Ausgabe Nummer 28 (2003)
Ein schwer zu bekämpfendes Unkraut
| Flurgang der Thurgauer Pflanzenbaukommission in Kalchrain | |||
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| Beim gut besuchten Flurgang, organisiert von der Thurgauer Pflanzenbaukommission auf dem Betrieb Kalchrain in Hüttwilen, wurde der vierjährige Anbauversuch von Buntbrachen besichtigt. Weiter zeigte ein Wurzelausbreitungsprofil der Ackerkratzdisteln, wie sich das Wurzelsystem ausbreitet. Eine Demonstration moderner Düsen an einer Spritze, sechs verschiedene Roundup-Wirkungsversuche sowie die Demonstration mit Topcat-Mäusefallen fanden ebenfalls interessierte Besucher. Problemunkraut Kratzdistel Die Ackerkratzdistel breitete sich in den letzten Jahren immer stärker aus. Wie Walter Schmid, Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie, Arenenberg, erklärte, gebe es dafür verschiedene Gründe. Mit der Ausbreitung der Buntbrachen konnten sich auch die Ackerkratzdisteln oft unbemerkt und schleichend ausbreiten. Es ist fast unglaublich, dass sich die Wurzeln dieser Pflanze vertikal bis zu fünf Metern und horizontal bis zu vier Metern ausbreiten. Am schnellsten verbreitet sich die Distel durch kleine Wurzelstücke über den Schmutz an Traktorreifen, Scheibeneggen und rotierenden Bodenbearbeitungsmaschinen. Die fliegenden Samen können sich über weite Distanzen verbreiten. Erschwert durch das ausgedehnte Wurzelsystem, dringt das beste Herbizid nicht bis in alle Wurzelspitzen. Um Distelnester zurück zu drängen, seien, so Walter Schmid, wiederholte Anwendungen nötig. Um die Distel nachhaltig abzutöten, müsse das Herbizid mit dem Pflanzensaft bis in die äussersten und tiefsten Wurzeln vordringen. Der beste Zeitpunkt dazu sei bei ca. 20 cm Pflanzenhöhe bis zum Beginn der Blüte. Unterdrückend wirke auch der Anbau einer mehrjährigen Kunstwiese. Ein häufiger Schnitt dränge die Disteln ebenfalls zurück. Wirkungsvolle Mausefalle Eine interessante Demonstration mit Topcat-Mäusefallen zeigte Urs Müller, Obst und Rebbau Arenenberg. Wegen der Vergrösserung der Betriebsflächen bleibt oft zu wenig Zeit für das Regulieren von Mäusen im Obstbau und im Grasland. Somit können sich die Mäuse ungehindert vermehren. Alle 4 bis 8 Jahre geschieht dies sogar explosionsartig. In diesen Fällen können die natürlichen Feinde zur Dezimierung nichts mehr beitragen. Ein Wühlmauspärchen ist unter guten Bedingungen in der Lage, bis im Spätherbst eine Population von 500 Mäusen aufzubauen! Durch ihre Wühltätigkeit und Gefrässigkeit an Pflanzenteilen entstehen Lücken in der Pflanzendecke, die ihrerseits ein Aufkommen unerwünschter Pflanzenarten ermöglichen. Für Urs Müller ist das Fangen mit der Topcat-Mausefalle wesentlich effizienter als etwa die Vergasungsmethode. Diese Fallen können an den meisten Orten eingesetzt werden. Mit der Sonde wird ein Mausgang aufgespürt. Mit dem Lochschneider wird ein sauberes Loch in den Gang geschnitten und die lose Erde flach gedrückt. Nun kann die Falle platziert und an der Oberfläche mit Erde abgedichtet und gespannt werden. Dank dem einfachen Mechanismus können auch ganz junge Scher- und Feldmäuse gefangen werden. Die Mausefalle kann aus Distanz kontrolliert werden und ermöglicht dadurch ein einfacheres Arbeiten. Laut Urs Müller ist es vorteilhafter, möglichst viele Fallen zu benutzen. Dadurch können grosse Flächen pro Tag bearbeitet werden. Hanni Schild |
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