Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Ernährung und Rezepte: Gesalzen - überraschend köstliche Birnenrezepte

Ausgabe Nummer 41 (2018)

Schnell werden die pflückreifen, grünlichen Birnen gelb und essreif. Da heisst es geniessen, neue Rezepte ausprobieren oder aber konservieren.

Was mache ich nur mit den vielen Birnen?
Heuer tragen die meisten Birnenbäume im Überfluss, Grund zur Freude. Doch vor allem bei den frühen Sorten gibt es einige, die sich nicht zur Lagerung eignen – darum wohl auch der Stossseufzer einer Bekannten. Dabei sind Birnen ausserordentlich vielseitig. Nebst dem frischem Genuss eignen sie sich wunderbar für die süsse Küche, also für Dessert, Kompott, Auflauf und Kuchen, aber auch mit salzigen, würzigen oder scharfen Zutaten lassen sie sich wunderbar kombinieren, sei es mit Käse, Lauch, Speck oder zu Wild.
Zudem eigenen sie sich perfekt für den Wintervorrat, also sterilisiert, heiss eingefüllt oder gedörrt. Aus Birnen lässt sich auch Saft zubereiten, der eingedickt als Birnel heute wieder vermehrt zum Süssen eingesetzt wird.

Delikate Früchte
Birnen sind delikate Früchte – im doppelten Sinn des Wortes, einerseits also lecker, geschmackvoll, andererseits aber auch sehr druckempfindlich. Darum werden sie in der Regel geerntet, solange sie noch leicht grünlich und ihr Fruchtfleisch fest ist. Bei Zimmertemperatur reifen sie rasch nach. Birnen sind nicht solange haltbar wie Äpfel, sind sie einmal reif, ist es nur ein kleiner Schritt zu überreif, weich, mehlig bis matschig.

Gesunde Birnen
Birnen enthalten zwar etwa gleichviel Zucker wie Äpfel, aber deutlich weniger Fruchtsäuren, was dazu führt, dass sie deutlich süsser schmecken und für säureempfindliche Menschen und Kleinkinder meist besser verträglich sind.
Birnen machen glücklich, sie enthalten Folsäure, welches zum Aufbau der Glückshormone (zum Beispiel Serotonin) gebraucht wird. Die Birne ist zudem Lieferant vieler wichtiger Mineralstoffe wie Eisen, Jod, Magnesium, Phosphat und Zink. Durch den hohen Gehalt an Kalium wirkt sie entwässernd im Körper. Und tatsächlich, die meisten Vitamine befinden sich unter der Schale, wir essen und kochen sie daher besser ungeschält.

Tipp:
Wer jetzt einen grossen Birnensegen hat, sollte diese möglichst rasch konservieren. Insbesondere sterilisiert oder heiss eingefüllt sind sie so im Winter schnell serviert und genussbereit.


Birnen-Currysuppe

Zutaten
wenig Öl
1 Zwiebel, gehackt
600 g vollreife Birnen
200 g Kartoffeln, mehlig kochend
1 Esslöffel Curry, mild oder scharf
1 dl Apfelwein
3⁄4 l Bouillon
Salz, Pfeffer, Curry
1 bis 2 Esslöffel Zitronensaft
Rahm oder Crème fraîche, nach Belieben

Zubereitung
Öl erwärmen, gehackte Zwiebel andünsten, Birnen nach Belieben schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen, in Scheiben schneiden, Kartoffel schälen, in Würfel schneiden, Birnenscheiben und Kartoffelwürfel zur Zwiebel geben und mitdämpfen. Scharfes oder mildes Curry darüber streuen, kurz mitdünsten und mit Apfelwein ablöschen. Bouillon zufügen. Suppe zugedeckt 20 bis 30 Minuten köcheln lassen, mit dem Mixstab fein pürieren. Zitronensaft zugeben, mit Pfeffer, Salz und Curry wenn nötig nachwürzen. Nach Belieben mit Rahm oder Crème fraîche verfeinern, anrichten, nach Belieben verzieren.


Birnen-Lauch-Wähe

Zutaten
für ein Wähenblech Ø 30 cm

Geriebener Hefeteig
250 g Mehl
1 Kaffeelöffel Salz
80 g Butter, kalt
15 g Hefe
11⁄2 dl Milch oder Wasser

Belag
Wenig Öl
400 g Lauch, feine Streifen
1 bis 2 Esslöffel Wasser
Salz, Pfeffer
3 bis 4 Birnen, vollreif
150 g Raclettekäse
Pfeffer
einige Baumnusskerne, nach Belieben

Zubereitung
Mehl in eine Schüssel geben, Salz zufügen, Butter in kleine Stücke schneiden. Mehl und Butter fein verreiben bis die Masse gleichmässig krümelig ist. Hefe mit Milch oder Wasser auflösen, zugeben, Teig zusammenfügen und kurz kneten. Teig 1⁄2 bis 1 Stunde ruhen und aufgehen lassen. Auswallen, Wähenblech belegen, einstechen.
Für den Belag Öl erwärmen, Lauchstreifen andämpfen, wenig Wasser zugeben, knapp weichdämpfen, mit Salz und Pfeffer würzen, auskühlen lassen.
Birnen nach Belieben schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen, in Schnitze schneiden. Raclettekäse mit der Röstiraffel reiben. Den ausgekühlten Lauch auf dem Wähenteig verteilen, Birnenschnitze darauf legen.
Den geriebenen Raclettekäse darauf verteilen, mit Pfeffer würzen und nach Belieben Baumnusskerne darüber streuen.
Im Ofen: 220 bis 240 °C, untere Ofenhälfte, 25 bis 30 Minuten.

Tipp:
Schneller gehts mit einem fixfertigen Kuchenteig, doch es lohnt sich den geriebenen Hefeteig auszuprobieren, schmeckt er doch auch zu anderen gesalzenen Wähen ausgezeichnet.


BBZ Arenenberg
Vreni Peter



Zutaten der Birnensuppe. (vp)


Birnen-Currysuppe servierbereit. (vp)


Birnen andämpfen - Curry darüber streuen. (vp)


Vorbereitete Zutaten für die Birnen-Lauch-Wähe. (vp)


Birnen-Lauch-Wähe vorbereitet zum Backen. (vp)


Birnen-Lauch-Wähe frisch aus dem Ofen. (vp)

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