Thurgauer Bauer

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21. September 2018


Ernährung und Rezepte: Braten - leicht gemacht im Römertopf

Ausgabe Nummer 35 (2015)

Haben Sie auch einen kaum benutzten Römertopf im Schrank? Erwecken Sie ihn mit den nachfolgenden Rezepten zu neuem Leben.

Der Römertopf – so alt wie die Römer?
Tatsächlich war das Schmoren in Lehmgefässen bereits bei den alten Etruskern bekannt. Funde aus der damaligen Zeit zeigen, dass Fleisch mit Lehm umhüllt und dann ins Feuer gelegt wurde. So konnte es nicht austrocknen, verbrannte weniger und blieb schön saftig.
Der Römertopf war in den 1970er- und 1980er-Jahren ein echter Küchenschlager, wohl in jedem Haushalt war einer vorhanden, bis er um die Jahrtausendwende in den Küchenschränken immer weiter nach oben und hinten wanderte. Dabei sind seine Vorteile auch heute noch nicht von der Hand zu weisen.

Vorteile der Zubereitung im Römertopf
Mit dem Römertopf lässt sich ein Gericht fettfrei oder mindestens fettarm zubereiten. Er eignet sich darum zur Zubereitung von Schonkost und kalorienarmen Gerichten, liegt also nach wie vor voll im Trend. Weil die Gerichte vorwiegend im eigenen Saft gegart werden, entwickeln sie ihr eigenes Aroma und die Nährstoffe bleiben erhalten, zudem trocknen sie nicht aus. Und zu guter Letzt bleibt auch der Backofen sauber.

Gut zu wissen
– Den Römertopf vor jedem Gebrauch 15 bis 20 Minuten im
   kalten Wasser einlegen, die Form nimmt Wasser auf, der Saft
   des Gargutes dringt nicht ins Material ein. Zudem entwickelt 
   sich während dem Garen Dampf, was das Austrockenen der 
   Speisen verhindert.
– Der Römertopf erträgt keine grossen Temperaturschwankungen,
   daher immer in den kalten Ofen schieben, Flüssigkeiten warm 
   zugeben, Römertopf immer auf ein Brett stellen. 
   Backofentemperatur bis 220 °C einstellen.
– Achtung: Der Römertopf eignet sich für die Zubereitung im
   Backofen, nicht aber auf dem Herd.
– Den Römertopf nur mit Wasser und Bürsteli reinigen, kein
   Abwaschmittel verwenden.
– Den Römertopf mit umgekehrtem Deckel luftig und trocken
   aufbewahren.
Tipp: Damit das Bratgut schön gebräunt wird und eine Kruste bildet, den Deckel des Römertopfes 15 bis 20 Minuten vor dem Ende der Bratzeit entfernen.


Schweinshalsbraten mit Äpfeln

Zutaten
1 kg Schweinshals
Senf
Salz, Pfeffer, Paprika
2 bis 3 Äpfel
12 Apfelringli, gedörrt
2 Zwiebeln
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
2 bis 2½ dl Rotwein 

Zubereitung
Den Römertopf 15 bis 20 Minuten in kaltem Wasser einlegen.
Den Schweinshals mit Senf, Salz, Pfeffer und Paprika gut würzen, in den gewässerten Römertopf legen. Äpfel nach Belieben schälen, vierteln, neben den Braten legen. Gedörrte Apfelringli dazulegen. Zwiebel schälen, vierteln zugeben, ein Zwiebelviertel bestecken mit Lorbeerblatt und Nelke. Römertopf zudecken, in den kalten Backofen schieben. Untere Backofenhälfte, 220 °C, zirka 1¾ bis 2 Stunden.
Nach 30 Minuten Wein erwärmen, dazugiessen, nochmals zudecken. 15 bis 20 Minuten vor Ende der Kochzeit den Deckel abnehmen und Braten bräunen. Lorbeerblatt und Nelken entfernen. Braten tranchieren, mit Sauce und Äpfeln anrichten. Servieren.


Kalbsbraten mit Lauch und Pilzen

Zutaten
1 kg Kalbsnierstückbraten
Öl
Senf
Pfeffer, Salz, Paprika
1 Lauch
100 g Champignons, braun
einige Steinpilze, gedörrt
2 Salbeiblätter
2 dl Weisswein
1 Saucenhalbrahm
Salz, Pfeffer
1 bis 2 EL Noilly Prat

Zubereitung
Römertopf 15 bis 20 Minuten im kalten Wasser einlegen.
Öl und Senf mit den Gewürzen mischen, den Kalbsbraten ringsum mit der Marinade bestreichen, in den gewässerten Römertopf legen. Lauch waschen, rüsten, längs halbieren, in zirka 2 cm lange Stücke schneiden. Champignons rüsten, vierteln. Steinpilze einweichen. Geschnittenen Lauch, Champignons und eingeweichte Steinpilze neben den Kalbsbraten legen, Salbeiblätter in Streifen schneiden, darüberstreuen. Römertopf zudecken, in den kalten Ofen schieben. Untere Backofenhälfte, 220 °C, zirka 1½ Stunden garen. Nach einer halben Stunde Weisswein erwärmen, zugiessen. 15 bis 20 Minuten vor Ende der Garzeit, Deckel entfernen und Braten bräunen. Jus in eine Pfanne giessen, Saucenhalbrahm zugeben, aufkochen und unter Rühren einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und nach Belieben mit Nolly Prat abschmecken. Den Lauch und die Pilze in die Sauce geben. Kalbsbraten tranchieren und Sauce dazu servieren.
Tipp: Steinpilze geben der Sauce ein kräftigeres Pilzaroma, sie können aber weggelassen werden.


BBZ Arenenberg,
Vreni Peter



Römertopf wässern. (vp)


Schweinsbraten mit Äpfeln, vorbereitet. (vp)


Schweinsbraten mit Äpfeln und Kartoffelstock mit Seeli. (vp)


Zutaten für Kalbsbraten. (vp)


Kalbsbraten aufschneiden. (vp)


Kalbsbraten mit Lauch und Pilzen. (vp)

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