Ausgabe Nummer 5 (2005)

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Er gehört einfach zur Familie

Peter Epper lebt und arbeitet seit 20 Jahren bei Familie Eisenegger in Bettwiesen
 
Er gehört einfach zur Familie
 
Seit Juni 1984 arbeitet Peter Epper als landwirtschaftlicher Mitarbeiter auf dem Betrieb von Margrit und Louis Eisenegger in Bettwiesen. In seinen Ferien reist er gerne in ferne Länder und hat deshalb schon mehr gesehen als sein Arbeitgeber.
 
Peter Epper (rechts) mit seinen langjährigen Arbeitgebern, Margrit und Louis Eisenegger.
 
«29-jähriger Mann sucht Arbeit». Dieses Inserat in der Glückspost brachte für Peter Epper aus Thayngen Glück und eine entscheidende Wende in seinem Leben. Denn eben dieses Inserat wurde von der Familie Margrit und Louis Eisenegger in Bettwiesen gelesen. Sie suchten jemanden für leichtere Arbeiten, da der Vater von Louis Eisenegger schwer erkrankt war und von der Familie daheim gepflegt wurde. Peter dachte zwar eher an leichtere Arbeiten in einer Gärtnerei als auf einem Bauernhof. Aber ein Versuch war es ihm wert, da ihm die Arbeit in einer Ziegelei sowieso nicht mehr gefiel. Die junge Familie mit einem kleinen Büblein entschied sich in der Folge, den jungen Mann bei sich aufzunehmen. Das geschah im Juni 1984. Die Familie vergrösserte sich mit den Jahren noch um drei Mädchen, und im vergangenen Sommer durfte Peter bereits sein 20-Jahr-Dienstjubiläum feiern. Das Zusammenleben mit einer fremden Familie musste gelernt werden, aber heute fühlt sich Peter wohl in seinem zweiten Daheim.

Am liebsten Obst auflesen
Nein, melken und Traktor fahren, das liege ihm nicht, aber sonst helfe er überall gerne mit, meint Peter Epper. Es gibt ja auf dem Milchwirtschaftsbetrieb von Eiseneggers sonst genug zu tun. «Wir können auch einmal einen freien Tag machen. Meistens ist eines der Kinder da, um die Melkarbeit zu übernehmen. Alle übrigen Arbeiten wie füttern und misten kann Peter gut selber erledigen», freuen sich Margrit und Louis Eisenegger. Obst auflesen ist eine weitere Lieblingsarbeit von ihm. Und das nicht nur auf dem Hof von Eiseneggers. Nein, auch die Nachbarn profitieren von seiner liebsten Beschäftigung.

Peter Epper mit seinen Eltern (rechts
der Siloballe) an der Dienstjubiläumsfeier,
zusammen mit seinen Arbeitgebern,
Margrit und Louis Eisenegger.

Reisen ja, aber ohne Flugzeug
Dass sich Peter Epper auch ausserhalb der Familie gut zurecht findet, ist unbestritten. Zwar ist ihm jegliches Gefährt, das mit Rädern ausgestattet und von ihm gelenkt werden soll, ein Gräuel. Aber der Bahnhof Bettwiesen ist nur zwei Kilometer entfernt. Der Fussmarsch bis dorthin dient der Fitness. Und dann geht es erst so richtig los. Auf seinen Carfahrten mit den verschiedensten Reisegruppen bereiste er schon Länder wie Tunesien, Spanien, Deutschland, Österreich, Belgien, Holland und Luxemburg. Flugreisen macht er keine. Nur einmal sei er mit dem Flugzeug von Spanien retour geflogen, das sei auch sehr interessant gewesen. Auf diesen Reisen waren immer alle Teilnehmer wildfremde Leute. Das sei aber interessant, man lerne immer wieder viele neue Gesichter kennen, freut sich der reiselustige Peter. Bei Rundfahrten wurden viele Sehenswürdigkeiten der verschiedenen Ländern besichtigt. «Peter hat mehr von der Welt gesehen als wir», lacht Louis Eisenegger.

Ein Jassmeister
In seiner Freizeit bleibt Peter nicht untätig zu Hause. Jassen ist eine seiner Leidenschaften. In Bettwiesen hat er Kollegen, die gerne ab und zu einen Jass mit ihm klopfen. Dass er dabei sehr geschickt ist, beweist die Tatsache, dass er in Bettwiesen sogar einmal ein Jasstournier gewonnen hat. Schach spielen und Kreuzworträtsel lösen sind weitere Lieblingsbeschäftigungen von ihm. Das seien gute Trainingsmöglichkeiten für das Gedächtnis, stellt er ganz bescheiden fest. Für die Kinder von Eiseneggers war Peter ebenfalls ein guter Mitspieler, und dabei sei es oft laut zu und hergegangen. Aber alle schätzen Peter. Er gehört einfach zur Familie. Befürchtungen, dass sich dies mit zunehmendem Alter der Kinder ändern könnte, bestätigten sich nicht.

Freizeit gibt Freiraum
Jedes zweite Wochenende hat Peter frei. Diese zwei freien Tage benutzt er dazu, seine Eltern in Thayngen zu besuchen. Diese Wochenenden werden von allen geschätzt. Es gibt etwas Distanz und erleichtert das Zusammenleben. Denn Toleranz ist von allen Mitbewohnern gefragt, und damit funktioniert auch das Familienleben. Wie in allen Partnerschaften gibt es auch hier gute und weniger gute Tage. Aber Margrit und Louis als auch Peter betonen ganz klar, dass sie es gut haben zusammen.

Hanni Schild
 

Langjährige Angestellte geehrt
Aufgrund der Ausschreibung im Thurgauer Bauer können wir drei langjährigen Mitarbeitern zum Dienstjubiläum gratulieren. Der Thurgauer Bauernverband dankt zusammen mit den Arbeitgebern den drei Jubilaren herzlich für ihren treuen Dienst in der Landwirtschaft und wünscht ihnen weiterhin viel Freude bei der Arbeit und gute Gesundheit.
38 Dienstjahre: Hanspeter Ritz,
bei Daniel Erb in Schlatt
35 Dienstjahre: Jakob Knaus, bei der Stiftung Kartause Ittingen in Warth
20 Dienstjahre: Peter Epper,
bei Familie Eisenegger in Bettwiesen (siehe Bericht)

 
 
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