Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Ernährung und Rezepte: Frühlingsboten

Ausgabe Nummer 10 (2016)

Die Natur ist dieses Jahr früh erwacht. Frühlingsboten in Form von spriessenden Blütenköpfen sind bereits vorhanden. Gleichzeitig wachsen auch geniessbare Kräuter am Waldoder Feldrand, die unsern Speisen eine erfrischende Note verleihen und den Körper mit wertvollen Inhaltsstoffen versorgen. Auch beim Gemüse haben wir frühe Vertreter, die neue Frische auf den Teller bringen.

Spriessende Blütenköpfe
Die Blüten aus den Zwiebelgewächsen, die sich im Frühling zuerst zeigen sind fürs Auge und nicht für den Gaumen gedacht. Essbare Blüten sind Stiefmütterchen, Veilchen und Gänseblümchen.

Kräuter für die Vitalität
Vor allem im Frühjahr sind die spriessenden (auch Un- oder Bei-)Kräuter ein willkommener Mikronährstoffspender. Nebst den wertvollen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen wie Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide, ätherische Öle und Schwefelverbindungen, liefern sie mehrfache Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen als Zitrusfrüchte.
Essbare Vertreter: Brennnesseln, Löwenzahn, Wiesenlabkraut, Spitzwegerich, Gundelrebe, Scharbockskraut, Giersch, Schafgarbe und Bärlauch.

Frühjahrsgemüse
Die einheimischen Gemüse sind noch rar. Auf der Suche im Grossverteiler bin ich nur auf Radieschen, Kohlrabi und unökologisch auf Schweizer Tomaten und Peperoni gestossen. Sobald das warme Frühlingswetter sich sein Einsatzgebiet erobert, spriessen aber auch unsere kultivierten Gemüse und versorgen den Menüplan mit neuer Frische.
Tipp: Verwenden Sie nur gut bekannte Blüten und Kräuter für den Verzehr, und um Vorräte anzulegen, da es immer wieder zu Verwechslungen kommt.


Kohlrabi-Gemüseküchlein mit Sieben-Kräuter-Pesto

Zutaten
500 g Kohlrabi (2 Stück)
200 g Kartoffeln gekocht
2 keine Rüebli
2 Esslöffel gehackte Kräuter
1 Ei
2 Esslöffel Mehl
2 Esslöffel geriebenen Käse
Kräutersalz, Pfeffer, Muskatnuss, etwas Curry
Bratbutter

Pesto
1 Suppenteller voll Kräuter
½ Teelöffel Salz
½ dl Rapsöl, schonend gepresst

Zubereitung
Kohlrabi waschen, schälen, dabei die kleineren Blätter für die Dekoration beiseite legen. Kartoffeln schälen (es können auch ungekochte verwendet werden, dann sollten sie allerdings an der Bircherraffel zerkleinert werden). Rüebli schälen, Kräuter hacken. Die Gemüse mit der Röstiraffel reiben, Ei, Mehl und Käse beigeben, würzen und gut miteinander vermischen. Die Bratbutter erhitzen, 4 bis 5 mal je einen Esslöffel Masse in die Pfanne setzen und zu einem runden, 1 cm dicken Küchlein ausformen. Auf niedriger Stufe 5 Minuten langsam anbraten, wenden und die zweite Seite braten.
Für das Pesto verschiedene Kräuter wie junge Löwenzahntriebe, Peterli, Zitronenmelisse, Brennnessel (mit Handschuhen ernten), Schnitt-, Bärlauch und Scharbockskraut bei einem Streifzug durch den Garten sammeln, in einem Sieb waschen und auf einem Küchentuch auslegen und gut trocknen. Mit dem Messer grob schneiden und anschliessend mit dem Mixstab oder in einem Cutter mit Salz und Öl (zum Aufbewahren sollte es kein kaltgepresstes Öl sein) gut zerkleinern. Zum Konservieren in heiss ausgespülte, trockene, kleine Gläser einfüllen. Dabei darauf achten, dass keine Luftblasen entstehen, am Schluss 1 cm Öl darauf geben und gut verschlossen im Kühlschrank lagern.


Radiesli-Sauce zu Gschwellti

Zutaten
1 Bund Radiesli
1 bis 2 Knoblauchzehen
1 Esslöffel Schnittlauch
180 g Naturjoghurt oder Quark
Salz, Pfeffer

Zubereitung
Radiesli waschen, Spitze entfernen, vom Kraut noch etwas stehen lassen. Knoblauch ins Joghurt pressen, Schnittlauch in feine Röllchen schneiden, zugeben und würzen. Kurz vor dem Servieren die Radiesli in Stäbli direkt in die Sauce raffeln und sofort vermischen. Zu Geschwellten mit Käse, einer Gemüse-Rösti oder als Brotaufstrich geniessen.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Zutaten für Kohlrabi-Gemüseküchlein.


Kohlrabi-Gemüseküchlein am Braten.


Fertige Kohlrabi-Gemüseküchlein


Sieben Kräuter für das Pesto.


Radieslisauce zu Kartoffeln. (Fotos: Rita Höpli)

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