Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Ernährung und Rezepte: Heisse Getränke für kalte Tage

Ausgabe Nummer 46 (2017)

Was gibt es schöneres als nach einem nasskalten Tag in der warmen Stube die kalten Hände an einem heissen Getränk aufzuwärmen. Sobald die herbstliche Jahreszeit ihr raues Gesicht zeigt, stellen wir gerne von kalten Getränken auf heissen Tee, Punsch oder Ähnliches um. Auch in Gaststätten finden wir ein reichhaltiges Angebot an Kaffee-, und Punschspezialitäten jeglicher Art, oft auch mit einem Schuss Alkohol.

Heisse Getränke
Jetzt ist wieder Hochkonjunktur für heisse Seelenwärmer. Kaffee, Tee, heisse Schokolade und Punsch sind die bekannten Wintergetränke. Zu Hause kann man mit wenig Aufwand köstliche Heissgetränke selber zubereiten. Mit wenigen Zutaten lassen sich auch herkömmliche Getränke aufpeppen und ein Punsch muss nicht als Sirup aus der Flasche oder aus dem Beutel stammen. Früchte-, oder Kräutertees mit Fruchtsäften ergänzt, ergeben ein ebenso schmackhaftes Heissgetränk für Kinder. Mit ein wenig Phantasie sind der Kreativität beim Herstellen von eigenen Getränkespezialitäten fast keine Grenzen gesetzt.

Wärmende Gewürze
Wer im Winter leicht friert, kann durch die richtige Ernährung von innen heraus Wärme erzeugen. Lebensmittel wirken thermisch auf unseren Körper – das bedeutet, dass wir uns nach ihrem Konsum wärmer oder kälter fühlen können. Das ist in uralten Heillehren, wie der traditioneller chinesischen Medizin oder Ayurveda, bekannt. Studien belegen, dass manche Nahrungsmittel im Winter unser Immunsystem stärken und uns kälteresistenter machen. Besonders Gewürze, ob im Weihnachtsgebäck, Tee oder in Speisen genossen, können uns in der kalten Jahreszeit wärmen. Als wärmende Gewürze gegen die Winterkälte können nachfolgendend aufgezählten dienen. Sie zeichnen sich oft durch Schärfe aus, wirken vor allem antiseptisch und helfen, Bakterien abzutöten oder zu reduzieren.

Gewürznelken: Nelken sind die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaums. Mitgekocht in Speisen wirken sie stark wärmend auf den Körper. In der Weihnachtsbäckerei können Gewürznelken mit anderen wärmenden Gewürzen kombiniert werden. Oft werden sie als Dekoration und zur Aromaverbreitung in Mandarinen und Orangen gesteckt.
Muskat: Eine Prise Muskat, am besten frisch von einer ganzen Nuss gerieben, passt besonders gut zu Kartoffeln oder Gemüse. Muskat sollte nicht überdosiert werden. Eine Prise reicht schon, um sich die wärmende Wirkung zu Nutze zu machen.
Zimt: Das Gewürz Zimt, aus der Rinde des Zimtbaumes gewonnen, ist in vielen Gebäcken und Glühwein zu finden. Aber auch über einen warmen Milchreis oder über Apfelgerichte gestreut, wärmt es von innen.
Ingwer: Ingwer kann als wärmendes Gewürz in Scheiben geschnitten und mit Wasser übergossen als Tee genossen werden. Als Gewürz kann es süssen oder salzigen Speisen zugegeben werden.
Pfeffer: Ob Cheyenne, schwarz oder rot – je schärfer der Pfeffer, desto wärmender wirkt er. Am besten verschiedene Sorten ausprobieren, um zu sehen, welche Art einem zusagt.
Chili: Das Capsaicin, das für die Schärfe in der Chili verantwortlich ist, heizt dem Körper ein. Zudem werden nach dem kurzen «Schmerz der Schärfe» glücklichmachende Endorphine frei gesetzt.

Tipp: Manchmal braucht es nicht viel um ein feines Getränk zu kreieren. So diente mir auch schon ein zu flüssiger Gelee aromatisiert mit feinen, wärmenden Gewürzen als Grundlage für einen Advents- Punsch. Auch ein übrig gebliebener Saft von Eingemachtem kann gut zu einem wärmenden Getränk aufgepeppt werden. Mit einer kleinen Dekoration sogar ein echter Hingucker.


Holunder-Punsch

Zutaten
2,5 dl roter Traubensaft oder Süssmost
1 Zimtstange
2 Stück Sternanis oder 6 Nelkenköpfli
½ Zitrone, Schale und Saft
2,5 dl Holunderbeerensaft
2 Esslöffel Honig nach Belieben
(Promille-Liebhaber können etwas Rum beigeben)

Zubereitung
Traubensaft oder Süssmost zusammen mit der Zimtstange, dem Sternanis oder den Nelken und der abgeschälten Zitronenschale kurz aufkochen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Holundersaft beigeben, nach Belieben mit Honig süssen, erhitzen, mit dem Zitronensaft abschmecken und mit einer Zitronenscheibe garniert heiss servieren. Als alkoholische Beigabe passt ein Schuss Rum. Anmerkung: Wer keinen Holundersaft zur Hand hat, kann als Ersatz Holunder-Gelee oder Latwerge mit heissem Wasser auflösen.


Baumnuss-Birnen-Hotdrink

Zutaten
3 Esslöffel Baumnüsse gehackt
1 bis 2 Birnen, reif
3 Esslöffel Zucker
1,5 dl Wasser, heiss
4 dl Milch
1 Esslöffel Vanillezucker
etwas abgeriebener Muskat
2 bis 3 Esslöffel Birnel
1 dl Rahm
1 Esslöffel Schokoladepulver

Zubereitung
Die Baumnüsse grob hacken. Die Birnen rüsten und in Schnitze teilen. Den Zucker in eine hohe Pfanne geben und auf höchster Stufe hellbraun rösten, die Pfanne auf eine kalte Herdplatte ziehen und mit dem heissen Wasser ablöschen, dann die Birnen beigeben und alles auf der heissen Herdplatte weichgaren. Etwas erkalten lassen und alles fein pürieren. Die Milch zusammen mit Vanillezucker und Muskatnuss beigeben, erhitzen und mit Birnel abschmecken. Den Rahm steif schlagen, das Schokoladepulver darunterziehen oder am Schluss über den Rahm streuen. Den Drink in Tassen oder Gläser einfüllen und mit dem Schoggi-Rahm oder dem Rahm und Schokoladepulver garnieren.


BBZ Arenenberg
Hauswirtschaft und Familie
Rita Höpli



Zutaten für Holunder-Punsch. (rh)


Holunder-Punsch.(rh)


Zutaten für Baumnuss-Birnen-Hotdrink. (rh)


Der Hotdrink verschieden angerichtet. (rh)

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