Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. Februar 2019


Ernährung und Rezepte: Bodenkohlrabi - neu entdeckt

Ausgabe Nummer 6 (2019)

Alte Gemüsesorten erleben hie und da eine Wiederentdeckung. Genau so ist es mit den Bodenkohlrabi, die eine eher längere Kochzeit und einen speziellen Geschmack aufweisen.

Ein altes Gemüse – viele Namen
Bodenkohlrabi sind mit dem Raps nahe verwandt. Man nimmt an, dass die Steckrübe, wie das Gemüse auch genannt wird, zufällig aus einer Kreuzung zwischen dem Kohlrabi und der Herbstrübe entstanden ist. Darum finden wir auch Namen wie Rübkohl als Bezeichnung. Wurke und Teltowerrüben sind Namen, welche wir ebenfalls in verschiedenen Unterlagen zu Bodenkohlrabi finden. Steckrüben waren in Notzeiten die letzte Nahrungsreserve für einen Grossteil der Bevölkerung. Noch heute sind sie ein gesundes, vitaminreiches Wintergemüse, das roh oder gekocht, oft in Eintöpfen gegessen werden kann. Bodenkohlrabi sind reich an Traubenzucker, Kalzium, Provitamin A und den Vitaminen B1, B2 und C.

Erkennungsmerkmale und Geschmack
Bodenkohlrabi wachsen, wie es der Name schon sagt, im Boden, im Gegensatz zum Kohlrabi, welcher oberirdisch gedeiht und nur mit der Wurzel in der Erde steckt. Sie sind sehr hart und können bis zu 1,5 kg schwer werden. Das Kraut erinnert eher an die violett-weissen Sauerrüben, aus welchen wir im Herbst «Räbeliechtli» schnitzen. Das Wurzelwerk könnte vom Sellerie stammen. Eine oben grünliche, unten gelbe, dicke Haut gibt einen festen Gemüsekörper mit gelber Farbe frei. Der Geschmack der rohen Bodenkohlrabi ist eher herb und erdig. Mir scheint, dass die erwähnten Gemüse, mit welchen wir das alte Wintergemüse vergleichen können, ihren Teil zum Geschmack beitragen. Gekocht kommt der eher spezielle, säuerliche Aspekt zum Tragen.
Tipp: Bodenkohlrabi haben eine eher längere Kochzeit. Kochen wir sie mit Kartoffeln und Rüebli, ist es ratsam, die in Stücke geschnittenen Bodenkohlrabi zuerst in die Pfanne zu geben, nach 5 Minuten die Kartoffelwürfel und dann die Rüeblistücke, damit alles gleichzeitig gegart ist.


Gedämpfte Bodenkohlrabi

Zutaten
400 g Bodenkohlrabi
1 Zwiebel
Bratbutter
Salz, Pfeffer
0,5 Deziliter Gemüsebouillon
1 Prise Zucker
etwas Safran
1 Bund Peterli

Zubereitung
Die Bodenkohlrabi vom Kraut befreien, eventuell mit einer Bürste waschen, anschliessend mit einem Messer die dicke Haut entfernen, halbieren, in 0,5 cm dicke Scheiben und diese in 0,5 cm dicke Stäbchen schneiden. Die Zwiebel hacken, alles in der heissen Bratbutter andämpfen, mit Salz und Pfeffer würzen und mit der Bouillon ablöschen. Zucker und Safran beigeben und zugedeckt auf niedriger Stufe 25 bis 30 Minuten weich kochen. Vor dem Servieren den Peterli hacken und über das Gemüse streuen.


Bodenkohlrabi-Rahmsuppe

Zutaten
400 g Bodenkohlrabi
1 Zwiebel
½ Apfel
Bratbutter
8 Deziliter Bouillon
Salz, Pfeffer
4 Wacholderbeeren
1,5 Deziliter Rahm
3 Esslöffel gehackte Baumnüsse

Zubereitung
Die Bodenkohlrabi schälen und in Stücke schneiden. Die Zwiebel hacken. Den Apfel in Stücke schneiden. Die Bratbutter erhitzen und alles andämpfen. Mit Bouillon ablöschen und würzen. Die Wacholderbeeren mit einem Löffel etwas quetschen und beigeben (eventuell in ein Teesieb geben, damit sie nach dem Kochen gut entfernt werden können). Die Suppe 30 Minuten leicht kochen lassen, anschliessend mit dem Mixstab pürieren, den Rahm beifügen, abschmecken, in Teller oder Schalen verteilen und mit den gehackten Nüssen und etwas Grün ausgarnieren.


BBZ Arenenberg
Hauswirtschaft und Familie
Rita Höpli



Bodenkohlrabi. (rh)


Bodenkohlrabi angedämpft (rh)


Gedämpfte Bodenkohlrabi genussbereit. (rh)


Zutaten für Bodenkohlrabi-Rahmsuppe (rh)


Wacholderbeeren im Teesieb lassen sich besser wieder entfernen. (rh)


Bodenkohlrabi-Rahmsuppe. En Guete! (rh)

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