Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Erfolgreiches Schweizer Beerenseminar im Thurgau

Ausgabe Nummer 1 (2015)

Am Schweizer Beerenseminar treffen sich jeweils die Profis der Branche, erhalten neues Wissen und tauschen sich aus. Auch manch neue Allianz wird da geschmiedet. Ende November fand das zweitägige Beerenseminar 2014 in der Kartause Ittingen statt. Die Teilnehmenden erfuhren viel Wissenswertes und blicken optimistisch in die Zukunft.

Kirschessigfliege beschäftigt
Die Kirschessigfliege, zweifelsohne das Unwort des Jahres aus landwirtschaftlicher Sicht, beschäftigte die Produzenten. Das Beerenseminar gewichtete dieses Thema denn auch sehr stark. Ein Vortrag von Catherine Baroffio der Agroscope, und Florian Zerulla der Uni Hohenheim brachte die Teilnehmenden auf den neusten Stand. Dabei zeigte sich auch, dass bei den Wissenschaftlern unterschiedliche Standpunkte bestehen und noch viel Forschungsarbeit nötig ist. Einig sind sie sich jedoch, dass eine reine Insektizidstrategie nicht zielführend ist. Vielmehr sind bekannte Massnahmen wie Erntehygiene, Fallen, Netze und eventuell auch gezielte Applikationen mit Löschkalk die Faktoren einer erfolgreichen Bekämpfung.

Dynamischer Beerenmarkt
Die Beerenflächen nahmen in den letzten Jahren konstant zu. Heute ist die Erdbeerfläche höher als die gesamte Beerenfläche vor 30 Jahren, berichtete Seminarleiter Jimmy Mariéthoz vom BBZ Arenenberg. Diese erfreuliche Entwicklung zeigt denn auch, dass Schweizer Beeren bei den Konsumenten im Trend sind. Positiv ist auch die Heidelbeerproduktion. Sie nahm in den letzten zehn Jahren um über 50 Prozent zu, obwohl für dieses Produkt kein Grenzschutz besteht.
Für den Handel ist die Schweizer Beere auch ein wichtiges Produkt. Sie ist Imageträger und Umsatzbringer zugleich. In der letzten Saison vermochte das Beerentrio mit einer Auswahl an Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren in einer Verpackung die Konsumenten zu überzeugen. Das zeigte wiederum, dass die Präsentation der Waren ein wichtiges Verkaufsinstrument ist.

In einer anderen Welt
Veiling Hoogstraten, ein belgischer Früchte- und Gemüsevermarkter, handelt seine Ware weltweit und online über eine simultane Uhrenversteigerung. So finden jährlich 31 000 Tonnen Erdbeeren den Weg zu den Kunden. Wichtig für den Erfolg sei Flexibilität aber auch Standhaftigkeit, so der Geschäftsführer Gaston Opdekamp, der extra in die Schweiz gereist war. So wird bei Veiling Hoogstraten nicht unter dem Minimalpreis verkauft.

Produktion der Zukunft
Die Beerenproduktion weiter zu verbessern ist das ständige Ziel der Produzenten. Sie waren denn auch gespannt über die Neuigkeiten, welche André Ancay von der Agroscope im Gepäck hatte. Seine aktuellen Versuche zeigen, dass die Bewässerungsmenge das Fruchtgewicht bei Himbeeren signifikant beeinflusst. Bei den Erdbeeren stellte er neue Sorten vor, welche arbeitswirtschaftliche Vorteile bringen mögen.

Erfolgreiches Seminar
Jürg Beiner, Präsident des Produktzentrums Beeren, hatte die Ehre des Schlusswortes. Er durfte Jimmy Mariéthoz und seinem Team für die gelungene Durchführung des Beerenseminars danken. Dieses wird mit seiner Strahlkraft weit über den Thurgau hinaus den Teilnehmenden in positiver Erinnerung bleiben.


Florian Sandrini,
BBZ Arenenberg







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