Ausgabe Nummer 52 (2009)

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Energieproduktion aus Grüngut und Hofdünger

Vor vielen Pressevertretern stellten bäuerliche Organisationen und die Gemeindeammänner aus Wängi und Tägerwilen die Gewinnung von Energie aus Grüngut und Hofdünger in der Region vor.


«Im Kanton Thurgau fallen grosse Mengen an Grüngut an. Sie stammen aus den Grüngutsammlungen der Gemeinden, aus dem Gartenbau und der Landwirtschaft. Diese vermeintlichen Abfallstoffe sind biogene Wertstoffe, aus denen in Biogasanlagen heute schon Strom und Wärme produziert werden», sagte Andreas Binswanger, Präsident Kommission erneuerbare Energien des Verbands Thurgauer Landwirtschaft, an der Pressekonferenz in Wängi. Nebenprodukte aus der Veredelung von Rohstoffen zu Nahrungsmitteln, Mist und Gülle seien weitere Potenziale zur Gewinnung von erneuerbarer Energie. Dieses Potenzial an erneuerbaren Energie sei unter anderem mit der Studie des Kantons «Potenziale der energetischen Nutzung biogener Abfälle im Kanton Thurgau» eruiert worden. Das Potenzial aus der Lebensmittelbranche sei zwischenzeitlich allerdings relativiert worden, stellte Binswanger fest.

Grüngut zusammen mit Hofdünger nutzen.
Wie Christian Eggenberger, Leiter Energie und Landtechnik, BBZ Arenenberg, erklärte, verbleiben rund 15 000 Tonnen vergärbares Grüngut zur energetischen Nutzung in Biogasanlagen. Diese Menge vergärbares Grüngut ermögliche eine Bruttoenergieproduktion von 4,8 GWh, womit 440 Haushalte mit Strom versorgt und zusätzlich 180 000 Liter Heizöl ersetzt werden können. Wesentlich mehr Energie könne gewonnen werden, wenn das Grüngut zusammen mit Hofdünger verarbeitet werde. Die 500 000 Tonnen Hofdünger aus dem Thurgau ermöglichen eine Bruttoenergieproduktion von 59,6 GWh. Diese Energie reiche, um 5000 Haushalte mit Strom zu versorgen und zusätzlich 2 086 000 Liter Öl zu ersetzen.

Herstellung von Qualitätskompost
Seit bald zwei Jahrzehnten biete das Kompostforum Ostschweiz der Branche Aus- und Weiterbildung sowie Interessenvertretungen auf allen Ebenen an, sagte Joe Santo, Vizepräsident Kompostforum Ostschweiz. Die Herstellung von Qualitätskompost als organischer Volldünger und Bodenverbesserer sei ein Ziel der Ostschweizer Kompostierer. Diese seien als Dienstleister auch verlässliche Partner für den Kanton, die Gemeinden und das Gewerbe aus der Region. Im Thurgau seien zurzeit sechs Biogasanlagen in Betrieb, sagte Stefan Mutzner, Geschäftsführer Ökostrom Schweiz. Nach seiner Meinung ist weiteres Potenzial für zehn bis 15 Biogasanlagen in unserem Kanton vorhanden. Die Biogasanlagen leisten nebst der dezentralen Strom- und Wärmeproduktion einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Gemeinden sind interessiert
Von guten Erfahrungen mit dem Grüngutkompostplatz «Schönenberg» in Wängi, sprach Gemeindeammann Benno Storchenegger, Wängi. Das durch die Bevölkerung angelieferte Grüngut finde zu zwei Drittel Weiterverwendung als Gartenerde. Anfängliche Geruchsimmissionen zu Lasten der näheren Umgebung konnten dank guter Zusammenarbeit mit den Verarbeitern ausgeräumt werden. «Die Bevölkerung und die Gemeindebehörden anerkennen und schätzen die Dienstleistung der regionalen Kompostierung vor Ort in der Gemeinde Wängi», so Storchenegger. Gemeindeammann Markus Thalmann, Tägerwilen TG, stellte das Projekt für den Bau einer Biogasanlage in Synergie mit der bestehenden Kompostieranlage und der Holzverstromungsanlage vor. Der Abschluss der Pressekonferenz «Landwirtschaft produziert Energie aus Grüngut – sauber, effizient und regional », bildete die Besichtigung der regionalen Kompostieranlage von Hansruedi Osterwalder, Wängi, und die Biogasanlage seines Nachbarn Jürg Sprenger.

Mario Tosato



Informierten über Grüngutverwertung und Biogasanlagen (vorne von links): Jürg
Sprenger, Joe Santo, Andreas Binswanger, Christian Eggenberger, Stefan Mutzner, Hansruedi
Osterwalder. Hinten: Markus Thalmann (links) und Benno Storchenegger. (tos)
Informierten über Grüngutverwertung und Biogasanlagen (vorne von links): Jürg Sprenger, Joe Santo, Andreas Binswanger, Christian Eggenberger, Stefan Mutzner, Hansruedi Osterwalder. Hinten: Markus Thalmann (links) und Benno Storchenegger. (tos)