Ausgabe Nummer 50 (2010)

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Dörrobst

Nicht nur in der kalten Jahreszeit bietet das Dörrobst eine Alternative zur Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pfl anzenstoffen und Nahrungsfasern. Zu berücksichtigen gilt, dass die Früchte durch den Wasserentzug wesentlich an Gewicht verlieren, aber der Fruchtzuckergehalt und somit die Energiedichte steigt. Das heisst 20 bis 30 g Dörrobst entsprechen einer Portion von 120 g frischen Früchten.

Das Trocknen von Obst ist eine der ältesten Konservierungsarten. Der Genuss von naturbelassenen, getrockneten Früchten gehört zur Winter- und Adventszeit. Erntereif verarbeitete Früchte schmecken besonders aromatisch. Durch die erhöhte Aromastoffkonzentration bekommen die Dörrfrüchte einen intensiveren Geschmack. Der Trocknungsvorgang sollte dabei zügig vonstattengehen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Im Backofen oder in Dörrgeräten kann der Dörrvorgang beschleunigt werden. Geeignete Früchte sind zum Beispiel Äpfel, Birnen, Aprikosen, Zwetschgen, Trauben usw. Nach dem Dörren sollten die Früchte am besten in einem verschlossenen Glas gelagert werden. In Kombination mit Nüssen ist Dörrobst eine energiereiche, konzentrationsfördernde Variante für einen Mahlzeitenersatz, wenn das Zeitmanagement keine andere Alternative bietet. Daher hat auch die Bezeichnung «Studentenfutter» ihren Namen. Beim Einkauf sollten Sie beachten, dass nicht selten der frische und appetitliche Anblick des Dörrobstes durch den Zusatz des Konservierungsmittels Schwefeldioxid (E 220) und Sulfi ten (E 221 bis 228) erreicht wird (geregelt in der Schweizer Zusatzstoffverordnung ZuV). Schwefeldioxid und Sulfi te haben antimikrobielle und antioxidative Wirkungen und werden zur Verhinderung von Bräunungsreaktionen eingesetzt. Schwefel sollte von Menschen, die an einer Allergie und/oder an Asthma leiden, gemieden werden. Schwefeldioxid und Sulfi de können pseudoallergische Reaktionen, das heisst Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen, die sich zum Beispiel durch Kopfschmerzen, Schwellungen, Nesselausschläge usw. äussern können. (Literatur: H.-K. Biesalski, Ernährungsmedizin)

 

Gefüllte Schnitzel mit Äpfeln

Zutaten

4 Schweineschnitzel
2 EL Zucker
2 EL Zitronensaft
2 Äpfel Salz, Pfeffer
4 Dörrpflaumen, ohne Stein
1 Ei
100 g Paniermehl
4 EL Bratbutter
1 Zwiebel, gehackt
1 cm Ingwer, gerieben
2 dl Apfelwein
Zahnstocher

 

Zubereitung

Schnitzel mit Fleischklopfer dünn klopfen. 2,5 dl Wasser mit Zucker und Zitronensaft in eine Pfanne füllen. Äpfel schälen, das Kerngehäuse ausstechen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die vier grössten Scheiben beiseite legen, die restlichen Scheiben in das Zucker-Zitronenwasser legen und bissfest kochen. Backofen auf 180 °C vorheizen. Schnitzel mit Salz und Pfeffer würzen und auf eine Hälfte eine Apfelscheibe legen. In das Kerngehäuseloch eine Dörrpfl aume stecken. Das Schnitzel in der Mitte zusammenklappen und die Ränder mit dem Fleischklopfer leicht anklopfen und die Fleischtaschen mit Zahnstocher verschliessen. Das Ei verschlagen und in einen tiefen Teller füllen. Das Paniermehl in einen zweiten tiefen Teller geben. Das Fleisch zuerst im Ei wälzen, dann im Paniermehl. In einer Pfanne Bratbutter erhitzen und die panierten Schnitzeltaschen bei mittlerer Hitze von jeder Seite fünf Minuten anbraten. Fleisch aus der Pfanne nehmen und im vorgeheizten Ofen 15 Minuten garen. Zwiebel und Ingwer im Bratensatz andünsten und mit Apfelwein ablöschen. Apfelsud mit Äpfelscheiben dazugeben und aufkochen lassen. Schnitzeltaschen auf einem vorgewärmten Teller anrichten, mit Schmorsauce übergiessen, die Apfelscheiben aus dem Sud nehmen und daneben anrichten. Passend dazu Kartoffelstock servieren.

 

Gugelhupf

 

Zutaten

500 g Mehl
1 Würfel Hefe,
42 g
60 g Zucker
2 EL Birnel
2,5 dl lauwarme Milch
2 Eier
1 Messerspitze Salz
75 g Butter
100 g Dörraprikosen
75 g Rosinen
2 EL Rum oder Apfelsaft
30 g gehackte Pistazien
Butter für die Form, 20 cm Puderzucker zum Bestäuben

 

Zubereitung

Mehl in eine Schüssel geben, in der Mitte eine Mulde eindrücken. Hefe mit 1 dl lauwarmer Milch aufl ösen, verquirlen und in die Mulde geben. Mit wenig Mehl vom Rand verrühren und zugedeckt 15 Minuten gehen lassen. Restliche Milch und Zucker, Birnel, Eier, Salz und Butter in Flocken unterkneten und zugedeckt weitere 30 Minuten gehen lassen. Backofen auf 200 °C vorheizen. Aprikosen klein schneiden, mit Rosinen mischen, mit Rum oder Apfelsaft begiessen und ziehen lassen. Form buttern, eingeweichte Früchte mit der Flüssigkeit und den Pistazien unter den Teig kneten und in die Form füllen. Nochmals 15 Minuten gehen lassen und 40 Minuten backen. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben.

 

Cake mit Dörrzwetschgen und Schinken

Zutaten

80 g Räucherschinken
80 g Dörrzwetschgen, ohne Stein
1 Päckli Backpulver
4 Eier
1 Prise Zucker
½ TL Salz
etwas Pfeffer
100 g Naturjoghurt
2 EL Senf
100 g Butter
250 g Ruchmehl
40 g Sbrinz, gerieben

Zubereitung

Backofen auf 180 °C vorheizen. Schinken und Zwetschgen in kleine Würfel schneiden und mit etwas Mehl bestäuben. Butter in einer Pfanne schmelzen und abkühlen lassen. Eier, Zucker, Salz und Pfeffer schaumig rühren. Joghurt, fl üssige Butter und Senf nach und nach unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und unterheben. Geriebener Käse, Schinken- und Zwetschgenwürfel dazugeben und zu einem Teig verarbeiten. Cakeform (25 cm) buttern und den Teig einfüllen. 50 Minuten in der Ofenmitte backen und vollständig auskühlen lassen.

 

BBZ Arenenberg, Eva Jüngling