Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. September 2018


Ernährung und Rezepte: Gugelhopf - Kuchen in unverwechselbarer Form

Ausgabe Nummer 4 (2015)

Die Eigenheit des Gugelhopfs ist seine Form. Jeder weiss was damit gemeint ist. Für die Bäckerin stellt sich höchstens die Frage, ob wie früher mit Hefe oder mit Backpulver zubereiten, süss mit Marmorierung oder eher pikant als Zwischenverpflegung – Hauptsache ein Gugelhopf!

Gugelhopf oder Kapuzenkuchen
Der Name Gugelhupf ist abgeleitet von Gugel = Kapuze und Hupf, was runde Form bedeutet. In der Regel ist es ein Kuchen aus Hefeteig, der mit Butter, Mandeln, Zitrone, Sultaninen oder Rosinen zubereitet und mit Puderzucker bestäubt oder mit Schokolade überzogen wird. Beim Gugelhopf, der mit Backpulver zubereitet wird, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die Palette der Aromen, verschiedenen Gewürze und anderen Zutaten ist riesig. Ursprünglich wohl in einem rundlichen Kessel zubereitet, wird der Gugelhupf heute in der unverkennbar, mit geometrischen Formen verzierten, hohen Kranzform aus Metall, Keramik, Glas oder Silikon mit der typischen kaminartigen Öffnung in der Mitte gebacken.

Der Gugelhopf, ein althergebrachter Kuchen
Der Gugelhupf wurde in der Biedermeierzeit in Mitteleuropa im Bürgertum populär und galt als Statussymbol. Alte Kochbücher belegen, dass es lange Zeit kein Standardrezept für diese Kuchenform gab. Je nach Region, festlichem Anlass und wirtschaftlichem Vermögen wurde der Gugelhupf aus Hefe-, Rühroder Biskuitteig entweder recht einfach oder mit aufwendigen Zutaten gefertigt. Gugelhopfformen lassen sich bereits unter den Römern feststellen, wie Ausgrabungen in der Nähe von Wien zeigen. Rezepte für Gugelhopf oder Napfkuchen existieren seit dem 17. Jahrhundert. Seit dieser Zeit werden Backformen aus Kupfer neben solchen aus Holz oder Ton auch mit dem rund aufsteigenden Rohr in der Mitte verwendet.
Tipp: So schön die Form aussieht, der Horror jeder Bäckerin ist, wenn der Gugelhopf nicht aus der Form kommt. So könnte es funktionieren: Nach dem Backen den Gugelhopf 10 Minuten stehen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und einen mit Kaltwasser getränkten Abwaschlappen für 5 Minuten grossflächig darüber legen und ins Loch stopfen, anschliessend dem Rand entlang lösen und die Form vorsichtig entfernen.


Gugelhopf mit Trockenfrüchte-Mus

Zutaten
300 g getrocknete Birnen oder gemischte Trockenfrüchte
3 dl Apfelsaft
180 g weiche Butter
1 Prise Salz
150 g Zucker
1 EL Zimt
wenig Nelkenpulver
1 P. Vanillezucker
½ Bio-Zitrone, abgeriebene Schale und Saft
4 Eier
350 g Halbweissmehl
1 P. Backpulver
nach Belieben 50 g Schokoladewürfeli
1 P. Schokoladeglasur, dunkel

Zubereitung
Die Trockenfrüchte mit dem Apfelsaft aufkochen und mindestens 30 Minuten quellen lassen. Anschliessend mit dem Passevite oder Mixer fein pürieren und abkühlen lassen. Eine Gugelhopfform mit Bratbutter gut ausfetten und bemehlen. Butter mit dem Mixer/der Küchenmaschine mit Salz und Zucker zu einer luftigen Masse rühren, Gewürze und Zitrone beifügen. Nach und nach die Eier dazurühren. Die Fruchtmasse dazugeben, Mehl mit Backpulver mischen, dazusieben und alles gut verrühren. Ein Drittel der Masse in die Form geben, die Hälfte der Schokoladewürfeli darauf streuen, mit Teig bedecken und die nächste Lage Schokolade daraufgeben, dann allen Teig einfüllen, glattstreichen und in die Mitte der Oberfläche rundum eine Kerbe ziehen. Backen im vorgeheizten Ofen, auf der zweituntersten Rille bei 180 °C zirka eine Stunde. Wer die Möglichkeit hat, schaltet in den ersten 10 Minuten nur auf Unterhitze, nachher umschalten auf Ober- und Unterhitze oder Umluft. Nach dem Backen den Gugelhopf 10 Minuten stehenlassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und das Blech entfernen. Die Kuchenglasur erwärmen, über dem Gugelhopf verteilen und ausgarnieren.


Pikanter Hefegugelhopf

Zutaten
20 g Hefe
1 Teelöffel Zucker
1 dl warmes Wasser
300 g Halbweissmehl
200 g Bauern- oder Ruchmehl
knapp 1 EL Salz
75 g Butter, weich
zirka 2,5 dl Milchwasser
50 g Rohessspeckscheiben
1 Zwiebel
1 Teelöffel Thymian
50 g geriebener Käse
Bratbutter
Paniermehl
Mehl

Zubereitung
Hefe, Zucker und Wasser zusammen verrühren und etwas stehen lassen. Gugelhopfform gut ausfetten und mit Mehl ausstreuen. Mehl mit Salz vermischen, Butter, Flüssigkeit und angerührte Hefe beigeben und zu einem weichen Hefeteig verarbeiten. An einem warmen Ort ums Doppelte aufgehen lassen. Speckscheiben in feine Streifen schneiden, Zwiebeln fein schneiden und beides in einer Bratpfanne andämpfen, Thymian beigeben und erkalten lassen. Den Teig zu einem Rechteck von zirka. 45x25 cm auswallen, mit der Füllung belegen, Käse darüber streuen und aufrollen. Die Rolle locker in der vorbereiteten Form zum Kreis schliessen und nochmals gut ½ Stunde aufgehen lassen. Vor dem Backen mit Wasser bestreichen. Backen: Im untern Teil des vorgeheizten Ofens bei 180 bis 200 °C zirka 45 Minuten, bis es hohl tönt beim Draufklopfen, wie beim Brot. Der Hefeteig kann auch ausgewallt mit 2 EL Zucker bestreut, anschliessend mit 100 g gehackten Trockenfrüchten und 50 g gehackten Nüssen belegt und als süsser Gugelhopf zubereitet werden.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Verschiedene Formen. (rh)


Gugelhopf mit Trockenfrüchte-Mus, ein Drittel Masse eingefüllt und mit Schokoladewürfeli belegt. (rh)


Verzierter Gugelhopf, angeschnitten. (rh)

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