Ausgabe Nummer 27 (2003)
Eine kurze, aber intensive Visite
| Landwirtschaftsminister aus Sri Lanka zu Besuch | |||
|
|
|||
|
|
|||
| Überraschender Besuch am letzten Mittwoch am LBBZ Arenenberg: Hemakumara Nanayakkara, Landwirtschaftsminister aus Sri Lanka, und einige Parlamentsmitglieder wollten sich ein Bild von der Thurgauer Landwirtschaft machen. Die knappe Zeit reichte sogar für einen Kurzbesuch auf dem Betrieb von Kurt Gilg in Fruthwilen. | |||
|
|||
| «Bekommen Sie staatlicher Unterstützung für Dünger und Saatgut», wollte der srilankische Agrarminister Hemakumara Nanayakkara von Kurt Gilg wissen. Gilgs Landwirtschaftsbetrieb in Fruthwilen war die letzte Station einer überraschenden Stippvisite des Ministers und einer Delegation Parlamentarier in der Thurgauer Landwirtschaft. Im Rahmen einer Studienreise durch die Schweiz in Sachen Föderalismus weilte Hemakumara Nanayakkara auf dem Lilienberg. Minister Nanayakkara wollte es jedoch nicht bei der Theorie bewenden lassen und suchte Kontakt mit der landwirtschaftlichen Praxis. Der Gast aus Sri Lanka erfuhr von Ruedi Huber am nahe gelegenen LBBZ Arenenberg vieles über die landwirtschaftliche Ausbildung im Thurgau. Bei einem Rundgang durch den Arenenberg warfen die Gäste einen Blick in Klassenzimmer, Werkstatt und Gutsbetrieb und überzeugten sich vom Praxisbezug des Unterrichtes. «Nein», klärte Kurt Gilg seinen Gast aus Sri Lanka auf, «Dünger und Saatgut werden in der Schweiz nicht staatlich verbilligt.» Dagegen erhielten Schweizer Landwirte Zahlungen für ökologische Leistungen. Der äusserst interessierte Minister nahm zur Kenntnis, dass in der Schweiz bereits vieles «Bio oder Öko» sei. Die schwarzen Kirschen aus Kurt Gilgs Anlage hatten es den Gästen aus Sri Lanka besonders angetan. Es bewahrheitete sich einmal mehr: Direkt vom Baum sind die Früchte einfach am besten. In Kurt Gilgs Stall surrte ein Ventilator, der die heisse Luft im Laufstall zum Zirkulieren brachte. Um den Kühen ein angenehmes Klima zu verschaffen, hatte der Landwirte improvisieren müssen. Doch für die Gäste aus Sri Lanka ist die Hitze normal. «Wir haben die Sonne in die Schweiz gebracht», scherzte der Minister. Schnell mussten sich die Gäste wieder verabschieden, die Zeit drängte. Kurt Gilg bedauerte es, dass seine Frau nicht dabei sein konnte. Auch seine schulpflichtigen Töchter verpassten die Gäste aus dem fernen Land. «Wir haben zwei Mädchen aus Sri Lanka adoptiert», verriet der Landwirt gleich zu Beginn des kurzen Betriebsrundganges. Die Welt ist halt doch klein. (hil) |
|||

