Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Ernährung und Rezepte: Fasnacht: Närrische Zeit - nahrhafte Zeit

Ausgabe Nummer 4 (2016)

Schräge Musik, bunte Kostüme und kulinarische Fasnacht-Spezialitäten geniessen. Dies gehört für viele närrisch Veranlagte zum winterlichen Höhepunkt. Wer dem Karneval nicht viel abgewinnen kann, muss die süssen Verführungen mit Verstand geniessen. Das von aussen leichte, ja oft filigran anmutende Gebäck besteht bis zu einem Drittel aus Fett.

Alter Brauch
Das Wort Fasnacht stammt aus dem Mittelhochdeutschen «vastnaht». Damit wurde die Zeit vor Aschermittwoch benannt, bevor die 40 Tage lange Fastenzeit beginnt. Eine alte Deutung erklärt das bunte Treiben als reine Freude über den nahenden Frühling, die aus dem Übermut in Unfug übergekippt sei. Die Alltagsregeln werden aufgehoben. Bis zum Aschermittwoch sagen die Narren die Wahrheit. Heute wird die fünfte Jahreszeit mit bunten Kostümen, Masken, schrägen Guggenmusiktönen, Umzügen und Konfetti gefeiert.

Schmutziger oder fettiger Donnerstag
Der schmutzige Donnerstag war früher ein traditioneller Backtag. Mit Schmutz ist der Schmalz (eingesottene Butter oder ausgekochtes Schweinefett) gemeint. Das Fett durfte nach dem kalten Winter ohne Gewissensbisse langsam verbraucht werden. Darum werden viele Fasnachtsgebäcke frittiert und sind sehr fetthaltig. Bei einigen Rezepten kann der Backofen als Alternative eigesetzt werden. Die Gebäcke verlieren so aber oft ihren charakteristischen (Fett-)Geschmack, sind aber viel ärmer an Kalorien und auch für Familien ohne Fritteuse eine Ausweichmöglichkeit.

Merkpunkte beim Frittieren
− Hocherhitzbares Öl verwenden, zum Beispiel Frittieröl, Erdnussöl
   oder hoch erhitzbares Rapsöl
− Frittieröl nie über 180 °C erhitzen
− Nicht zu viel Backgut auf einmal ins heisse Öl geben, damit die
   Temperatur nicht zu stark sinkt
− Hitzeprobe: Schwimmt ein Brotwürfel unter schwachem Sprudeln 
   an die Oberfläche, ist das Öl noch zu wenig heiss, wird er schnell
   schön hell braun, kann mit Frittieren begonnen werden
− Garprobe durchführen: Ein erstes Gebäck nach dem Frittieren
   halbieren und beurteilen, ob es gut durchgebacken ist
− Ungenügend erhitztes Frittieröl wird vom Backgut aufgesaugt
− Das Gebäck im Frittierkorb oder auf der Drahtkelle gut abtropfen
   und auf Haushaltpapier auskühlen lassen.
− Öl nach dem Backen auskühlen lassen, zum Säubern durch ein
   feines Sieb giessen. Öl bis zum nächsten Gebrauch in beschrifteter,
   verschlossener Ölflasche vor Licht geschützt aufbewahren
− Öl auswechseln, sobald es sich dunkel färbt, sich Schaum oder
   Rauch bildet und das Öl zähflüssig wird
− Nur im Notfall frisches Öl zu verbrauchtem Frittieröl nachgiessen.

Tipp: Denken Sie beim Frittieren an die lauernden Gefahren. Lassen Sie heisses Öl und Kinder nie aus den Augen. Um überhitztes Öl zu löschen eine Löschdecke, ein grosses, nasses Frottiertuch oder den Pfannendeckel bereithalten. Öl nie mit Wasser löschen! Verbrauchtes Frittiröl gehört in die Altölsammelstelle.


Hefeküchlein

Zutaten
300 g Mehl
½ Teelöffel Salz
1 dl Rahm oder Halbrahm
2 Eier
1 Teellöffel abgeriebene Zitronenschale
3 Esslöffel Zucker
15 g Hefe
½ dl warmes Wasser
1 Esslöffel Zimt
2 Esslöffel Zucker oder Puderzucker

Zubereitung
Mehl und Salz in eine Schüssel geben und vermischen. Rahm, Eier, abgeriebene Zitronenschale und Zucker dazu geben. Die Hefe mit dem warmen Wasser auflösen und beigeben. Alle Zutaten zu einem gleichmässigen, geschmeidigen Teig kneten, zu einer Kugel formen und zugedeckt an einem warmen Ort 2 bis 3 Stunden ums Doppelte aufgehen lassen. Das Frittieröl auf 170 °C erhitzen. Vom Teig mit einem Esslöffel Baumnussgrosse Klösse abtrennen, etwas rund formen und direkt ins heisse Öl gleiten lassen. Es entstehen lustige Gebilde mit «Warzen und Stacheln». So viele Kugeln wie neben einander Platz finden dazu geben und circa 5 Minuten braun backen, dann wenden und auf der andern Seite ebenfalls backen. Die Gebäcke sollten bis zur Mitte luftig aufgegangen sein. Anschliessend gut abtropfen lassen und auf Haushaltpapier anrichten und noch heiss mit Zimt-Zucker oder Zimt-Puderzucker bestreuen.


Natronringe


Zutaten
50 g Butter weich
50 g Zucker
2 Eier
½ Bio-Zitrone abgeriebene Schale
1 Prise Salz
250 g Mehl
1 Teelöffel Natron
2 Esslöffel Kaffeerahm
1 Esslöffel Zimt
2 Esslöffel Puderzucker

Zubereitung
Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Eier, Zitronenschale und Salz beifügen und rühren bis die Masse hell ist. Mehl und Natron mischen, dazu sieben und zu einem weichen Teig zusammenfügen. In Klarsichtfolie einpacken und 30 Minuten kühl stellen. Formen: Den Teig 5 mm dick auswallen. Rondellen von 6 cm Durchmesser ausstechen. Die Mitte mit einem kleineren Förmchen ausstechen. Ringe auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit Kaffeerahm bestreichen. Zum Backen im Ofen können auch einfach Quadrate geschnitten werden.
Backen im Ofen: In der Mitte des auf 190 °C vorgeheizten Ofens 13 bis 15 Minuten hellbraun backen. Nach dem Backen noch warm mit Kaffeerahm benetzen und sofort mit der Zimt-Puderzucker-Mischung bestreuen.
Ausbacken im Öl: Frittieröl auf 170 °C erhitzen und die Ringe beidseitig circa 5 Minuten hellbraun backen, noch heiss mit Zimt-Puderzucker bestreuen.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Teig für Hefeküchlein. (Fotos: Rita Höpli)


Aufgegangener Teig für Hefeküchlein.


Abgetrennte Teigkugeln in der Friteuse.


Ausgebackene Hefeküchlein.


Ausgestochene Natronringe.


Gebackene Natronringe in verschiedenen Formen.


Genussfertige Natronringe.

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