Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Einblicke in die Organisation plus zahlreiche Fachinformationen

Ausgabe Nummer 27 (2016)

Tage der offenen Türen beim MBR Thurgau Am ersten Juliwochenende luden MBR Thurgau, MBR Solar und Maschinenring Schweiz in Wängi zu Tagen der offenen Türen ein. Ein attraktives Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Ausstellungen, Führungen und Festwirtschaft erwartete die (auch nicht-bäuerlichen) Besucher.

Am Samstagnachmittag begrüssten Hansjörg Walter und Christian Wolf, Verwaltungsratspräsident des MBR Thurgau AG, die Besucher. Es folgten einige Fachvorträge mit Themen rund um das Thema Energie und deren nachhaltige Nutzungsformen. Ein durch Landfrauen organisierter Sonntagsbrunch plus ein Frühschoppenkonzert waren einige Attraktionen des reichhaltigen Programms, ebenso wie Ausstellungen von Partnerfirmen, geführte Rundgänge, die Demonstration von Eigenverbrauchslösungen mit Solarstrom und vieles mehr.
Christian Wolf zeigte sich am Sonntagnachmittag sehr zufrieden von der Publikumsresonanz. Seiner Schätzung nach besuchten Samstag und Sonntag durchschnittlich zwischen 500 bis 600 Personen das Festgelände. Er eröffnete den Programmteil des Sonntagnachmittag, dem eine Begrüssungsrede von Markus Hausammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL), und Referate von Urs Schneider, stellvertretender Direktor Schweizer Bauernverband, und Simon Gisler von Agro Clean Tech folgten. Christian Wolf schilderte den Besuchern die vielfältigen Dienstleistungen des MBR Thurgau AG. Mit diesen Leistungen sorge die Organisation dafür, dass landwirtschaftliche Strukturen erhalten, Arbeitsplätze am Bauernhof gesichert und neue Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden. Markus Hausammann gratulierte der Gastgeberin, der MBR Thurgau AG, zu ihrem Innovationsgeist und Schaffenskraft und bedankte sich für die Einladung.

Bedeutung landwirtschaftlicher Selbsthilfeorganisationen
In einem historischen Rückblick erinnerte er daran, wie in den Nachkriegsjahren im Thurgau Selbsthilfeorganisationen gegründet wurden, so zum Beispiel die Thurgauer Arbeitsgemeinschaft für landwirtschaftliche Betriebsberatung, die spätere Agro Beratung TG, und heutige Agro Treuhand Thurgau. Unter anderem fand eine Strukturbereinigung der landwirtschaftlichen Genossenschaften in den 1990er- Jahren und die Fusion von den im Wettbewerb stehenden Genossenschaftsdachverbänden zur Fenaco statt. Dies schuf Raum für eine neue, moderne Form von Selbsthilfeorganisation, den Maschinenringen. Markus Hausammann streifte einige Geschäftsbereiche des MBR Thurgau. Für den Bereich Betriebshelferdienst räumte er ein, dass dieser ein wenig Sorge bereite, da es schwieriger wird, zeitgerecht genügend qualifizierte Betriebshelferinnen und -helfer zur Verfügung zu stellen. Diese Funktion sei in der heutigen Zeit eine sehr anspruchsvolle, interessante Aufgabe. «Die Betriebe sind gewachsen und spontan, die Betriebsleitung ganz oder teilweise zu ersetzen ist vielfach sehr schwierig. Der MBR sucht daher mit den TMP und mit uns, dem VTL, und weiteren Anbietern nach Lösungsansätzen.» Durch den Drang nach weiteren Freihandelsabkommen, die fortlaufende Senkung des Grenzschutzes und dem zunehmenden Sparzwang des Bundes erhöhe sich der Druck auf die landwirtschaftliche Produktion weiter. Deshalb sei er überzeugt, dass die Bedeutung von landwirtschaftlichen Selbsthilfeorganisationen noch zunehmen wird.

Zusammenstehen für die Initiative «Ernährungssicherheit»
Urs Schneider thematisierte die vielfältigen Herausforderungen an die Landwirtschaft. Er zeigte die Fortschritte in der Ökologisierung auf. Dem gegenüber stehe eine Einkommensseite, die nicht im gleichen Masse Schritt gehalten habe. Es bestehe seitens der Landwirtschaft der Wunsch nach mehr Kontinuität in der Agrarpolitik und verlässliche Rahmenbedingungen. Eine grosse Chance für die Schweizer Landwirtschaft erkenne der SBV darin, dass Werte wie «Regionalität», also Heimat im weitesten Sinn, in der Bevölkerung wieder an Bedeutung gewonnen haben. Urs Schneider thematisierte die Initiative «Ernährungssicherheit »: Die Initiative zeige in der Grundtendenz «Wir sind auf dem richtigen Weg». Die Initiative soll Einheit demonstrieren und die Perspektiven (Stichwort: Generationenwechsel) verbessern. Der SBV arbeite mit Argumenten, visuellem Auftritt und Slogan. Die Vision – und erklärtes Ziel – sei es, mit der Bevölkerung die Abstimmung zu gewinnen.
Simon Gisler thematisierte die «Klimastrategie Landwirtschaft ». Der SBV und Agro Clean Tech erkennen die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien als Chance. Im Zuge der Digitalisierung bietet die Agro Clean Tech den Landwirten unter anderem die Möglichkeit, mittels kostenloser Internetanwendung einen Energie- und Klimacheck vorzunehmen. In der betriebsspezifischen Abfrage, die der Landwirt selbstständig vornehmen kann, erfolgt mit 16 Vorschlägen für Massnahmen zur Energieeffizienz, Klimaschutz und erneuerbare Energien eine Umrechnung in Treibhauseinsparungen, prozentual zu Massnahmen. Nähere Informationen unter: www.energie-klimacheck.


Isabelle Schwander










« zurück zur Übersicht