Festigung der Fusion. Als grosse Chance sieht er im neuen Verband die Einführung der Direktendemokratie mit der Einzelmitgliedschaft. Jede Betriebleiterfamilie habe heute die Möglichkeit, sich im Verband einzubringen. Er hofft, dass seine Berufskollegen von diesen Möglichkeiten auch Gebrauch machen. Dem designierten Präsidenten ist es ein Anliegen, obwohl man auch ein Stück weit Konkurrent zum Nachbarn sei, dass man sich für gemeinsame Anliegen fi nde und zusammen kraftvoll auftrete. Bei der Fassung von umstrittenen politischen Parolen will der Vorstand künftig die Basis mit einbeziehen. «Wir arbeiten im VTL viel, haben in vielen Sachen die Themenführerschaft übernommen, aber wir müssen uns auch vermehrt ins rechte Licht rücken », so Hausammann. Die gemeinsame Geschäftsstelle mit den Thurgauer Milchproduzenten (TMP) und die Wahl des TMP-Präsidenten Ruedi Schnyder in den Verbandsvorstand habe sich bewährt.

 

Interessenvertretung auf nationaler Ebene

Wie Hausammann erklärt, hat der VTL innerhalb des Kantons die Führerschaft bei der landwirtschaftlichen Interessenvertretung zu den kantonalen Behörden übernommen. Bei nationalen Themen wie dem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU oder der Reorganisation der Direktzahlungen will der Verband die Thurgauer Interessen gegenüber den nationalen Gremien mit einer starken «Stimme» vertreten. Hausammann gibt sich für die Zukunft zuversichtlich, denn er ist überzeugt, dass gerade mit dem stetigen Bevölkerungswachstum Nahrungsmittel gebraucht werden. In der Schweiz liege die Nahrungsmittelproduktion noch immer in Bauernhand. Nach Hausammanns Meinung ist jeder Betrieb aber auch gefordert, sich dem veränderten Umfeld gemäss den eigenen Möglichkeiten anzupassen.

 

Rücktritt als Gemeindeammann angekündigt

Auf den eigenen Betrieb angesprochen sagt Hausammann: «Vom Gemischtwarenladen haben wir uns zum fast reinen Milchwirtschaftsbetrieb entwickelt. Bei einer LN von 20 Hektaren plus anderthalb Hektaren Wald mussten die Obstanlage und fast das ganze Ackerfeld den rund 40 Kühen weichen. Er will die Legislaturperiode 2007 bis 2011 als Gemeindeammann (30 Prozent) von Langrickenbach beenden. Im kommenden Jahr will er dieses politische Amt dann niederlegen. Für die Doppelbelastung Verbandspräsident und Gemeindeammann während einem Jahr, will Hausammann einen Mitarbeiter anstellen. Das gebe ihm auch den nötigen Freiraum, sich gut in die neue Aufgabe einzuarbeiten.

 

Mario Tosato

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