Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. September 2019


Ernährung und Rezepte: Goldmelisse

Ausgabe Nummer 36 (2019)

Gut zu wissen
Die Goldmelisse ist eine aus den USA eingeschleppte Pflanze, die auch als scharlachrote Indianernessel bekannt ist. Die Pflanze ist bei vielen Gärtnern beliebt wegen ihrer charakteristischen roten Blütenpracht, die auch zahlreiche Insekten anlockt. Die Indianer nutzen die Goldmelisse bis heute als Heil- und Teekraut und vertrauen auf die antiseptischen Eigenschaften der Pflanze.
Goldmelisse gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Witterung von Juni bis September. Während dieser Zeit bilden sich laufend neue Blütenstände, die die rot leuchtenden Blütenblätter liefern. Je nach Anbauzeit und Züchtung können auch rosafarbene oder violette Blüten entstehen. Die immer zwittrige Blüte ist stets der oberste Punkt der Pflanze. Auffallend sind die roten Hochblätter der Indianernesselblüte, die als Sonderform unter den Lippenblütlern gilt und im engeren Sinne Tragblätter bedeuten.

Wirkung von Goldmelisse
Goldmelisse als Tee ist ein gutes Mittel gegen Erkältung, weil sie die Atemwege befreit und schleimlösend wirkt. Da Goldmelisse zudem schweisstreibend wirkt, hilft sie auch gegen Fieber. Zudem stärkt Goldmelisse die Verdauung, lindert Blähungen und hilft gegen Übelkeit. Tee aus Goldmelisse soll auch bei Kopfschmerzen und Migräne helfen. Aufgrund des würzigen Geschmacks lässt sich Goldmelisse auch als Gewürz in der Küche verwenden.

Tipp: Die immer neu entstehenden Blütendolden zwingen uns, die roten, aromatischen Blütenblätter nach und nach zu ernten und fortlaufend an einem luftigen, dunklen Ort zu trocknen. So erhalten wir bei reichlicher Blüte eine Portion verwertbarer Blüten für Sirup oder Tee.


Goldmelissensirup

Zutaten
40 g frische oder 6 g getrocknete Goldmelissenblüten
2 Liter Wasser
1,2 kg Zucker
40 g Zitronensäure

Zubereitung
Goldmelissenblüten in eine Schüssel geben, das Wasser aufkochen, den Zucker darin auflösen und über die Blüten giessen. Die Zitronensäure beigeben und gut umrühren, 12 bis 24 Stunden stehen lassen, ab und zu umrühren. Den Sirup aufkochen, in gut gereinigte, heiss ausgespülte Flaschen randvoll einfüllen und sofort verschliessen. Als Sauce zu Flans, als kalten oder warmen Sirup verdünnt geniessen und innerthalb Jahresfrist aufbrauchen.

Anmerkung: Wird Sirup für die Direktvermarktung produziert, ist ein Anteil von 60 % Zucker gesetzlich vorgeschrieben. Für den Eigenbedarf kann der Fruchtsaft auch mit etwas weniger Zucker zubereitet werden.


Pannacotta mit Goldmelissen-Fruchtsalat

Zutaten
3 Blatt Gelatine
5 dl Rahm oder Halbrahm
1 Vanillestängel
2 Esslöffel Zucker

Fruchtsalat
½ bis 1 dl Goldmelissensirup
2 Äpfel
2 Birnen
1 Traube
4 Zwetschgen
evtl. 1,5 dl Rahm
Pfefferminzblättchen

Zubereitung
Die Gelatine in kaltes Wasser legen und fünf Minuten einweichen. Die Hälfte des Rahms mit dem aufgeschlitzten Vanillestängel unter Rühren erhitzen und von der Kochstelle ziehen. Die Gelatine abtropfen und einrühren, den restlichen Rahm beigeben und alles im Wasserbad etwas erkalten lassen. In Portionenformen abfüllen und vier bis sechs Stunden im Kühlschrank kaltstellen. Den Fruchtsalat erst vor dem Auftischen frisch zubereiten, damit die Früchte nicht braun werden. Goldmelissensirup in eine Schüssel geben. Äpfel und Birnen entkernen, in Schnitze und dann in Stücke schneiden, sofort mit dem Sirup vermischen. Traubenbeeren dazu geben. Zwetschgen rüsten, in Stücke schneiden und unter den Fruchtsalat mischen. Den Fruchtsalat auf die Pannacotta geben, eventuell mit geschlagenem Rahm und Pfefferminzblättchen ausgarnieren.


Text und Bilder:
Rita Höpli, BBZ Arenenberg, Hauswirtschaft und Familie



Der Strauch mit den doldenförmigen, rot leuchtenden Blütenblättern ist sehr dekorativ und liefert ein geschmackvolles Aroma.

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