Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Ernährung und Rezepte: Gesund essen mit Kindern

Ausgabe Nummer 44 (2017)

Für viele Erziehende ist Kinder gesund zu ernähren nicht ganz einfach und bedeutet Knochenarbeit in Ausdauer und Erfindergeist. Bei Betroffenen fruchten die ganzen Bemühungen oft nicht und hinzu kommt eine allgemeine Verunsicherung, geschürt von Medien und Werbung.

Die richtige Ernährung für Kinder
Neben der Luft zum Atmen brauchen junge sowie erwachsene Menschen verschiedenste Nährstoffe, um gesund und leistungsfähig zu sein, zu wachsen und sich optimal zu entwickeln. Für Kindern nach dem ersten Lebensjahr bis zum Eintritt in die Pubertät wird eine abwechslungsreiche Mischkost empfohlen, gleich wie bei den Erwachsenen. In den richtigen Mengen konsumiert sind alle Nahrungsmittel erlaubt. Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsfasern und Wasser sind lebensnotwendig. Sie werden in unterschiedlichsten Mengen benötigt. Wasser oder Flüssigkeit müssen wir am allermeisten aufnehmen, von Vitaminen und Mineralstoffen genügen dagegen vergleichsweise Miniatur-Mengen. Darüber hinaus erfüllen auch Duft-, Farb- und Aromastoffe der Pflanzen eine wichtige Rolle, die so genannten sekundären Pflanzenstoffe sind für die Gesundheit eine wichtige Unterstützung.

Kinder sollen Gemüse und Früchte essen
Einfacher gesagt, als den Kindern schmackhaft gemacht. Eine Binsenwahrheit, die praktisch alle Eltern unterschreiben könnten. Zum einen ist der Geschmack vieler Gemüsearten sehr ausgeprägt. Kinder schmecken vielfältiger und reagieren deshalb zum Beispiel auf Bitterstoffe sehr sensibel. Zum anderen bringen Kinder aufgrund des genetischen Überlebensprogramms eher eine Neigung für energiereiche Lebensmittel mit.
Eltern können helfen die Sinne für das Neue zu schulen. Denn Geschmack wird erlernt und Vertrautes schmeckt besser. Hier liegt die Chance für Gemüse und Früchte. Wenn Kinder bei der Zubereitung der Mahlzeit mithelfen dürfen, entdecken sie Gemüse und Früchte über ganz verschiedene Sinneskanäle. Eine angenehme, vertraute Tischatmosphäre, Eltern, die selbst gerne beim Gemüse zugreifen, das steckt an. Nötigung oder Belohnungen in irgendeiner Form helfen auf dem Weg zum genussvollen Essen dagegen nicht weiter. Im Gegenteil, sie können sogar die Ablehnung verstärken.
Die Eltern müssen zuerst herausfinden, was das Kind überhaupt mag. So ist es naheliegend, dass wir immer wieder das Angebot austesten. Die Situation, in welcher ein Kind zum erstmal ein neues Gemüse probiert, sollte locker gestaltet sein und die Eltern sollten sich möglichst unauffällig verhalten.

Vorbildfunktion der Eltern
In den ersten Lebensjahren des Kindes bestimmen die Eltern das Lebensmittelangebot für ihre Sprösslinge. In diesem Spektrum entwickeln Kinder dann ihren Geschmack und ihre Vorlieben. Die Vorliebe für Süsses ist dem Menschen angeboren. Alle anderen Geschmacksvorlieben müssen zuerst erlernt werden. Dabei sind Eltern und andere Bezugspersonen Vorbilder. Die Ernährungserfahrungen, der ersten Lebensjahre speichern sich als Vorlieben aus der Kindheit und verlieren sich selten. Prägend ist auch das gemeinsame Essen am Tisch in der Familienrunde mit Gesprächen.

Ernährungsempfehlung für Kinder von 1 bis 12 Jahren
Gemüse und Früchte: Täglich 5 Portionen, in jedem Alter, in der Menge von 40 bis 70 g steigend beim Gemüse. Die Früchteportion darf sich auf 120 g ausdehnen.
Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Täglich 3 bis 4 Portionen, bei den Getreidearten Vollkornprodukte bevorzugen. 45 bis 100 g Brot, 140 bis 270 g Kartoffeln, 35 bis 65 g Hülsenfrüchte, 30 bis 60 g Reis, Teigwaren, Mais, Flocken, Knäckebrot oder Vollkornkräckers.
Milch und Milchprodukte: Täglich 3 bis 4 Portionen, dabei gilt als 1 Portion: 1 dl Milch, 100 g Quark, Joghurt oder andere Milchprodukte, 15 g Hart- oder Halbhartkäse, 30 g Weichkäse. Zusätzlich eine Portion proteinreiche Nahrungsmittel wie Geflügel, Fleisch, Fisch, Eier oder Tofu.
Fette und Öle: 5 bis 20 g mit steigendem Alter.
Zusätzlich 1 bis 2 Löffel Nüsse oder Kerne.
Flüssigkeit: Vom Kleinkind mit 6 dl bis zum Kind mit 1 Liter, wobei Wasser und ungesüsste Früchtetees zu bevorzugen sind. Diese Empfehlungen stammen von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung.
Tipp: Kinder für den Genuss von farbigen Früchten zu überzeugen ist noch relativ einfach. Beim Gemüse reicht die Farbe oft nicht aus und wir sind gefordert mit verschiedenen Kocharten zu experimentieren, bis wir eine ansprechende Art finden, die den Kids zusagt. Gemüse schmeckt den einen roh, den andern gekocht, den nächsten probieren wir es püriert als Suppe zu servieren.


Maisplätzli mit Quarksauce

Zutaten
275 g Maiskörner gekocht, vom Kolben oder aus der Dose
1 Zwiebel
150 g Lauch
1 Esslöffel Bratbutter
2 Eier
3 bis 4 Esslöffel Mehl
1 Teelöffel Curry
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Quarksauce
1 dl Quark
1 dl Joghurt nature
Kräutersalz
1 Teelöffel frische Kräuter
Tomatenpüree
Senf, Mayonnaise je nach Vorliebe

Zubereitung
Die Maiskörner vom Kolben entfernen, jene aus der Dose auf einem Haushaltpapier abtropfen lassen. Die Zwiebel fein hacken. Den Lauch halbieren, waschen und in sehr feine Streifen schneiden. Die Bratbutter erhitzen und den Lauch und die Zwiebeln darin andämpfen, herausnehmen und erkalten lassen. Die Maiskörner und die Eier in eine Schüssel geben, Mehl darüber streuen, gut würzen und alles zusammen mit dem Lauch und den Zwiebeln vermischen. Bratbutter erhitzen und mit einem Löffel 5 bis 7 Häufchen in die Pfanne setzen und auf mittlerer Stufe von beiden Seiten hellbraun braten.
Für die Quarksauce die Zutaten vermischen und abschmecken. Je nach Vorliebe der Kinder die Sauce mit andern Gewürzen aromatisieren oder jedes Kind stellt seine eigene Sauce nach seinem Geschmack zusammen. Die Sauce mit dem Namen beschriften und beim nächsten Essen mit Gemüsestängeli geniessen.


Regenbogen-Salat

Zutaten
Je 1 bis 2 farbige Rüebli (violett, weiss, gelb, orange) oder zusätzlich 1 kleiner Apfel oder 1 Birne 1 Esslöffel gehackte Nüsse als Garnitur

Sauce
3 Esslöffel Essig
3 Esslöffel Wasser
1 Teelöffel Honig
Salz, Pfeffer
Salatkräuter
5 Esslöffel Rapsöl
Eventuell 3 Esslöffel Joghurt nature

Zubereitung
Die Rüebli rüsten, einzeln raffeln und in Streifen auf Tellern anrichten. Für die Sauce alle Zutaten verrühren, nach Belieben mit Joghurt verfeinern. Oft empfinden Kinder den Essig als sehr scharf, darum kann er mit etwas Wasser, Bouillon oder Süssmost gestreckt werden. Die Sauce kann separat gereicht werden und die Kinder können so etwas weniger davon nehmen.


BBZ Arenenberg
Hauswirtschaft und Familie
Rita Höpli



Zutaten für Maisplätzli. (rh)


Quarksauce und verschiedene Aromen. (rh)


Maisplätzli mit Quarksauce genussbereit. (rh)


Regenbogensalat mit Käse-Motivbrot. (rh)

« zurück zur Übersicht