Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. März 2019


Ernährung und Rezepte: Fasnachtsstimmung auf dem Tisch

Ausgabe Nummer 8 (2019)

Die Fasnachtszeit lässt alte Traditionen aufleben und dazu zählen auch die kulinarischen Genüsse wie Schenkeli, Zigerkrapfen, Gugge- Wegge, Fastenwähe und was sonst noch dazugehört. Ob «Chesslete oder Morgenstreich», die Anlässe und Umzüge sind in vollem Gang also ab in die Küche und los gehts mit Backen.

Närrische Zeiten
Für viele vollzieht sich im Moment die schönste Zeit des Jahres! Schräg musizieren, sich kostümieren oder das närrische Treiben als Zaungast betrachten und dazu die kulinarischen Spezialitäten geniessen. Das ist für viele Fasnächtler das Höchste der Gefühle. Wer dem Karneval nichts abgewinnen kann, zieht sich in die Küche zurück und versucht die süssen närrischen Köstlichkeiten.

Nahrhafte Gebäcke
Fasnachtsküchlein halten uns zum Narren. So luftig, leicht und filigran sie anmuten, kalorienmässig fallen sie ins Gewicht, da Kohlenhydrate, Zucker, Fett und Öl zum Ausbacken benötigt werden. Die Fasnacht beginnt aber oft frühmorgens und die Bewegung kommt nicht zu kurz, so macht der Körper diese Ausnahme wieder wett und wir lassen uns vom närrischen Treiben gerne mitreissen. Eine andere Variante ist die darauffolgende Fastenzeit, wo wir die Möglichkeit haben, die süssen Sünden zu sühnen.

Regionale Spezialitäten
Bei uns gibt es viele Rezepte aus den Regionen. Ihre besonderen Namen und Formen weisen auf die Spezialitäten hin, wie Schlüferli, Schenkeli, Hasenöhrli, Chneublätze, Eieröhrli, Tabakrollen, Schurzbändeli, Schneeballen, Chrutele, Fasnachtschräpfli, Chropfe, Bohnen, Merveilles, Beignets und wie sie alle heissen. Von der Form her sind sie rund, länglich, rhombenförmig oder gekrümmt, haben einen glatten oder gezackten Rand, sind flach oder gefüllt. Am bekanntesten ist das Fasnachtsküchlein, das schon früh in den Grossverteilern angeboten wird.

Tipps zum Frittieren
− Hoch erhitzbares Öl verwenden, zum Beispiel Frittieröl, Erdnussöl
   oder hoch erhitzbares Rapsöl und nicht über 180 °C erhitzen.
− Hitzeprobe: Schwimmt ein Brotwürfel unter schwachem Sprudeln
   an die Oberfläche, ist das Öl noch zu wenig heiss, wird er schnell
   schön hellbraun, kann mit Frittieren begonnen werden. Ungenügend
   erhitztes Frittieröl wird vom Backgut aufgesaugt.
− Garprobe durchführen: Ein erstes Gebäck nach dem Frittieren
   halbieren und beurteilen, ob es gut durchgebacken ist.
− Das Gebäck im Frittierkorb oder auf der Drahtkelle gut abtropfen
   und auf Haushaltpapier entfetten und auskühlen lassen.
− Nur im Notfall frisches Öl zu verbrauchtem Frittieröl nachgiessen.
− Öl nach dem Backen auskühlen lassen, zum Säubern durch ein
   feines Sieb giessen. Öl bis zum nächsten Gebrauch in beschrifteter,
   verschlossener Ölflasche vor Licht geschützt aufbewahren.
− Öl auswechseln, sobald sich Schaum bildet, es sich dunkel färbt,
   oder das Öl zähflüssig wird. Verbrauchtes Frittieröl in die
   Altölsammelstelle bringen.
− Heisses Öl nie unbeaufsichtigt lassen, es birgt grosse
   Verbrennungsgefahr, vor allem für neugierige Kinder!
− Öl nie mit Wasser löschen, dafür eine Löschdecke oder ein nasses
   Frottiertuch benützen.


Chiacchere, Tessiner Fasnachtschüechli, frittiert

Zutaten
100 g flüssige Butter
40 g Zucker
2 Eier
½ Teelöffel Salz
300 g Mehl
½ dl Weisswein
1,3 l Öl zum Ausbacken
3 Esslöffel Puderzucker
1 Teelöffel Zimt

Zubereitung
Die Butter in einer Pfanne schmelzen und erkalten lassen. Zucker, Eier und Salz in eine Schüssel geben und mit einem Rührgerät hell und schaumig rühren. Mehl dazu sieben, Weisswein beigeben und alles zu einem geschmeidigen, glatten Teig kneten. Diesen sehr dünn (1 bis 2 mm) auswallen, mit dem Teigrädli in 5 cm breite Streifen und anschliessend schräg in Rauten schneiden. Den Teig so 1 Stunde ruhen lassen. Dann portionenweise im heissen Öl (175 °C) beidseitig (1 bis 2 Minuten) hellbraun frittieren, auf Haushaltpapier abtropfen lassen und mit Puderzucker, vermischt mit Zimt, bestreuen. Frisch geniessen!


Schneebälle aus dem Backofen

Zutaten
400 g Mehl
80 g helle Mandeln, fein gemahlen
1½ Esslöffel Backpulver
200 g weiche Butter
80 g Puderzucker
1 Pack Vanillezucker
2 Eier
circa 100 g Puderzucker zum Wenden

Zubereitung
Mehl, Mandeln und Backpulver vermischen. Butter, Puder- und Vanillezucker hell rühren, ein Ei nach dem andern beigeben und verrühren. Die Mehl Mandel-Mischung dazugeben und alles zu einem geschmeidigen, glatten Teig kneten. Zu 2 cm dicken Rollen formen, in baumnussgrosse Stücke (20 g) schneiden und zu Kugeln formen. Mit Abstand auf ein mit Blechreinpapier belegtes Blech legen. Backen: In der Mitte des vorgeheizten Ofens bei 200 °C circa 15 Minuten. Nur leicht Farbe annehmen lassen und noch warm im Puderzucker wenden oder diesen darüberstreuen. Frisch geniessen!



BBZ Arenenberg
Hauswirtschaft und Familie
Rita Höpli



Teig, ausgewallt und geschnitten, 1 Stunde trocknen lassen. (rh)


Puderzucker und Zimt mischen zum Bestreuen. (rh)


Im Öl ausgebacken, en Guete! (rh)


Zutaten für Schneebälle. (rh)


Teig zu Kugeln formen. (rh)


Schneebälle aus dem Ofen, im Puderzucker gewälzt. (rh)

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