Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: Gemüsezwiebel - die unbekannte Grösse

Ausgabe Nummer 42 (2017)

Zwiebeln stehen bei vielen Gerichten auf der Zutatenliste, heute steht die grosse, milde Gemüsezwiebel im Mittelpunkt der Rezepte.

Gemüsezwiebeln
Unter Gemüsezwiebeln versteht man die sehr grossen und mild schmeckenden Speisezwiebeln. Sie eignen sich sehr gut zum Rohessen in Salaten, aber auch für gekochte Gemüsegerichte. In der Regel ist ihre Haltbarkeit und Lagerfähigkeit begrenzt, sie werden daher hauptsächlich im Herbst angeboten.

Zwiebeln als Jungbrunnen
Durch ihren hohen Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen tragen Zwiebeln wesentlich zu unserer Gesundheit bei.
Darüber hinaus enthalten sie Sulfide, schwefelhaltige Verbindungen, erkennbar am typischen Zwiebelgeruch. Sulfide verzeichnen eine antimikrobielle Wirkung, sie wirken darum entzündungshemmend und stärken das Immunsystem. Daher werden sie bei Erkältungskrankheiten gerne für Wickel eingesetzt.
Das Zwiebeln uns neben allen guten Eigenschaften auch zum Weinen bringen oder Blähungen hervorrufen können, verrät auch das nachstehende Gedicht von Josef Festing.

Die Zwiebel (von Josef Festing)

Die Zwiebel bringt zum Weinen dich
beim Hacken und Zerschneiden.
Die Augen brennen fürchterlich,
das ist kaum zu vermeiden.

Die Mahlzeit schmeckt gar köstlich fein
mit Zwiebeln angebraten,
doch stellt bei dir Besuch sich ein,
ist davon abzuraten.

Denn sonst musst blähen du spontan,
die Luft ist dann zum Schneiden,
im Zimmer stinkt es ganz infam,
dein Gast muss drunter leiden!

Tipp: Zwiebelliebhaber können die nachstehenden Rezepte selbstverständlich auch mit gewöhnlichen Zwiebeln zubereiten, zu bedenken ist, dass die Rezepte damit schärfer werden.


Geschichteter Zwiebel-Röstikuchen

Zutaten
wenig Butter
1 Gemüsezwiebel à ca 400 g
800 g Gschwellti vom Vortag
150 g Appenzeller oder anderer Käse
Speckwürfeli, nach Belieben

Guss
2 Eier
1 dl Kaffeerahm
1 Rahmquark
Salz, Pfeffer, Paprika, Muskat
Appenzellerkäse, gerieben

Zubereitung
Butter erwärmen, Gemüsezwiebel rüsten, halbieren, in feine Streifen schneiden, in der Butter knapp weichdämpfen. Die gekochten Kartoffeln schälen, mit der Röstiraffel reiben. Appenzellerkäse ebenfalls mit der Röstiraffel reiben. Die Hälfte der geraffelten Kartoffeln in eine eingefettete runde Form oder ein Blech geben. Die gedämpften Zwiebeln darauf verteilen, geraffelten Appenzellerkäse und Speckwürfeli darüberstreuen. Restliche Kartoffeln darauf verteilen. Aus Eiern, Kaffeerahm und Quark einen Guss zubereiten und würzen, über den Kuchen giessen. Nach Belieben etwas Appenzellerkäse gerieben und einige Speckwürfeli darüberstreuen.
Backen: 220 °C, untere Ofenmitte, ca. 20 bis 30 Minuten.


Überbackene Zwiebelscheiben

Zutaten
Salzwasser
2 Gemüsezwiebeln
wenig Butter
500 g braune Champignons
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Büschel Petersilie
Bouillonpaste
Pfeffer, Thymian
1 dl Rahm
1 dl Bouillon, kräftig
2 bis 3 Esslöffel Tomatenpüree
Pfeffer, Thymian
50 g Käse, gerieben

Zubereitung
Salzwasser aufkochen, Zwiebel rüsten, zugedeckt im Salzwasser ca. 20 bis 30 Minuten knapp weichkochen, Wasser abgiessen und leicht auskühlen lassen. Wenig Butter erwärmen, Champignons rüsten, grosse halbieren, in Scheiben schneiden, andämpfen, Zitronensaft und gehackte Petersilie zufügen, mit Bouillonpaste, Pfeffer und Thymian würzen, dabei den entstehenden Saft eindämpfen lassen.
£Zwiebeln in dicke Scheiben schneiden, abwechselnd eine Zwiebelscheibe, eine Lage Champignons dachziegelartig in eine eingebutterte Gratinform schichten.
Rahm, Bouillon und Tomatenpüree gut vermischen, würzen, neben die vorbereiteten Zwiebelscheiben in die Gratinform giessen. Reibkäse darauf verteilen.
Im Ofen: 200 bis 220 °C, untere Ofenmitte, ca. 15 bis 20 Minuten überbacken.


BBZ Arenenberg
Vreni Peter

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