Ausgabe Nummer 5 (2010)
Ernährung und Rezepte: Fasnacht – bunt, fröhlich und lustig
Aus dem Mittelhochdeutschen «vastnaht» ist das Wort Fasnacht entstanden. Es ist die Zeit vor Aschermittwoch, bevor die 40 Tage lange Fastenzeit beginnt. Eine alte Deutung erklärt das bunte Treiben als reine Freude über den nahenden Frühling, die aus dem Übermut in den Unfug übergekippt sei. Die Alltagsregeln werden aufgehoben. Bis zum Aschermittwoch sagen die Narren die Wahrheit. Heute wird die fünfte Jahreszeit mit bunten Kostümen, Masken, schrägen Guggenmusiktönen, Konfettis und Umzügen gefeiert.
Der schmutzige Donnerstag war früher ein traditioneller Backtag. Mit Schmutz ist der Schmalz (Butter) gemeint. Viele Fasnachtsleckereien sind auch heute noch fetthaltig. Vieles wird frittiert. Früher ging man ohne Gewissensbisse an die letzten Weihnachtsvorräte. Der Winter war ja bald überstanden.
Bacheschnette
(Appenzeller Fasnachtsgebäck)
Zutaten:
150 g Mehl
½ KL Salz
1,5 dl dunkles Bier
1 EL Erdnussöl 1 Eiweiss
1 Pack Leckerli Frittieröl
Zimtzucker
Zubereitung
Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. Das Bier und Erdnussöl langsam unter ständigem Rühren dazuleeren. Das Eiweiss steifschlagen und vorsichtig unter den Teig ziehen.
Frittieren: Frittieröl auf 170 °C erwärmen. Leckerli in den Teig tauchen und im heissen Öl zwei bis drei Minuten ausbacken. Dabei ab und zu wenden. Die goldbraunen Leckerlis auf einem Haushaltspapier abtropfen lassen und anschliessend in Zimtzucker wenden.
Fastenwähe
(Ein Basler Fasnachtsgebäck, das frisch am besten schmeckt)
Zutaten
500 g Mehl
2 KL Salz
½ Block Hefe
2 dl Milch
150 g Butter
1 Eigelb
Zubereitung
Mehl und Salz in eine Schüssel geben, Hefe mit zwei EL Milch aufl ösen und zum Mehl geben. Restliche Milch mit der Butter erwärmen bis die Butter geschmolzen ist. Handwarm zum Mehl giessen und zu einem weichen, geschmeidigen Teig kneten. Zugedeckt bei Zimmertemperatur um das Doppelte aufgehen lassen.
Formen: Den Teig in zehn Portionen teilen, oval 1 cm dick auswallen und vier Schlitze versetzt einschneiden. Teigovale vorsichtig etwas auseinanderziehen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Nochmals 15 Minuten aufgehen lassen. Mit Eigelb bestreichen, nach Belieben mit Kümmel bestreuen und in der Mitte des auf 220 °C vorgeheizten Ofens backen.
Natronringe
Zutaten
50 g Butter
50 g Zucker
2 Eier ½ unbehandelte Zitrone
1 KL Zitronensaft
1 Prise Salz
240 g Mehl
1 Messerspitze Natron
1 Eigelb
Zubereitung
Die Butter in einer Schüssel schaumig rühren. Zucker und Eier beifügen und rühren bis die Masse hell ist. Von der halben Zitrone die Schale dazureiben, Zitronensaft und Salz beifügen. Gut darunter mischen. Mehl und Natron dazusieben und zu einem weichen Teig zusammenfügen. In Klarsichtfolie einpacken und mindestens 30 Minuten kühl stellen.
Formen: Den Teig 5 mm dick auswallen. Plätzchen von 6 cm Durchmesser ausstechen. Die Mitte mit einem kleineren Förmchen ausstechen. Ringli auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit Eigelb bestreichen und mit Zimtzucker bestreuen. In der Mitte des auf 180 °C vorgeheizten Ofens backen.
BBZ Arenenberg, Sybille Roth
