Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Ende gut, alles gut

Ausgabe Nummer 44 (2015)

Der Trockenheit zum Trotz: Alles in allem ziehen die Produzenten eine positive Bilanz über die Sommerfrüchtesaison. Die Früchte reiften unter guten Bedingungen, litten aber teilweise unter der Sommerhitze. Die Erntemengen erreichten zwar nicht ganz die Vorjahresmengen, liegen aber immer noch über dem langjährigen Mittel. Die Kirschessigfliege war jederzeit präsent, verursachte aber weniger Schäden als befürchtet worden war.

Das Sommerfrüchtejahr 2015 verlief mehrheitlich positiv, auch wenn die Wetterbedingungen zwischendurch recht herausfordernd waren. Nach dem mehrheitlich milden Frühjahr war die Sommersaison stark durch die Sommerhitze geprägt. Probleme bereiteten die Trockenheit und die intensive Sonneneinstrahlung. Temperaturmässig lag der Sommer 2015 nur wenig hinter dem bisherigen Jahrhundertsommer von 2003 zurück. Der Juli war sogar der heisseste, seit die Temperaturdaten erfasst werden.

Sommerhitze machte den Beeren zu schaffen
Die Beeren litten am Meisten unter den Witterungsbedingungen. Trotzdem darf generell eine positive Bilanz gezogen werden. Die Sommerfrüchtesaison startete Anfang Mai mit den Erdbeeren, rund eine Woche später als 2014. Die Erntemengen stiegen stetig an, allerdings bremste kaltes Wetter in der zweiten Maihälfte die Fruchtreifung. Ab Anfang Juni reiften die Freilandkulturen dann bei hochsommerlichen Temperaturen in allen Regionen gleichzeitig. Die Nachfrage im Detailhandel hielt nicht Schritt mit den grossen Erntemengen. Die Erdbeeren konnten in dieser Zeitperiode nicht wie gewünscht vermarktet werden und Produzenten mussten teilweise herbe Verluste hinnehmen. Ab Mitte Juni entspannte sich dann die Situation und die Erdbeeren konnten gut verkauft werden. Bis Anfang Oktober wurden rund 7326 Tonnen Erdbeeren vermarktet, 85 % der Vorjahresmenge (8720 Tonnen).
Die ersten Himbeeren wurden Anfang Juni geerntet, die Erntemengen nahmen dann aber weniger stark zu als im Vorjahr, dafür traten am Markt kaum Probleme auf. Die Hitze, beziehungsweise die intensive Sonneneinstrahlung Ende Juni /Anfang Juli, machte den Kulturen allerdings zu schaffen. Wegen Sonnenbrand- Schäden konnten viele Himbeeren nicht vermarktet werden. Insbesondere bei den Herbsthimbeeren wartete man vergeblich auf die grossen Mengen. Trotzdem lässt sich die vermarktete Menge sehen: Mit 1355 Tonnen liegt die Erntemenge 2015 nur knapp unter dem Vorjahreswert von 1405 Tonnen.
Bei den übrigen Strauchbeeren wurden sowohl mengen- wie auch qualitätsmässig erneut gute Ernten eingefahren:
Heidelbeeren: 410 Tonnen (2014: 458 Tonnen)
Brombeeren: 397 Tonnen (2014: 420 Tonnen)
Johannisbeeren: 265 Tonnen (2014: 278 Tonnen)
Stachelbeeren: 46 Tonnen (2014: 45 Tonnen)
Cassis: 16 Tonnen (2014: 16 Tonnen)

Weniger Kirschen 28+ als erwartet
Dieses Jahr beeinflusste das heisse, trockene Sommerwetter das Wachstum der Kirschen. Die Früchte wurden weniger gross als erwartet und reiften schnell ab. So lag dann insbesondere die Menge der Klasse 28+ (Früchte mit mehr als 28 mm Durchmesser) mit 586 Tonnen deutlich unter der Erwartung von 1100 Tonnen. In der Klasse 24+ wurde mit 1274 Tonnen nahezu so viel geerntet wie erwartet worden war (1300 Tonnen). In der Klasse 21+ hingegen lag die Erntemenge mit 334 Tonnen unter der Ernteschätzung von 550 Tonnen. Verglichen mit dem Zehnjahresmittel von rund 1900 Tonnen kann die Ernte im aktuellen Jahr trotz allen Widrigkeiten als gut bezeichnet werden. Eine grosse Abweichung ergab sich auch bei den Industriekirschen, wo rund 900 Tonnen erwartet wurden, aber nur rund 478 Tonnen abgeliefert werden konnte. Verantwortlich war hier aber in erster Linie die kurzfristige Ankündigung des Detailhandels und der Verarbeitungsindustrie, deutlich weniger Früchte zu übernehmen.

Bei den Aprikosen rechnete man erneut mit einer guten Ernte und einer Handelsmenge von rund 4100 Tonnen in der Klasse 1. Trotz Hagelschlägen im Frühjahr und extremer Sommerhitze sind bis zum Ende der Ernte gut 3744 Tonnen Aprikosen der Klasse 1 in den Handel gelangt. Dieser Wert liegt zwar deutlich unter der Menge des Vorjahres mit 5360 Tonnen, aber im Bereich der Jahre 2012 oder 2013.

Die erwartete Menge von 3200 Tonnen Zwetschgen wurde mit einer gemeldeten Menge von 3146 Tonnen nahezu erreicht. Bei den Zwetschgen 33 mm wurde die Schätzung von 1835 Tonnen mit effektiv 1897 Tonnen leicht übertroffen. Bei den Fellenberg waren die geernteten 1249 Tonnen leicht unter den erwarteten 1389 Tonnen.

Hohe Qualität trotz schwierigen Bedingungen
Im Gegensatz zum Vorjahr lief der Markt für die Sommerfrüchte hervorragend. Welche Faktoren dazu beigetragen haben, ist schwer zu sagen. Es ist aber einleuchtend, dass die Konsumenten bei schönem Sommerwetter mehr frische Früchte essen als bei kühler, regnerischer Witterung. Sicher haben auch die marktkonformen Mengen dazu beigetragen, dass die Vermarktung deutlich weniger Probleme bereitet hat als im Vorjahr. Und nicht zuletzt sorgten die Produzenten trotz schwierigen Anbaubedingungen dafür, dass die Qualität der Früchte jederzeit gewährleistet war.
Die Kunden in der Schweiz sind anspruchsvoll. So unterschiedlich die Ansprüche und der Geschmack auch sind: Die letzte Qualitätskontrolle macht der Kunde selber – mit seinem Kaufentscheid hat er dazu das wohl wirkungsvollste Instrument zur Hand. Schön, dass sich immer mehr Schweizerinnen und Schweizer für inländische Früchte entscheiden.

www.swissfruit.ch













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