Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Erfinderischer Apfelbauer

Ausgabe Nummer 40 (2015)

Beat Beerli aus Hörhausen kreierte mit dem Weinbauer Michael Burkhart aus Weinfelden ein Schaumgetränk

Damit ein Apfel als Tafelobst verkauft werden kann, muss er bestimmte Vorgaben an Grösse, Farbe und Form sowie Zucker- und Säuregehalt erfüllen. Was passiert mit den Äpfeln, die nicht diesen Vorgaben entsprechen? Beat Beerli aus Hörhausen: «Alles, was darüber oder darunter liegt, geht in den Mostobstkanal, dies ist für uns preislich natürlich weniger interessant. » Beat Beerli gehört zu den grössten Obstproduzenten auf dem Seerücken und pflegt auf 22 Hektaren Apfelbäume für Tafelobst. Momentan ist er mit seinem Team aus 15 Erntehelfern gerade bei der Hauptlese.
Zusammen mit seinem Kollegen Michael Burkhart vom Weingut Burkhart aus Weinfelden überlegte er sich, wie Beerli seine 2.-Klasse-Äpfel weiterverarbeiten könnte, um die Preisdifferenz zum 1.-Klasse-Apfel abzufedern. Vor allem der rotfleischige Redlove- Apfel faszinierte die beiden, Beat Beerli baut diese Sorte auf 2½ Hektaren an. «Diese Sorte ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt und ist eher ein ‹Gag›», Beat Beerli denkt da vor allem an rotes Apfelmus oder rote Apfelringli.

Experiment mit Redlove
Beerli und Burkhart begannen, mit Redlove zu experimentieren. «Die grösste Schwierigkeit war, dass die Gärung der Äpfel wegen des Säuregehalts beinahe unkontrollierbar war.» Bei den Trauben sei dies aufgrund des Zuckergehalts einfacher. «Mit den rotfleischigen Äpfeln machten wir bereits 2013 den ersten Versuch für ein Schaumgetränk», berichtet Beat Beerli.
Letztes Jahr produzierten Beat Beerli und Michael Burkhart erstmals seine zartrosa «fruchtige Erfrischung », wie es auf der Etikette von «mela+vino» heisst, dem alkoholischen Schaumgetränk aus Apfelund Traubensaft, dabei verwendete er der Farbe wegen, die rotfleischen Redlove-Äpfel. Das alkoholfreie Pendant dazu heisst «meluva». Die 500 Flaschen waren innert kurzer Zeit, hauptsächlich an Restaurants verkauft. Beat Beerli: «Es macht Spass, aber der Aufwand ist enorm.» Beerli war sogar mit einen Schweizer Grossverteiler im Gespräch, «aber da können wir rein preislich nicht mithalten».


Salome Preiswerk Guhl,
Homburg




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