Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Ernährung und Rezepte: Hamburger - heiss begehrt rund um den Globus

Ausgabe Nummer 33 (2014)

Die Definition sagt: Gewürztes, rund ausgeformtes Hackfleischtätschli, beidseitig gebraten, zwischen zwei Brötchenhälften mit frischen Beilagen und Sauce serviert und von Hand verzehrt.

Ein Name geht um die Welt
Die Hamburger oder Beefsteak stammen wirklich aus der Stadt Hamburg. Der Burger, wie auch der Name wurden von Auswanderern in die USA gebracht und kamen von dort wieder nach Deutschland zurück. Da das Wort von den Amerikanern natürlich englisch ausgesprochen wird, legte sich der Gedanke nahe, der erste Wortteil komme von englisch ham «Schinken», was jedoch nichts mit dem gehackten Rindfleisch zu tun hat, sondern mit der Herkunftsstadt.
Die Schnell-Imbiss-Restaurants in den USA sorgten für die weltweite Verbreitung der deutschen «Frikadelle im Milchbrötchen» aus Hamburg. Fast alle Auswandererschiffe des 16. und 17. Jahrhunderts stachen von Hamburg aus in See. Dabei bekamen die Emigranten die Hamburger Hausmannskost mit auf den Weg. Ein aufgeschnittenes Brötchen in welches eine Scheibe Schweinebraten mit etwas Sauce gelegt wurde. In der Neuen Welt wurde daraus das «Hamburger beef steak», das als Bezeichnung für Hackfleisch in den 1870er-Jahren entstand. Um 1900 erschien der Ausdruck «Hamburger steak» in einem amerikanischen Kochbuch. Aus diesem Steak zwischen Brotscheiben oder Brötchenhälften wurde «Hamburger Sandwich». Später kürzte man es zu Hamburger oder Burger ab und exportierte die Speise und das Wort in die ganze Welt. So gelangte der Hamburger, der in seiner klassischen Variante jetzt aus Rindfleisch besteht, auch nach Deutschland zurück.

Wunderbar wandelbar
Hamburger lassen sich nach Lust und Laune abändern und zu neuen Kreationen umwandeln. Begonnen mit dem Fleisch, das je nach Wahl mit einem Drittel Brät ersetzt werden kann. Die typisch runden Brötchen, meist aus Weissmehl, ersetzen wir mit Brot aus dem täglichen Gebrauch oder Vollkorntoast. Je nach verwendeten Kräutern entstehen Rosmarin-, Thymian- oder Oregano-Hamburger, die auch mit Käsescheiben ergänzt werden können. Die frischen Zutaten lassen sich saisonal anpassen. Zuletzt noch die Sauce, welche sehr gut mit Quark oder Crème fraîche zubereitet werden kann oder mit wenigen Zutaten wie Senf, Mayonnaise oder Pesto zu neuen Geschmacks-Erlebnissen beiträgt.

Empfehlungen für den Umgang mit Hackfleisch in der Küche
– rohes Hackfleisch getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren
– immer gut gekühlt lagern
– frisches Hackfleisch am Tag des Einkaufs verarbeiten und verzehren
– Hackfleisch richtig durchbraten und mit gewürzter Flüssigkeit
   aufkochen
– Haltbarkeitsdatum beachten
– eingefrorenes Hackfleisch nach dem Auftauen sofort verarbeiten Ernährungsphysiologisch beinhaltet Hackfleisch die für Fleisch typischen Vitamine des B-Komplexes sowie die Mineralstoffe Eisen und Zink, die für die Stärkung des Immunsystems stehen.
Tipp: Für Hamburger frisches und qualitativ hochwertiges Fleisch verwenden. Das Hackfleisch kann von allen Tierarten sein oder mit Brät vermischt werden. Beim Würzen und den Beilagen können wir die Fantasie walten lassen und je nach Jahreszeit immer wieder andere Burgervarianten hervorzaubern.


Hamburger im Sesammantel

Zutaten
2 dünne Scheiben Brot
450 g Hackfleisch, gemischt
1 Zwiebel eventuell
1 Zehe Knoblauch
1 Ei
1 EL gehackte Kräuter
Salz, Pfeffer
2 bis 3 EL Sesam
Bratbutter
2 Scheiben Brot
8 Salatblätter
1 Rüebli
1 Tomate
½ Stück Gurke
30 g Kräuterfrischkäse

Zubereitung
Brotscheiben in kleine Würfeli schneiden, in einen tiefen Teller geben, mit heissem Wasser übergiessen, 5 bis 10 Minuten einweichen, ausdrücken und zum Fleisch geben. Zwiebel kleinschneiden, eventuell Knoblauch dazupressen, mit dem Ei und den Kräutern zum Hackfleisch geben, mit Salz und Pfeffer würzen und gut miteinander vermischen. Aus der Hackfleischmasse flache Hamburger formen, in den Sesamsamen wenden und in wenig Bratbutter in der Pfanne beidseitig 5 bis 7 Minuten bei mässiger Hitze braten. In der Zwischenzeit die Salatblätter waschen, Rüebli schälen und mit dem Sparschäler in feine Streifen schneiden. Tomate und Gurke in dünne Scheiben schneiden. Nun die Hamburger zusammenstellen. Als Deckel oben und unten jeweils eine Brotscheibe, eventuell getoastet mit Kräuterfrischkäse bestreichen, dann mit Salat, Tomaten- und Gurkenscheiben belegen, Hamburger daraufgeben, zweite Brotscheibe mit Kräuterfrischkäse bestreichen und mit bestrichener Seite gegen unten bedecken.


Hackfleisch-Quadrate auf Vollkorntoast

Zutaten
4 Scheiben Vollkorntoast
Eventuell zusätzlich 4 Scheiben zum Decken
1 Zwiebel
3 EL fein geraffeltes Gemüse wie Rüebli, Sellerie, Lauch
300 g Rindshackfleisch
150 g Kalbsbrät
5 EL Paniermehl
etwas Senf
Salz, Pfeffer
Bratbutter
8 Salatblätter
1 Rüebli
1 kleine Zwiebel
1 Peperoni, farbig

Sauce
80 g Quark
2 bis 3 EL Tomaten-Ketchup
2 EL Sweet-Chilisauce nach Belieben
Kräutersalz
Schnittlauch als Garnitur

Zubereitung
Toastbrot im Toaster oder 3 bis 5 Minuten im auf 200 °C vorgeheizten Ofen oder in der Bratpfanne anrösten und auskühlen lassen. Zwiebel fein schneiden, Gemüse rüsten und fein raffeln/schneiden, in der Bratbutter andämpfen und auskühlen lassen. Alles mit dem Hackfleisch, Brät, Paniermehl und Senf mischen und gut würzen. Daraus vier quadratische Tätschli in Toast-Grösse formen und flach drücken. Die Salatblätter waschen, gut abtropfen, Rüebli in feine Streifen, Zwiebel und Peperoni in Ringe schneiden. Zutaten für die Sauce mischen und mit Kräutersalz abschmecken. Bratbutter erhitzen die Hackfleisch- Quadrate beidseitig 4 bis 5 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Die Toastbrote mit Sauce bestreichen, mit den frischen Zutaten belegen, das Fleisch daraufsetzen und als Garnitur einen Peperoni- Ring aufsetzen, diesen mit Sauce füllen und mit Schnittlauch garnieren.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli







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