Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
9. April 2020


Ernährung und Rezepte: Einfaches Znacht mit Brot

Ausgabe Nummer 12 (2020)

Unser Brotkonsum hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Preisgünstig und in einer grossen Vielfalt liegen die Brote und Brötchen beim Bäcker oder Grossverteiler bereit. Am liebsten essen wir das Brot ganz frisch – das führt leider dazu, dass viel zu oft Brot weggeworfen wird.

Aus der Geschichte des Brotes
In Mitteleuropa wird Getreide etwa seit 6000 Jahren angebaut. Die ältesten in der Schweiz gefundenen und erhaltenen Brote stammen aus der Zeit um 3530 vor Christus und wurden in der Gegend von Twann und Montmirail gefunden. Der Beruf des Bäckers ist in der Schweiz erstmals im Jahr 623 nachgewiesen worden. Bis über das Mittelalter hinaus ernährte sich die ländliche Bevölkerung aber nicht von Brot, sondern von Getreidebrei. Zuerst verbreitete sich das Brot in den Städten.

Brotkonsum im Wandel
Brot war über lange Zeit ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Zahlen aus Basel belegen, dass im 15. Jahrhundert jeder Einwohner im Durchschnitt pro Tag 500–550 g Brot ass. Laut anderen Quellen bekam eine Klostermagd in Bern täglich 700–950 g Brot oder in Schaffhausen gar 950–1350 g.
In den vergangenen Jahren ist der Brotkonsum ständig gesunken. Waren es in den 1980er-Jahren noch rund 50 kg Brot pro Person und Jahr, so sank dieser Konsum zu Beginn des 21. Jahrhunderts pro Kopf auf 25 kg und liegt jetzt bereits unter 20 kg pro Jahr.
Das liegt sicher an der zunehmenden Vielfalt unserer Nahrungsmittel, aber auch an den veränderten Essgewohnheiten; früher gab es zu jeder Mahlzeit Brot.

Wertschätzung des Brotes
Heute erwartet uns sowohl in der Bäckerei als auch beim Grossverteiler eine Vielzahl an Broten, Kleinbroten, Zopf und Gipfeli. Rund 200 Sorten liegen zum Kauf bereit. Täglich können wir bald rund um die Uhr frisches Brot kaufen. Leider ist die Kehrseite der Medaille, dass in einem vierköpfigen Haushalt rund 47 kg Brot/Jahr fortgeworfen werden, eine Menge, die mich erschreckt. Schade und – eine Verschwendung, lassen sich aus altem Brot doch unzählige und vielfältige, salzige und süsse Gerichte zubereiten, von Brotsalat über Brotsuppe zu süssen und gesalzenen Aufläufen ist alles möglich, siehe auch die nachstehenden Rezepte. Oder wie unsere Grosseltern zu sagen pflegten: «Altes Brot ist nicht hart, aber kein Brot ist hart». Schätzen wir also unser täglich Brot.


Kräuter-Chnoblibrot

Zutaten
4 kleinere Wurzel- oder Sandwichbrote
80 g Butter, weich
3 Zehen Knoblauch
2 Esslöffel Petersilie, gehackt
1 Esslöffel Schnittlauch, gehackt
1 Kaffeelöffel Zitronensaft
3 Prisen Salz
Pfeffer
circa 12 Tranchen Fleischkäse, dünn geschnitten

Zubereitung
Brot im Abstand von 1½ cm schräg einschneiden; es muss unten zusammenhalten. Butter mit Knoblauch, Kräutern, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mischen und würzen, in die Einschnitte streichen. Fleischkäsetranchen halbieren, zusammenfalten und in die Einschnitte stecken. Brot auf ein mit Blechreinpapier belegtes Blech legen.

Backen: 220 °C, Ofenmitte ca. 10 Minuten.

Tipp: Nicht nur Kinder essen dieses Brot gerne von Hand. Kräuter je nach Jahreszeit verwenden; Und bald ist Bärlauchzeit! Anstelle der Portionenbrote ein grosses Pariserbrot verwenden, oder das Brot in Tranchen schneiden und diese mit Kräuter- Knoblauch-Butter bestreichen und mit Fleischkäse belegen und so backen.


Apfel-Brot-Auflauf

Zutaten
200–250 g Brot
800 g Äpfel
3 Esslöffel Weinbeeren
wenig Rum

Guss
2 Eier
1 Halbfettquark
2 dl Kaffeerahm
4–5 Esslöffel Zucker
½ Kaffeelöffel Zimt oder ½ Päckli Vanillezucker
Puderzucker oder Zimtzucker 


Zubereitung
Das Brot in dünne Scheiben schneiden, halbieren, oder bei grossen Stücken vierteln. Äpfel nach Belieben schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen, in Scheiben schneiden. Brotscheiben abwechslungsweise mit den Apfelscheiben dachziegelartig in eine eingefettete Gratinform schichten. Weinbeeren nach Belieben in Rum einlegen, über den Apfel- Brot-Auflauf streuen. Für den Guss alle Zutaten verrühren, nach Belieben mit Zimt oder Vanillezucker aromatisieren und über das Brot und die Äpfel giessen.

Backen: 180–200 °C, untere Ofenmitte, 30–40 Minuten. Falls der Auflauf zu dunkel wird, gegen Ende der Backzeit zudecken.
Puderzucker oder Zimtzucker beim Anrichten darüber streuen.

Tipp: Früchte je nach Jahreszeit verwenden. Das Rezept eignet sich gut zur Verwertung von altem Brot.


Text und Bilder:
Vreni Peter, BBZ Arenenberg, Hauswirtschaft und Familie



Zutaten fürs Kräuter-Chnoblibrot.


Kräuter-Chnoblibrot mit Salat.


Zutaten für den Apfel-Brot-Auflauf.


Der Apfel-Brot-Auflauf frisch aus dem Ofen.

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