Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. September 2018


Ernährung und Rezepte: Food waste

Ausgabe Nummer 9 (2016)

Rund ein Drittel der Lebensmittel, welche in der Schweiz hergestellt werden, gehen zwischen der Produktion und dem Teller verloren. Pro Person werden so jährlich 300 Kilo Lebensmittel nicht konsumiert, wobei 100 kg auf den Haushalt entfallen.

Das ist food waste
Unter food waste werden die Lebensmittel bezeichnet, welche für die menschliche Ernährung produziert wurden, aber schlussendlich nicht von Menschen gegessen werden.
Solche Nahrungsmittel fallen bei der Produktion an, wenn zum Beispiel Früchte und Gemüse unförmig sind oder die Grösse nicht der Norm entspricht. Food waste entsteht auch beim Transport und bei der Lagerung von Nahrungsmitteln, sowie beim Essen, wenn Nahrungsmittel auf dem Teller liegen bleiben.

Weniger Lebensmittel wegzuwerfen ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll:
– Die Verschwendung ist teuer. Pro Person landen in der
   Schweiz im Jahr durchschnittlich Esswaren im Wert von Fr. 500.–
   im Abfall.
– Die Verschwendung schadet der Umwelt. Werden
   Nahrungsmittel weggeworfen, werden damit auch wertvolle
   Ressourcen unnötig verpufft, wie Wasser, Energie, sowie
   verschiedene Rohstoffe
– Die Lebensmittelverschwendung ist unethisch, weil weltweit
   eine Milliarde Menschen hungern. Wenn Nahrungsmittel 
   weggeworfen werden, mangelt es an Respekt gegenüber der
   Landwirtschaft und der gesamten Nahrungsmittelindustrie.

Weniger Wegwerfen ist möglich
Tipps zum Sparen
In der Schweiz wirft jeder Einwohner ungefähr 100 Kilo Lebensmittel im Jahr weg, das ist fast ein ganzer Teller pro Tag. So können Sie die Verschwendung reduzieren:
– Gezielt einkaufen: Planen Sie die Mahlzeiten im Voraus und
   erstellen Sie eine Einkaufsliste. Zuerst nachschauen, was im
   Kühlschrank, Tiefkühler und Vorratskasten noch vorhanden ist
   und diese Lebensmittel einbeziehen.
– Kaufen Sie grosse Mengen nur ein, wenn Sie diese auch innert
   nützlicher Frist verbrauchen können.
– Kühlen Sie allfällige Reste schnell ab und bewahren Sie diese in
   verschlossenen Behältern oder mit Folie oder Deckel verschlossen 
   auf.
– Beachten Sie Haltbarkeitsdaten, und verlassen Sie sich dabei auf
   Ihre Nase und Augen! (Siehe Kasten)
– Verwandeln Sie Essensreste zu neuen kreativen Gerichten!
Was Sie schon lange praktizieren, ist heute unter dem Schlagwort «Kettenkochen» aktueller denn je: Zum Beispiel Gschwellti vom Vortag weiterverwenden zu Rösti oder Kartoffelgratin, Kartoffelstockresten zu Suppe oder Kartoffelküchlein verarbeiten, aus Resten von Polenta eine feine Maispizza zaubern.


Maispizza

Zutaten für 4 Personen
8 dl Wasser oder halb Milch, halb Wasser
1 Kaffeelöffel Salz oder Bouillon
200 g Maisgriess
250 g Käse zum Beispiel Tilsiter oder Käseresten, gerieben
eventuell 150 g Schinken- oder Speckwürfeli
eventuell 1 bis 2 Tomaten in Scheiben

Zubereitung
Wasser oder Milchwasser aufkochen, Maisgriess dazugeben und auf kleiner Stufe kochen. Von Zeit zu Zeit rühren, Kochzeit 30 bis 40 Minuten für groben Maisgriess (Bramata), 10 Minuten für feinen Maisgriess. Mais etwas abkühlen lassen, Käse daruntermischen und in eine flache Gratinform giessen. Schinken- oder Speckwürfeli sowie Tomatenscheiben darüber geben, im Ofen bei 220 °C 20 Minuten überbacken.
Tipps:
– Doppelte Menge Polenta kochen. Am ersten Tag als Beilage servieren,
   am nächsten Tag Maispizza zubereiten als schnelles Mittag- oder
   Nachtessen,
– Anstelle von Tomatenscheiben Gemüseresten beigeben,
– Nach Belieben Maispizza mit Oliven bereichern. Weitere
   Informationen finden Sie unter foodwaste.ch


Ruth Daepp,
Arenenberg













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