Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Ein etwas anderer Arbeitstag

Ausgabe Nummer 31 (2015)

Teil 2 der Fortsetzungsgeschichte aus dem «Thurgauer Bauer» der letzten Woche

Es ist Sonntagmorgen und das Abenteuer beginnt. Die Bäuerin verlässt gespannt auf das, was sie erwartet, das Haus.

Zusammen mit der anderen Bäuerin wird zur Fahrt in das 90 Minuten entfernte Schwenningen gestartet. Treffpunkt ist um 7.30 Uhr vor dem Zoll in Kreuzlingen. Hier wartet schon eine junge Frau in Tracht, sie arbeitet am BBZ Arenenberg im Bereich der Regionalen Entwicklung und hat in ihrem Team diesen Messeauftritt organisiert. Gemeinsam fahren sie weiter über die Grenze bis zum Messegelände.
Schon im Voraus haben die Bäuerinnen eine Zusammenfassung und Erklärung zur Tätigkeit am Stand erhalten. Doch erst während den Gesprächen im Auto wird der einen Bäuerin richtig klar, was dieser Messeauftritt alles bewirken kann.

Gute Stimmung vor und in der Messe
Um 8.45 Uhr bildet sich am Eingang des Messegeländes bereits eine lange Schlange mit ungeduldigen Messebesuchern. Unkompliziert nehmen die drei Frauen den Ausstellereingang am anderen Ende des Geländes, geniessen noch kurz die Sonne und betreten die Halle U. Die Stimmung unter den Ausstellern ist fröhlich und ausgelassen, von allen Seiten her wird freundlich gegrüsst. Am Thurgauer Stand angekommen, staunen die Bäuerinnen nicht schlecht, als sie sehen, dass der Käse aus ihrer Region schön präsentiert in der Kühlvitrine ausgestellt ist. Überrascht sind sie von den vielen grossen Messehallen und dem noch grösseren Aussengelände mit zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen.
Unseren Bäuerinnen ist förmlich an den Augen abzulesen, dass sie sich freuen, an der Messe zu sein und dass sie an ihrem Käse Freude haben. Als erstes muss der Teppich gesaugt und das Glas der Kühlvitrine mit einem Lappen poliert werden. Kurz vor Messestart um 9.00 Uhr ist der Stand bereit. Seitlich des zirka 15 m2 grossen Standes steht ein TV-Gerät, dass im Turnus Bilder aus dem Thurgau projiziert. «Typisch Thurgau» steht auf jedem Bild in verschlungener, romantischer Schrift. Die Bäuerinnen sehen diesen neuen, emotionalen Schriftzug von Thurgau Tourismus zum ersten Mal. Sie finden es toll, dass zwei so simple Worte wie «Typisch Thurgau» so gut zu den Bildern und zu allem, was am Stand präsentiert wird, passen. An der Rückwand des Standes hängt ein grosses Bild vom Arenenberg, ebenfalls mit der Aufschrift «Typisch Thurgau». Eine der beiden Bäuerinnen, welche sich bis anhin nicht so sehr mit dem Tourismus im Thurgau befasst hat, spricht genau das aus, was der Grundgedanke hinter dem emotionalen Schriftzug ist: «Öpfel, Chääs, Beeri, Chüä, dä Bodäsee, es isch alles typisch Thurgau, so gar mir drü Frauä.»

Die grosse Reise des Pilgerkäses
Zur Stärkung vor dem grossen Ansturm trinken die drei Frauen noch einen Kaffee. Die beiden Bäuerinnen erhalten noch letzte Informationen zu den Abläufen beim Käseverkauf, den Preisen und zum Wettbewerb, den die Besucher ausfüllen dürfen. Sie sind erstaunt, dass alle Käse, welche am Stand verkauft werden, bereits sauber in 200-g-Portionen abgepackt und mit Europreisen versehen sind. Die junge Frau vom Arenenberg erklärt, dass deutsche Käsehändler den Käse regelmässig aus der Schweiz importieren und in Süddeutschland verkaufen. Es sei so die beste Lösung, die portionierten Käse direkt bei diesen Händlern zu beziehen. Das habe zwei Vorteile, sei doch der Käse vorschriftsgemäss verzollt und der Händler werde mit dieser Verkaufsaktion unterstützt. Die emotionale Beziehung zu den einzelnen Händlern kann so stark ausgebaut werden, was schlussendlich dazu führt, dass neue Bestellungen bei Thurgauer Käsereien eingehen. Diese Händler sind auch bereit, neue Käsevorschläge anzuhören und zu testen. Die Bäuerinnen sind erstaunt, was für eine Reise ihr Pilgerkäse schon absolviert hat. Es war ihnen bis anhin nicht bewusst, dass hinter diesem Messeauftritt so viele Überlegungen stecken. Sie freuen sich nun noch ein bisschen mehr, dass sie an diesem Tag effektiv zur Umsetzung dieser Überlegungen beisteuern können und sind bereit für den Messetag.


Manuela Vogel,
Regionale Entwicklung,
BBZ Arenenberg










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