Ausgabe Nummer 6 (2004)

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Einen Wein, den man nicht so schnell vergisst

Viel versprechende Thurgauer Jungweine 2003
 
Einen Wein, den man nicht so schnell vergisst
 
Anlässlich der kürzlich durchgeführten Degustation der Thurgauer Jungweine des Jahrgangs 2003 wurde das bestätigt, was sich im vergangenen Sommer und Herbst abgezeichnet hatte: es sind aussergewöhnliche Weine mit immenser Fülle, Kraft und doch zartem Schmelz, welche in den verschiedenen Keltereibetrieben heranreifen!
 

Um die Diskussion unter den Teilnehmenden zu fördern, hatte man sich auf die verschiedenen Kelterungsarten der Sorte Blauburgunder (Pinot noir) beschränkt. Daniel Pulver und Theo Temperle – beide an der Forschungsanstalt in Wädenswil tätig, begleiteten mit Fachwissen und grosser Erfahrung durch die interessante Verkostung. Es wurde aufgezeigt, dass solch hohe Traubenqualitäten, ein warmer Herbst und die extrem tiefen Säurewerte einige mikrobielle Gefahren mit sich bringen, welche man im Auge behalten muss. Die Thurgauer Weinbauern erfuhren zudem das Neueste aus der Forschung im Bereich Getränketechnologie und Weinbereitung.

Kreativität der Kelterer brachte erstaunliche Resultate
Wie vielseitig und differenziert die Weine aus der Pinot noir-Traube ausfallen können, überraschte sogar die Profis: vom gehaltvollen Federweissen mit zarter Frucht über die kräftigen Roten mit Fülle und Körper bis zu den im Holz reifenden Spät- und Auslesen konnte die ganze Palette probiert werden. Letztere dunkelfarbig mit vielschichtiger Struktur und Dichte, begleitet von dezenten Röstaromen.
Gesunde Trauben mit hohen Mostgewichten wie im Herbst 2003 spornen jeden «Winemaker» an, sich etwas Besonderes einfallen zu lassen, um die reifen Gerb- und Farbstoffe aus den Trauben zu extrahieren. So sind Pinots entstanden, wie man sie normalerweise nicht kennt in der Ostschweiz!

Ein Jahrgang für die Geschichtsbücher?
Ob der 2003er in die Geschichte eingehen wird, muss sich erst noch weisen. Einige der vorgestellten Weine haben bestimmt das Potenzial, auch in einigen Jahren noch Freude zu bereiten. Ob es ein Jahrhundertjahrgang war, das weiss man erst in fünf bis zehn Jahren; dann nämlich, wenn die üppigen Weine auf ihrem Höhepunkt sein werden, also die Trinkreife erreicht haben.
Fakt ist: ein solches Weinjahr wird man nicht so schnell vergessen ...

LBBZ Arenenberg
Michael Polich, Reb- und Kellermeister

 
 
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