Ausgabe Nummer 34 (2003)
Eine knappe Kernobsternte erwartet
| Kreisversammlung des Früchtezentrums SG/TG in Uttwil | |
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| Die diesjährige Kernobsternte wird knapp, aber intensiv ausfallen. Das neue Preissystem stösst bei den Produzenten auf Skepsis, wie an der Kreisversammlung des Früchtezentrums SG/TG Anfang Woche in Uttwil zu vernehmen war. | |
| Deutlich weniger Äpfel als im Vorjahr soll die diesjährige Herbsternte nach den Ernteschätzungen des Schweizerischen Obstverbandes (SOV) bringen. Eine verkäufliche Menge von 91 300 Tonnen prognostizierte SOV-Direktor Bruno Pezzatti an der Kreisversammlung des Früchtezentrums SG/TG vom Montag in Uttwil. Im Vorjahr lag die verkäufliche Menge bei 96 500 Tonnen. Gründe für diesen Rückgang seien rückläufige Flächen sowie kleinere Fruchtgrössen, dies nicht zuletzt aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit. Der Inlandbedarf an Äpfeln könne damit nur knapp gedeckt werden. Es ist deshalb mit einer knappen, mittleren Ernte zu rechnen, meinte Pezzatti. Auch europaweit seien wegen der Trockenheit knappe Ernten zu erwarten.
Kurzes Erntefenster Über den Vorjahresmengen lägen jedoch die Ernteschätzungen für die Birnenernte. Doch die verkäufliche Menge werde ebenfalls wegen der Trockenheit geringer als im Vorjahr ausfallen. Unter dem Bedarf werde im Übrigen die Mostobsternte liegen, so Pezzatti. Ein sehr kurzes Erntefenster sagte Bruno Hugentobler, Leiter der Fachstelle Obst- und Rebbau am LBBZ Arenenberg, voraus. Produzenten müssten damit rechnen, dass alle Sorten miteinander erntereif würden. Kompromiss umstritten Grosse Skepsis brachten die Obstproduzenten an der Kreisversammlung dem neuen Preissystem entgegen, das am Mittwoch auf schweizerischer Ebene zum Entscheid vorlag. Der zwischen Produzenten und dem Handel ausgehandelte Kompromiss konnte viele nicht befriedigen. Vor allem Preisabsicherungen nach unten wurden vermisst. Werner Gubler, Vizepräsident des Früchtezentrums SG/TG und Mitglied der schweizerischen Preiskommission, sprach sogar von einer revolutionären Stimmung auf Produzentenseite. Er habe Verständnis für den Unmut. Denn Preisanhebungen an der Verkaufsfront beispielsweise würden den Bauern nicht weitergegeben. Das neue System wäre immer noch besser als gar keines, meinte hingegen SOV-Präsident Pius Jans. Der neue Vorschlag soll zunächst mal für ein Jahr gelten und müsse noch entwickelt werden. Es wäre falsch, den Kompromiss über Bord zu werfen. Richard Hollenstein, Präsident des Früchtezentrums SG/TG, appellierte, es gehe darum, kostendeckende Preise auf allen Stufen vor allem für rationell wirtschaftende Betriebe zu sichern. Martin Sinzig |
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