Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Dreschfruchternte 2016 - erste Beobachtungen

Ausgabe Nummer 30 (2016)

Die Ernte der Dreschfrüchte nähert sich langsam einem Abschluss. Im Kanton Thurgau waren zu Beginn dieser Woche die Gerste vollständig, die Rapsfläche zum grössten Teil und der Weizen zu etwa einem Drittel gedroschen. Die ersten Meldungen, welche von den Getreidesammelstellen vorliegen, zeigen ein gemischtes Bild auf.

Gerste
Viele Posten der diesjährigen Gerstenernte im Thurgau fielen durch ihr sehr tiefes Hektolitergewicht (HL) auf. Besonders fällt heuer der Unterschied zwischen extensiv geführten Beständen mit HLTiefstwerten um 45 kg / hl sowie im Durchschnitt erzielten Erträgen von nur 50 bis 55 kg /Are auf. Intensiv geführte Gerstenbestände wiesen im Durchschnitt höhere HL-Gewichte und höhere Erträge auf (80 bis 100 kg /Are).

Raps
Die Rapsernte bot bisher ein zufriedenstellendes Ergebnis, liegt jedoch mit Erträgen zwischen 35 und 40 kg /Are leicht unter den Erwartungen. Wegen lokal begrenzter Gewitter, zum Teil verbunden mit Hagel, kam es jedoch an einigen Orten zu einem Totalausfall.

Weizen
Die ersten abgegebenen Weizenposten im Kanton Thurgau wiesen eher tiefe Erträge auf. Diese lagen bei extensiv bewirtschafteten und biologisch geführten Beständen zwischen 30 und 40 kg /Are. Auffallend war auch der diesjährige höhere Besatz an Mykotoxinen sowie das im Vergleich zum Vorjahr tiefere HL-Gewicht. Später abgegebene Bestände, welche intensiv geführt wurden, wiesen diesbezüglich ein besseres Bild auf.
Ein abschliessendes Bild kann erst nach den letzten geernteten Feldern gemacht werden.

Fazit
Die diesjährige Dreschfruchternte fällt gemischt aus. Auffallend ist das schlechte Abschneiden der extensiv und biologisch angebauten Bestände. Diese ansonsten bewährten Anbaumethoden litten heuer besonders unter der schlechten Witterung und erschreckten manche Landwirte und Landwirtinnen mit tieferen Erträgen, einem tieferen HL-Gewicht, der zeitlichen Verzögerung des Erntebeginns sowie mit einem hohen Befall an Mykotoxinen.


Viktor Dubsky, BBZ Arenenberg







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