Ausgabe Nummer 21 (2009)

zurück zur Übersicht

Ernährung und Rezepte: Blüten auf dem Teller

Blumen sind nicht nur als Strauss gebunden eine Augenweide, auch als Dekoration und bunte Beilage zu Salaten und Desserts sorgen sie für Abwechslung. Bowlen, Sirup und Gelées geben sie mit ihren besonderen Aromen einen verführerischen Geschmack. Grosse Blüten von Zucchetti oder Kürbis eignen sich zum Füllen. Die Blütenblätterpracht in unserem Garten reicht, um unserem Gericht eine ganz besondere Note zu verleihen.

Keine Neuentdeckung
Schon die Römer, Azteken und Griechen verfeinerten ihre Gerichte mit kostbaren Blüten. In Asien zählen blumige Speisen zu den Delikatessen. Im Laufe der Geschichte geriet dieses Wissen etwas in Vergessenheit. Unsere Grossmütter wussten noch genau, wie man Sekt, Sirup und Salben herstellt. Wir müssen uns heute wieder vorsichtig an die überlieferten Rezepte herantasten.

Verwendung der Blüten
Kleine Blüten wie Gänseblümchen, die blauen Borretsch-Sternchen, Veilchen oder Erdbeerblüten werden ganz über die Speisen gestreut. Dasselbe gilt für alle Blüten der Gewürzkräuter wie Salbei (rot oder blau blühend), Rosmarin, Thymian, Pfefferminze usw. Bei den Blüten von Korbblütlern (Ringelblume, Margerite und Chrysantheme) zupft man nur die äusseren, zarten Blütenblätter ab. Sie werden am Morgen, wenn der Tau getrocknet ist, die Blüten aber noch nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist, geerntet. Die Blüten anschliessend mit kaltem Wasser waschen und mit Haushaltpapier trocken tupfen. Stempel (meist bitter), Staubblätter und grüne Teile vorsichtig entfernen. Blüten sollten nicht an schadstoffbelasteten Wegrändern geerntet werden. Keine gespritzten Pflanzen in der Nähe von Anlagen sammeln, der eigene Garten gibt mehr Sicherheit diesbezüglich. Falls die bunte Pracht nicht sofort verarbeitet werden kann, legt man sie mit etwas feuchter Watte im Plastikbeutel in den Kühlschrank.

Geeignete Blüten
Frühlinsblüten: Veilchen, Gewürzkräuterblüten wie Schnittlauch, Salbei, Thymian, Minze, Löwenzahn, Pfi ngst- und Duftrosen, Lavendel.
Sommerblüten: Duftgeranien, Duftbegonien, Borretsch, Ringelblumen, Kornblumen, Kapuzinerkresse, Zucchettiblüten.
Herbstblüten:
Sonnenblumen, Dahlien, Kürbis, Tagetes.
Achtung: Nicht alle Blüten sind essbar, einige sind sogar sehr giftig! Bitte essen Sie nur die Ihnen bekannten Blumen.

 

Eiwürfel mit bunten Blüten

Zutaten:
Kleine Blüten, zum Beispiel von Gewürzen (siehe oben) Mineralwasser ohne Kohlensäure

Zubereitung
Die Blüten in Eiswürfelbehälter einzeln verteilen, mit Mineralwasser bis zur Hälfte auffüllen, gefrieren. Mineralwasser wird weniger trüb als Leitungswasser und die Blüten schwimmen nicht ganz nach oben. Anschliessend ganz auffüllen und nochmals gefrieren.

 

Holunderblütensirup

Zutaten
1 l Wasser
6 bis 8 Holunderblüten
1 kg Zucker
20 g Zitronensäure

Zubereitung
Die Blüten auf Ungeziefer überprüfen, in eine grosse Glas- oder Porzellanschüssel geben, Wasser aufkochen und darüber giessen. Zucker und Zitronensäure beigeben und gut umrühren. Ein bis zwei Tage stehen lassen, gelegentlich rühren, damit sich der Zucker und die Zitronensäure gut lösen. Absieben, anschliessend aufkochen und randvoll in vorgewärmte Flaschen heiss einfüllen, kühl aufbewahren und innert Jahresfrist aufbrauchen. Angefangene Flaschen im Kühlschrank aufbewahren und innert drei Wochen verbrauchen.

 

Schlüssel- oder Gänseblümchensuppe 

Zutaten:
7,5 dl Bouillon (nicht zu salzig)
100 g Schlüssel- oder Gänseblümchen
1 El Butter
1 El Mehl
Salz, Pfeffer
2 El Crème fraîche

Zubereitung
Die Bouillon in einer Pfanne aufkochen. Blümchen waschen, einige Blüten für die Dekoration beiseite legen, den Rest von Stielen entfernen, hacken, in die Bouillon geben und einige Minuten köcheln lassen. Butter und Mehl zusammen verrühren, der Suppe unter Rühren beigeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Crème fraîche zum Verfeinern einrühren, mit den ganzen Blumenköpfen garnieren und sofort servieren.

 

Lavendelmuffins

Zutaten
1 Tl Lavendelblüten
60 g Butter weich
50 g Honig
1 Tl Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
5 El Crème fraîche
125 g Mehl
1 Tl Backpulver
Puderzucker
Lavendel oder Veilchen zum Garnieren

Zubereitung
Muffinblech oder Papiermanschetten bereitstellen, eventuell einfetten. Backofen auf 180 °C vorheizen. Lavendel mit dem Mörser oder Cutter fein zerkleinern. Butter, Honig, Vanillezucker, Salz und Ei schaumig rühren, Crème fraîche dazu geben, Mehl, Backpulver und Lavendel beigeben und verrühren. Den Teig in die vorbereiteten Förmchen verteilen.
Backen: In der Mitte des vorgeheizten Ofens bei 180 °C zirka 10 Minuten. Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Puderzucker und Blüten garnieren.

BBZ Arenenberg, Ländliche Hauswirtschaft und Familie, Rita Höpli



Essbare Blüten von links nach rechts:
Roter Klee, Margerite, rote und blaue
Salbeiblüte, Lavendel, Schnittlauchblüte,
Stiefmütterchen. (zVg)
Essbare Blüten von links nach rechts: Roter Klee, Margerite, rote und blaue Salbeiblüte, Lavendel, Schnittlauchblüte, Stiefmütterchen. (zVg)

Gänseblümchensuppe mit Blütensträusschen.
(zVg)
Gänseblümchensuppe mit Blütensträusschen. (zVg)