Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Einschätzung Trockenheitsrisiko für den Kanton Thurgau

Ausgabe Nummer 30 (2018)

Aufgrund der Wetterentwicklung, der heute gemessenen Abflusswerte in den Thurgauer Oberflächengewässern und unter Berücksichtigung der Jahreszeit sowie der Langfristprognosen beurteilt der Fachstab Trockenheit die Lage zum Trockenheitsrisiko für den Kanton Thurgau wie folgt:
(Klassen: gering, mittel, erheblich, gross)
• Region Thurgau West gross
• Region Thurgau Ost gross
• Region Thurgau Nord und Seerücken gross
• Einzugsgebiet Murg und Lauche gross

Das Entnahmeverbot vom 10. Juli 2018 für alle Oberflächengewässer, mit Ausnahme des Unterund Obersees sowie Rheins, ist seit der Publikation im Amtsblatt vom 13. Juli 2018 in Kraft.

In der vergangenen Woche hat es aufgrund von Gewittern etwas Niederschlag gegeben. Die grösste Summe im westlichen Teil des Kantons (lokal bis 22 mm). Das Niederschlagsdefizit im Thurgau verbleibt über das Kalenderjahr betrachtet aber bestehen. Die Pegelstände liegen allgemein auf sehr tiefem Niveau. Eine dauerhafte Erholung ist nicht absehbar. Laut Datenerhebung von 7.00 Uhr haben 11 von 18 der Stationen im Kanton Thurgau mit Q347-Bestimmung diesen Wert unterschritten.

Lage in den Regionen
Die 5-Tage-Prognose für den Abfluss zeigt, dass im ganzen Thureinzugsgebiet im Laufe der Woche mit gleichbleibenden Abflussmengen zu rechnen ist. Eine Übersicht zum Zustand der Pegel in Bezug auf den Q347-Wert ist unter www.hydrodaten.tg.ch (Parameter: Abfluss) zu finden. Der 5-Tages-Ausblick für das pflanzenverfügbare Wasserdargebot im Boden zeigt für das Thureinzugsgebiet eine abnehmende Tendenz wie für die Abflussprognose.
Aufgrund dieser Daten wird das Trockenheitsrisiko aktuell für den Thurgau West, Thurgau Ost, den Thurgau Nord und Seerücken sowie das Einzugsgebiet Murg und Lauche als gross eingestuft. Da sich die Lage der Fliessgewässer noch nicht entspannt hat, wird das generelle Entnahmeverbot vom 10. Juli 2018 für alle Oberflächengewässer (mit Ausnahme Bodensee, Seerhein, Untersee und Rhein) aufrechterhalten.

Aussichten für die nächsten 14 Tage
Aufgrund der Prognosen ist mit lokalen Niederschlägen zu rechnen, nicht aber mit einer dauerhaften Entspannung der Lage in den Gewässern.

Weitere Massnahmen
Landwirtschaft: Wenn möglich, nur nachts bewässern. Bewässerungswasser aus den grossen Gewässern (Rhein, Bodensee) oder Grundwasser (Thurtal) entnehmen. Die Entnahme aus Kleingewässern ist nicht mehr möglich. Eventuell auf Grund- oder Trinkwasser ausweichen (wenn die Wasserversorgung ausreichende Kapazitäten hat).
Ausnahmen vom Verbot können auf Gesuch hin gewährt werden, wenn der Wasserstand des betroffenen Gewässers dies erlaubt. Ein entsprechendes Gesuch kann beim Amt für Umwelt eingereicht werden (Emil Kuratli 058 345 51 85 oder Marcel Varga 058 345 52 13). Privaten wird geraten, sparsam mit Wasser umzugehen. So sollen derzeit nicht unnötigerweise Pools mit Wasser gefüllt, Autos gewaschen oder Rasen und Gärten bewässert werden.

Die nächste Aktualisierung dieses Bulletin erfolgt voraussichtlich am 30. Juli 2018.


Frauenfeld, 23. Juli 2018,
Amt für Umwelt und Landwirtschaftsamt

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