Ausgabe Nummer 4 (2006)

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Ein gelungener Küchenumbau

Küche optimal planen

Ein gelungener Küchenumbau

In jedem Haushalt spielt die Küche eine wichtige Rolle. Ihre Gestaltung, Einrichtung und Ausrüstung entscheiden nicht nur über rationelle Arbeitsabläufe bei den Hausarbeiten, sondern auch über das Wohlbefinden der ganzen Familie, welche darin einen grossen Teil des Familienlebens verbringt. Dessen war sich Familie Ausderau aus Buss-nang sehr wohl bewusst. Sie investierte deshalb viel Zeit von der Planung bis zur Realisierung ihrer neuen Küche. Ich durfte Ursula und Peter Ausderau in ihrem neuen Reich besuchen und ein Interview führen.

Das Planen und Realisieren einer neuen Küche sind bedeutungsvolle Schritte im Leben einer Bauernfamilie. Trifft das für Sie auch zu, und wann haben Sie mit Planen begonnen?
Ursula Ausderau: Unsere Küche war 37-jährig, und ich wusste deshalb schon lange, dass sie irgendwann umgebaut werden soll. Ohne diesen Zeitpunkt zu kennen, besuchte ich vor drei Jahren den Weiterbildungskurs «Küche und Nassraum optimal planen». Es wurde mir so richtig bewusst, wie viele Entscheidungen getroffen werden müssen und wie vielfältig und individuell Küchen gebaut werden können. Dadurch wurde ich sensibilisiert, und mit unzähligen Eindrücken ging ich nach Hause. Wir diskutierten am Familientisch Gestaltungs- und Einrichtungsmöglichkeiten. Unsere Kinder sind 11-, 13- und 15-jährig. Alle brachten ihre Ideen und Vorstellungen über die neue Wohnküche ein.


Durch Unterteilung können
Bleche und Servicetabletts
bequem versorgt werden. (pl)
Wie sind Sie dann weiter vorgegangen?
Ursula Ausderau: Im November 2004 organisierten wir mit Ihnen (Leiterin Fachstelle Ländliche Hauswirtschaft und Familie des LBBZ Arenenberg) einen Termin. Wir äusserten unsere Wünsche und Bedürfnisse, und daraus entstanden die ersten Pläne. Dadurch konnten wir dem Fachmann unsere Vorstellungen genauer definieren. Die Schreinerei Heinz Fehlmann in Müllheim lieferte ihre Pläne im Dezember 2004. Die Weihnachtszeit bot Gelegenheit, sie intensiv zu studieren. Ein zweiter Termin folgte mit Ihnen im Januar 2005, um nochmals die Details mit ihren Vor- und Nachteilen zu diskutieren. Nebenan befindet sich das Hauswirtschaftszimmer. Dort wird gebügelt, genäht und geflickt. Eine grosse Knacknuss war die Idee, den Wandkasten, der die Räume unterteilte, zu Gunsten der Wohnküche um 20 bis 30 Zentimeter zu verschieben, denn der grösste Wunsch meines Mannes war, in der Wohnküche eine Bar zu integrieren.

Welche Anliegen waren für Sie die Wichtigsten?
Ursula Ausderau: In der alten Küche hatte ich immer das Gefühl ein Brett vor dem Kopf zu haben, denn der Raum war durch einen Korpus und durch Hängeschränke unterteilt. Mein Bedürfnis war, mehr Luft und Licht in diese Wohnküche zu bringen. Zudem war unser Ziel, mehr Arbeitsfläche zu schaffen.


Eine breite Pfannenschublade mit
Vollauszug ermöglicht eine gute
Übersicht und Bedienbarkeit. (pl)
Sind diese Wünsche in Erfüllung gegangen?
Ursula Ausderau: Ja, auf jeden Fall. Wenn ich heute in der Küche arbeite, kann ich am Gespräch am Esstisch teilnehmen. Die Wohnküche strahlt Gemütlichkeit aus. Dort essen wir heute sogar mit unseren Gästen – der Ort, wo wir uns wohlfühlen.

Welche Punkte haben während der Planung erhöhten Aufwand erfordert?
Ursula Ausderau: Die Gerätewahl war mir ein besonderes Anliegen. Ich darf heute behaupten, dass ich die richtige Wahl getroffen habe. Meine Highlights in der Küche sind ein Top-Backofen, der Kombi-Steamer, der Geschirrspüler mit Besteckschublade und ein grosser Ausguss. Zudem habe ich mir bei der Planung genau überlegt, wo ich was versorgen werde. Dementsprechend wurde das Innenleben der Schubladen und Auszüge gestaltet.

Fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Bäuerin, Landwirt, Beraterin und Spezialisten garantiert gutes Gelingen. Deshalb nutzen Sie folgende Kurse:
– «Küche optimal planen», 8. Februar 2006, 8.30 bis 16.00 Uhr,
Kosten inkl. Verpflegung und Unterlagen 100 Franken.
– «Holzheizungen im Trend», 16. Februar 2006, 9.00 bis 16.00 Uhr,
Kosten inkl. Verpflegung 111 Franken.
Ausgaben in die vorausschauende Umbauplanung rechnen sich in jedem Fall durch einen Gewinn an Qualität. Weitere Auskünfte und Anmeldung unter Telefon 071 663 33 33, Fax 071 664 28 67, www.arenenberg.ch

Peter Ausderau, Sie haben genauso mitgeplant wie Ihre Frau, Vorarbeiten geleistet und die Handwerker unterstützt. Was heisst das genau?
Peter Ausderau: Von Anfang an war für mich klar, dass ich gerne in die Kochtöpfe meiner Frau schaue und deshalb eine Bar ein grosser Wunsch war. Diese Aussage ist vielleicht nicht für alle nachvollziehbar, aber ein grosser Teil des Familienlebens spielt sich in der Küche ab. Das Gespräch, die Gemütlichkeit, das Geniessen der Momente erfordern eine entsprechende Einrichtung, und das ist für uns unter anderem auch das Sitzenkönnen an der Bar.

Während der Ferien im Mai letzten Jahres haben wir die alte Küche herausgerissen und mit einem Kollegen alle Vorarbeiten erbracht. Der Radiator wurde durch eine Bodenheizung ersetzt. Im Juni wurden die Fenster erneuert, und anschliessend habe ich die Bodenplatten verlegt. Anfang Juli begann die Küchenmontage. Mitte Juli konnten dann der Abrieb aufgetragen und die Malerarbeiten erledigt werden. Alles war genau geplant, und wir haben uns auch sehr stark damit auseinander gesetzt. Fasziniert hat uns trotzdem die Realität. Kleinigkeiten haben oft eine grosse Wirkung. Dank guter Planung haben wir riesige Freude an der neuen Küche.

Ein grosser Wunsch ging in Erfüllung: Kochen und miteinander Gespräche führen. (pl)

LBBZ Arenenberg, Fachstelle Ländliche Hauswirtschaft und Familie, Pia Lenz