Ausgabe Nummer 44 (2008)

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Energie aus biogenen Reststoffen und aus Hofdünger nutzen

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau will die Erzeugung von erneuerbarer Energie aus biogenen Reststoffen, insbesondere aus Hofdünger, verstärken. Er hat von einem entsprechenden Bericht Kenntnis genommen und Grundsätze für die Planung von Vergärungsanlagen festgelegt.

Im Konzept des Regierungsrates zur verstärkten Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz wird ein grosses Potenzial im Bereich der Biomasse ohne Holz ausgewiesen. Um ein detailliertes Bild der Situation betreffend biogener Abfallstoffe im Kanton zu erhalten, hat die Abteilung Energie im Departement für Inneres und Volkswirtschaft (DIV) die Studie «Potenziale der energetischen Nutzung biogener Abfallstoffe im Kanton Thurgau» erarbeitet. Darin wurden unter anderem die biogenen Stoffflüsse aufgrund der vorhandenen Abfalldaten untersucht. Die Studie hat ein grosses ungenutztes Potenzial aufgezeigt, vor allem im Bereich des Hofdüngers, aber auch bei den biogenen Abfällen.
Aufgrund der Studie sind die Grundlagen für eine energietechnische Nutzung der Biomasse vorhanden. Mit der Einführung der kostendeckenden Einspeisevergütung des Bundes ist auch das Interesse an Vergärungsanlagen deutlich gestiegen. Die angebotsgerechte Planung dieser Anlagen will die Regierung mittels kantonaler Grundsätze sicherstellen, die in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt und der Abteilung Energie entwickelt wurden. Gemäss den Grundsätzen soll die Erzeugung von erneuerbarer Energie aus biogenen Reststoffen, insbesondere aus Hofdünger, verstärkt werden. Geeignete biogene Abfälle sind durch Vergärung und/oder Kompostierung zu verwerten. Dabei ist die Vergärung mit Nutzung der Energie der reinen Kompostierung vorzuziehen. Die Abfälle sollen möglichst lokal verwertet werden, das heisst, die Standorte der Anlagen sind so zu wählen, dass möglichst kurze Transportwege entstehen. Die Anlagen sollten gemeindeübergreifend geplant und betrieben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Überkapazitäten entstehen. Die erzeugte Energie in Form von Abwärme, Strom oder Gas ist in der Regel vollständig zu nutzen. Auf die Produktion von Biomasse für die Erzeu- gung von Treibstoff ist gemäss den Grundsätzen dann zu verzichten, wenn die Anbaufläche auch für die Produktion von Nahrungsmitteln eingesetzt werden kann.
Die Studie «Potenziale der energietechnischen Nutzung biogener Abfälle im Kanton Thurgau» kann bei der Abteilung Energie des Kantons Thurgau unter der Telefonnummer 052 7242426 bezogen werden.

Bernard Dubochet, Abteilung Energie des Kantons Thurgau.