Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
21. September 2018


Entschädigung für Schäden im Kulturland

Ausgabe Nummer 16 (2017)

Als Landeigentümer wird man manchmal angefragt, ob man sein Land für eine Veranstaltung als Festgelände oder Parkplatz zur Verfügung stellt. Auch bei Bauvorhaben wird das Land gerne vorübergehend für die Zwischenlagerung von Humus gebraucht oder eine Leitung soll hindurchgeführt werden. Da stellt sich die Frage, wie hoch die Entschädigung für den Landeigentümer sein soll.

Grundlagen
Der Schweizerische Bauernverband publiziert jedes Jahr die Ansätze für Entschädigungen von Kulturschäden bei Strommasten, Schächten, erdverlegten Leitungen usw. Diese Ansätze werden mit Vertretern der Netzbetreiber und der Baubranche ausgehandelt und werden von den Baufirmen, Telekomunikations- und Energieunternehmen akzeptiert und angewendet. Die aktuellen Ansätze können direkt beim Bauernverband in Brugg bestellt oder bei der kantonalen Beratung nachgefragt werden.

Grundsatz bei Schäden
Grundsätzlich muss der entstehende Schaden vergütet werden. Der Schaden kann aus dem Ernteverlust und einer Bewirtschaftungserschwernis bestehen. Stellt ein Landeigentümer sein Land freiwillig zu Verfügung, sollte die freiwillige Bereitschaft zur Duldung eines Landschadens ebenfalls vergütet werden.

Für die Berechnung des Schadens sind vom Rohertrag die bei wegfallender Bewirtschaftung einsparbaren Kosten in Abzug zu bringen. Der so berechnete Deckungsbeitrag entspricht der jährlichen Entschädigung respektive dem Ernteausfall. Bei Grünland, das kurzzeitig beansprucht wird, werden die Schnitte entschädigt, die wegfallen.

+ Erntewert geschädigte Kultur
– Erntekosten
= Entschädigung

Schadensminderung
Ist bei einer Ackerkultur eine Nachsaat möglich, oder kann eine Ersatzkultur angesät werden, so ist man als Landwirt verpflichtet dies zu tun. Dadurch kann der Schaden minimiert werden. Der Deckungsbeitrag der Ersatzkultur muss vom Schaden abgezogen werden.

+ Erntewert geschädigte Kultur
– Erntekosten
= Schaden
– Erntewert Ersatzkultur
+ Erntekosten Ersatzkultur
+ Kosten Saatbeetbereitung und Ansaat Ersatzkultur
= Entschädigung

Direktzahlungen
Direktzahlungen gibt es nur für Flächen, deren Hauptnutzen landwirtschaftlich ist. Ist es durch irgendwelche Gründe nicht möglich die Fläche hauptsächlich landwirtschaftlich zu nutzen, muss dies dem Landwirtschaftsamt gemeldet werden. Im Futterbau gehören als Faustzahl die ersten drei Schnitte zum Hauptnutzen.
Für Flächen die über längere Zeit nicht landwirtschaftlich genutzt werden können, erhält man keine Direktzahlungen. Dieser Ausfall ist über die Entschädigung zu begleichen.
Als Landwirt ist man in der Pflicht, dem Landwirtschaftsamt zu melden, wenn Flächen vorübergehend nicht landwirtschaftlich genutzt werden.


Christian Strub, Berater
BBZ Arenenberg




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